Nachrichten

Empfehlungen für den Umgang mit rechter Literatur

Öffentliche Bibliotheken müssen sich im Rahmen ihres Auftrages zu rechten Sachbüchern positionieren und sollten dies auf einer soliden und informierten Grundlage tun. Über einen offensiven und differenzierten Umgang sowie die enge und weite Kontextualisierung solcher Bücher können sie einen Beitrag zur Rechtsextremismusprävention und Demokratieförderung leisten. In ihrer aktuellen Bachelorarbeit »Sachbücher des politisch rechten Randes in

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Viel mehr als Medien

Den Wert mancher Dienstleistungen erkennt man erst, wenn sie nicht mehr da sind. Das zeigt sich aktuell bei der – coronabedingt eingeschränkten – Kundenorientierung von Bibliotheken, die den Themenschwerpunkt dieser BuB-Ausgabe bildet. Durch die schrittweise Öffnung nach der schlimmsten Phase der Pandemie funktioniert in den meisten Einrichtungen zwar wieder die Ausleihe und Rückgabe von Medien. Doch nun wird deutlich, dass dieser ursprünglich zentrale Service von Bibliotheken heute nur noch einen Bruchteil des Bibliotheksangebots ausmacht. Die Bibliotheken haben die unterschiedlichen Wünsche ihrer Kunden in den vergangenen Jahren analysiert und zielgenau in den Fokus genommen. Sie bieten ihnen Lesungen, Diskussionen, Makerspaces, Tauschbörsen, Sprachkurse, Ausstellungen, Forschungsdatenmanagement, Publikationsberatung, Einführungen ins wissenschaftliche Arbeiten und so manches mehr, das speziell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist.

Trotz des vielfältigen Angebots: Bei der Kundenorientierung kann noch einiges verbessert werden, das ist im Themenschwerpunkt dieses Heftes nachzulesen. Eva Bunge erklärt zum Beispiel, wie man Bibliotheksnutzer im Rahmen von Citizen-Science-Projekten integriert und so langfristig an die Einrichtung bindet. Ein weiterer Beitrag blickt in die Zukunft und sagt voraus, dass mithilfe von Künstlicher Intelligenz die bibliothekarische Auskunft exakter auf die Wünsche der Nutzer ausgerichtet wird.

Wie man Bedürfnisse punktgenau trifft, zeigen Bibliothekare indes nicht nur im Umgang mit Kunden, sondern auch bei ihren Fortbildungen. Nach Absage des diesjährigen Bibliothekartags in Hannover haben der Berufsverband Information Bibliothek (BIB) und die TIB Hannover in kürzester Zeit die dreitägige Digitalkonferenz #vbib20 auf die Beine gestellt. Das Themenangebot reichte von Open Access über Strategien zur Überwindung der Corona-Krise bis hin zum Umgang mit »Literatur an den Rändern«. An drei Tagen wurden mehr als 100 Vorträge in drei digitalen Räumen präsentiert. Interessierte konnten kostenlos und ohne großen technischen Aufwand der Konferenz folgen und sich per Chat und zum Teil auch per Videoschaltung an den Diskussionen beteiligen. Die Teilnehmerzahl von mehr als 3000 Kolleginnen und Kollegen stellt unter Beweis, dass BIB und TIB Hannover mit dieser Art von Fortbildungsveranstaltung einen Nerv getroffen haben – ein perfektes Beispiel für gelungene Kundenorientierung.

Bernd Schleh, Leitender BuB-Redakteur

Editorial aus BuB 7/2020

BuB-Heft 7/2020

SCHWERPUNKT Kundenorientierung

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • August/September 2020: Smart City
  • Oktober 2020: Frankfurter Buchmesse
  • November 2020: Obdachlosigkeit

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Nachrichten

Im BuB-Interview beleuchten Architekturphilosoph Niklas Maak (rechts) und BuB-Herausgeber Dirk Wissen die künftige Rolle von Bibliotheken in einer »Smart City«. Foto: Dirk Wissen

»Die Bibliothek mit Serverfarm als zentraler Ort der Stadt«

Wie wollen wir in Zukunft leben – und was können Bibliotheken dazu beitragen. Die neue BuB-Ausgabe  (Doppelheft August/September) beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema »Smart City«. Wobei »smart« heißt, dass alles was in einer Stadt passiert, alle Daten, die von Menschen und Dingen produziert werden, zusammengefasst und ausgewertet, dass Autos, Haushaltsgeräte, Häuser und Smartphones miteinander

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Prächtiges Gebäude mit unheilvoller Vergangenheit: das All Souls College mit der Codrington Library im englischen Oxford. Foto: www.figurniy.com

Kontroverse um die Bibliothek eines Sklavenbesitzers

  Die vielen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd haben weltweit das Thema Rassismus in die Schlagzeilen gebracht und über den aktuellen Anlass hinaus Forderungen nach einschlägigen Reformen lauter werden lassen. In Großbritannien hat der Rückblick auf die eigene Geschichte nun einen Bewusstseinswandel dahingehend ausgelöst, eine weitgehende Abschaffung von anstößigen Relikten aus der

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»Inside Beethoven!«

Frankfurt am Main / Leipzig. Wie klingt es, Teil eines Orchesters zu sein? Die begehbare Klangausstellung »Inside Beethoven!« kombiniert neuste Erkenntnisse der Musikwissenschaft mit der modernen Musikedition zu einem spektakulären Mittendrin-Erlebnis – eine Perspektive, die dem Publikum sonst verborgen und nur den Musikerinnen und Musikern selbst vorbehalten bleibt. Die Besucher/-innen sind eingeladen, sich zwischen den

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COVID-19: Informationssuche in Preprints erleichtert

Köln. Während der aktuellen COVID-19-Krise ist eine schnelle Verfügbarkeit von fundierten Informationen von entscheidender Bedeutung, um die richtige Diagnose und Behandlung abzuleiten oder die Verhaltensregeln in der Öffentlichkeit anzupassen. Daher wächst derzeit sowohl die Anzahl als auch die Bedeutung von Preprints, denn sie bieten die Möglichkeit zur schnellen Kommunikation neuer Erkenntnisse. Um die Informationssuche in

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Lesesaal

Mit Bourdieu in der Bibliothek – Ein kritischer Blick auf aktuelle Bibliotheksräume

»Die feinen Unterschiede« (Bourdieu 2016) berichten über eine großangelegte französische Studie einer Arbeitsgruppe um Pierre Bourdieu, welche in den 1970er-Jahren der Frage nachging, wie sich in der Bevölkerung Geschmack verteilt. Die Studie war empirisch angelegt und umfasste mehrere tausend Interviews, die bei Personen daheim durchgeführt wurden. Dabei wurden zum Beispiel Angaben zu deren Wohnstil aufgenommen

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Öffentliche Bibliothek

Bibliothek, Geretsried, Gaming, Virtual-Reality-Brillen

Zukunftsperspektiven kleinerer Bibliotheken am Beispiel Bayerns

  Das Bibliothekswesen in Deutschland ist vielfältig und heterogen – das ist spätestens dann spürbar, wenn in nicht-bibliothekarischen Kreisen das Thema auf die ganze Bandbreite aus Wissenschaftlichen Bibliotheken, Öffentlichen Bibliotheken, Sektionen, Spezialbibliotheken und Verbänden kommt. Nachfragen sind selten, ungläubiges Stirnrunzeln dagegen ist öfter wahrzunehmen. Ein Artikel über »Zukunftsperspektiven kleiner Bibliotheken« scheint einfach und klar abzugrenzen

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Tarif

Höhergruppierungsanträge im Bereich des TV-L

Die umfangreichen Änderungen bei der Eingruppierung im Bereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) wurden bereits im vergangenen Heft (BuB 71(2019)11, S. 624-627) dargestellt: Bibliotheksbeschäftigte werden ab 1. Januar 2020 nicht mehr nach »Speziellen Tätigkeitsmerkmalen (TM)«, bisher in Teil II.1 der Entgeltordnung (EGO), eingruppiert, sondern nach den »Allgemeinen TM« des Teils I.

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Politik

»Chemnitz diskutiert« als Vorbild für Bibliotheken?

  »Wir wollen, dass Sie schöner streiten!«[1] Ein spannendes Projekt, für das sich die Bibliotheken öffnen möchten – und das nicht zuletzt auch Potenzial für den Umgang mit rechter Literatur bietet. In Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften scheint, braucht es neue Möglichkeiten, (wieder) miteinander ins Gespräch zu kommen. Gestritten in der Sache wurde auch

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Wissenschaftliche Bibliothek

Blick auf die Fassade. Foto: ARGE Aktienspinnerei

Erst Spinnerei, dann Universitätsbibliothek

  Für die Universitätsbibliothek und das Universitätsarchiv Chemnitz wird ein alter Industriebau modernisiert – die Alte Aktienspinnerei. Das Gebäude behält den Charakter eines Fabrikgebäudes aus dem 19. Jahrhundert und wird eine moderne Bibliothek beherbergen, die rund um die Uhr geöffnet haben wird. Es entsteht eine sehr besondere Bibliothek, die nicht nur ein Speicher für gedruckte

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