Stadtbibliothek Gütersloh GmbH plant „Tische raus“ | #tdog19

BIB und die Partnerverbände haben sich darauf verständigt, den diesjährigen Tag der offenen Gesellschaft – kurz #tdog19  – am 15. Juni 2019, den die Initiative Offene Gesellschaft nun bereits zum drittem Mal initiiert, zu unterstützen. Wir werden Sie laufend auf der BID-Website über Aktionen und Initiativen informieren.

„Tische raus“ – dabei sein, beim Tag der offenen Gesellschaft am 15. Juni 2019

Wir suchen zudem noch Bibliotheken, die auch mit an Bord sind – melden Sie sich bei uns – gerne auch mit einem Blogbeitrag für BuB.

Im Interview mit Tom Becker, BIB-Bundesvorstand und TH Köln,  erzählt Silke Niermann, Geschäftsführung der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH, was ihre Bibliothek so plant…

 

Was ist die Aktion „Tische raus“?

„Tische raus“ ist eine bundesweite Aktion der Initiative Offene Gesellschaft. Am 15. Juni wird der Tag der offenen Gesellschaft gefeiert. Beteiligen können sich Privatpersonen, Nachbarschaften, öffentliche Einrichtungen und alle, die Lust an Gemeinschaft und Gespräch haben. Einfach ein paar Tische vor ihre Türen stellen, Menschen einladen, miteinander ins Gespräch kommen und damit ein Zeichen setzen, dass wir in Deutschland eine offene Gesellschaft sind.

Die Initiative Offene Gesellschaft (www.die-offene-gesellschaft.de) ist eine unabhängige, bürgerschaftliche Initiative ohne Parteibindung und möchte gerne alle unterstützen, die sich für Zusammenhalt, für Begegnungen und für gelebte Demokratie besonders in Zeiten von wachsenden HateSpeechs, FakeNews und Shitstorms nicht nur in den sozialen Netzen einsetzten.

Silke-Niermann, Geschäftsführung der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH

Warum „Tische raus“ vor der Stadtbibliothek Gütersloh?

Die Stadtbibliothek Gütersloh ist ein Ort der Begegnung, ein Ort der Kommunikation, ein Ort des Wissenszugangs und ein Ort der Meinungsvielfalt. Viele Menschen kommen jeden Tag in die Bibliothek, um gemeinsam zu lernen und in der Begegnung vielleicht auch voneinander zu lernen.

In  Zeiten, wo Diskussion und Meinungsaustauch leider viel zu oft anonym und sehr aggressiv im Netz entstehen, sieht die Stadtbibliothek sich in der sehr wichtigen Rolle als eine kommunale Plattform für offenen und wertschätzenden Austausch und direkte Begegnung.

Die Aktion „Tische raus“ ist deshalb für uns eine einfache erste Aktion, um den Menschen in Gütersloh im geschützten Rahmen der Stadtbibliothek einen Raum für diese Begegnung und eine wertschätzende Auseinandersetzung mit ihren Themen zu geben.

 

Euer Motto ist:  „Keep it simple!“ Wie geht das?

Nachdem wir von der Initiative Offene Gesellschaft und der Aktion „Tische raus“ gehört haben, war im Team sofort klar, dass der Ort Stadtbibliothek genau der richtige Ort dafür ist und auch die notwendige Infrastruktur bietet.

Wir planen nun an dem Samstag für zwei Stunden einfach ein paar Bierzeltgarnituren vor die Bibliothek zu stellen.
Unser Lesecafe wird sich um Getränke und kleine Snacks kümmern, und bei schlechtem Wetter wandern wir einfach in die Bibliothek, und dann heißt es eben „Tische rein und trotzdem reden“. Als Partner haben wir den Integrationsbeauftragten der Stadt im wahrsten Sinne mit an den Tisch geholt, um so direkt aus der Community der Migrant*innen Gesprächspartner*innen einzuladen.

Zudem werden wir versuchen, auch die Bürgerstiftung in Gütersloh als Partner für diese Aktion zu gewinnen. Die Initiative Offene Gesellschaft unterstützt „Tische raus“ mit tollen Materialien, die man für die Pressearbeit, die Werbung in den sozialen Netzwerken und vor Ort nutzen kann.

Unser Motto bei der Aktion ist nun: einfach machen, klein anfangen  und keep it simple.

Wir hoffen, dass sich aus dieser Aktion Impulse für weitere Veranstaltungen in der Richtung ergeben. Wir sehen die Stadtbibliothek damit auch als einen sehr demokratischen Ort.

 

Zurzeit erarbeiten Studierende an der TH Köln Aktionsformate, die Sie – die Bibliotheken – dabei unterstützen, Menschen, die sich noch nicht kennen, miteinander ins Gespräch zu bringen. Ideen, die gerade ausgearbeitet werden sind unter anderm

  • Advocatus Diaboli
    Moderator*in (oder Kleingruppe) “vertritt” gegenüber (anderer Klein-)Gruppe kontroverse Idee bzw. Meinung, die zu Diskussionen und zu tiefergehender Auseinandersetzung mit Thema anregen soll
  • Living Library / Lebendige Bücher
    Leihen Sie sich eine*n Protagonist*in aus, die Rede und Antwort steht. Die „Lebenden Bücher“ gehören i.d.R, Personengruppen an, die mit Vorurteilen, Stereotypisierung und sozialer Ausgrenzung konfrontiert sind.
  • Wünsch dir was
    Jede*r Teilnehmer*in äußert einen für sich utopischen Wunsch. Gemeinsam wird überlegt, wie utopisch diese Wünsche wirklich sind und wie man vielleicht doch in eine Umsetzung gehen könnte…
  • Trau Dich & frag!
    Reden wir miteinander über (vorformulierte oder spontane) Fragen, die bisher nicht gestellt wurden… 
  • Speed Dating
    Die Teilnehmenden setzen sich in Pärchen zusammen lernen sich nach vorgegebenen Kategorien bzw. Leitfragen kennen. Nach 3-5 Minuten werden die Partner gewechselt.

Weitere Ideen finden sich hier, Regeln fürs gute Diskutieren gibt es auch bei den Kolleg*innen vom #tdog19.

Tom Becker / 23.4.2019

 

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