Nachrichten

Fahrbüchereien als Dritter Ort

Rendsburg. Mit einer digitalen Kick-off-Veranstaltung ist die Entwicklung eines innovativen Zukunftskonzepts für die 13 Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein gestartet. Das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt ist wegweisend für die Weiterentwicklung des dortigen Fahrbüchereiwesens. Zum Projektstart wurden die fünf Pilotgemeinden Christiansholm, Haale, Neuwittenbek, Sehestedt und Tetenhusen vorgestellt, in denen in den kommenden Monaten mit breiter Bürgerbeteiligung neue

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Klare Strategie gefragt

Bibliotheken haben sich in der Corona-Krise bisher gut geschlagen. Innerhalb kurzer Zeit stellte sich die Mehrzahl der Einrichtungen auf die neuen Bedingungen ein, und das obwohl die technischen Voraussetzungen für digitale Arbeit, gerade im mobilen Bereich, häufig alles andere als gut sind. Dennoch wanderten Mitarbeiter/-innen ins Homeoffice, die Online-Angebote der Bibliothek wurden kräftig ausgeweitet und offensiv beworben – mit Erfolg. Die Nutzungszahlen der virtuellen Bibliotheksservices, sei es bei der Onleihe in Öffentlichen Bibliotheken oder beim erleichterten Zugriff auf Datenbanken in Wissenschaftlichen Bibliotheken, gingen durch die Decke. Die Flexibilität und die digitalen Anstrengungen der Bibliotheken werden sowohl von den Nutzer/-innen als auch von der Politik positiv wahrgenommen.

Nur: In den vergangenen Jahren haben Bibliotheken und ihre Lobbyeinrichtungen eine ganz andere Funktion in den Vordergrund gestellt – die Bibliothek als Treffpunkt, als Lern- und Studienbereich, als dritter Ort. Durch die rasant voranschreitende Digitalisierung, aber auch durch die forcierte Kommerzialisierung der Gesellschaft kommt dieses Alleinstellungsmerkmal der Bibliotheken immer besser zur Geltung: Sie sind ein zutiefst demokratischer Ort, an dem sich alle Menschen egal welcher Hautfarbe, Religion, Einkommensklasse oder politischen Einstellung kostenlos treffen, austauschen, informieren und voneinander lernen können. Dieser Anspruch sollte nicht leichtfertig aufgegeben werden, auch nicht in Corona-Zeiten, in denen das Zusammenkommen in der Bibliothek nur eingeschränkt möglich ist.

Ganz klar, auch Bibliothekare können im Homeoffice arbeiten, aber die Möglichkeiten – Bürotätigkeiten, Auskunft und Beratung per Chat – sind begrenzt und eines wird deutlicher, je länger die Pandemie dauert: Der eigentliche Vorteil der Bibliotheken beim härter werdenden Kampf um Aufmerksamkeit und öffentliche finanzielle Mittel liegt im direkten Austausch mit den Nutzerinnen und Nutzern, im vertrauensvollen Gespräch vor Ort. Die übervollen Lesesäle in Wissenschaftlichen Bibliotheken und die gut besuchten Lesungen und Makerspaces in Öffentlichen Bibliotheken in der Zeit vor Corona stellen genau das unter Beweis. Deshalb sollten Bibliotheken an ihrer bisherigen Strategie als kommerzfreie dritte Orte nicht zweifeln und die aktuelle Krisensituation nützen, um den unersetzlichen physischen Auftritt mit digitalen Angeboten sinnvoll zu flankieren – dafür brauchen sie aber auch die nötige technische Infrastruktur.

Bernd Schleh, Leitender BuB-Redakteur

Editorial aus BuB 12/2020

BuB-Heft 12/2020

SCHWERPUNKT Homeoffice

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Januar 2021: Coworking Spaces
  • Februar/März 2021: Diversität
  • April 2021: Schulbibliothek

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Nachrichten

Preisverleihung: Wikimedia Deutschland erhält Karl-Preusker-Medaille 2020

Berlin. Der Dachverband der Bibliotheksverbände, Bibliothek & Information Deutschland (BID), verleiht die Karl-Preusker-Medaille 2020 an den gemeinnützigen Verein Wikimedia Deutschland. Die Bundesvereinigung würdigt damit die jahrzehntelange Partnerschaft, die Bibliotheken und Wikimedia seit der Gründung des Vereins 2004 verbindet. Die Preisverleihung fand am 18. November als Digitalveranstaltung statt und wurde von der Universität Rostock im Internet

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Erster BIB-Demokratietreff am 19. November

Reutlingen. Ein Austausch über Demokratie in  Bibliotheken? Sind Veranstaltungen zum Miteinander-reden in der Gesellschaft überhaupt ein Thema für Bibliothekarinnen und Bibliothekare? Die Teilnehmenden des diesjährigen BIB-Sommerkurses zu “Demokratiekompetenz in Bibliotheken“ bejahen dies: In einigen Bibliotheken wurden bereits Kooperationen geschlossen und sind Veranstaltungen in Planung, der BIB-Demokratietreff –  als vierteljährlich offenes Treffen –  ist so entstanden

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Stark durch schwierige Zeiten

Böhl-Iggelheim. Unter dem Motto »Stark durch schwierige Zeiten – Jetzt das Immunsystem Ihrer Bibliothek stärken« lädt OCLC am 8. und 9. Dezember zum 16. Bibliotheksleitertag als Online-Veranstaltung ein. Die vergangenen Monate und die aktuelle Corona-Situation waren und bleiben für viele Bibliotheken eine riesige Herausforderung mit zahlreichen Unbekannten. Ganz neue Aufgaben müssen bewältigt und neue Konzepte

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9. InnoCamp findet virtuell statt

Das 9. InnoCamp findet an den Nachmittagen des 4. bis 6. November 2020 ab jeweils 14 Uhr bzw. 15 Uhr statt. Veranstaltet wird die Tagung von dem bibliothekarischen Blog »Bibliothek 20+«. Gastgeber ist dieses Jahr die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Treffen virtuell statt. Das InnoCamp dient dem jährlichen informellen Austausch

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Lesesaal

Mit Bourdieu in der Bibliothek – Ein kritischer Blick auf aktuelle Bibliotheksräume

»Die feinen Unterschiede« (Bourdieu 2016) berichten über eine großangelegte französische Studie einer Arbeitsgruppe um Pierre Bourdieu, welche in den 1970er-Jahren der Frage nachging, wie sich in der Bevölkerung Geschmack verteilt. Die Studie war empirisch angelegt und umfasste mehrere tausend Interviews, die bei Personen daheim durchgeführt wurden. Dabei wurden zum Beispiel Angaben zu deren Wohnstil aufgenommen

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Öffentliche Bibliothek

Bibliothek, Geretsried, Gaming, Virtual-Reality-Brillen

Zukunftsperspektiven kleinerer Bibliotheken am Beispiel Bayerns

  Das Bibliothekswesen in Deutschland ist vielfältig und heterogen – das ist spätestens dann spürbar, wenn in nicht-bibliothekarischen Kreisen das Thema auf die ganze Bandbreite aus Wissenschaftlichen Bibliotheken, Öffentlichen Bibliotheken, Sektionen, Spezialbibliotheken und Verbänden kommt. Nachfragen sind selten, ungläubiges Stirnrunzeln dagegen ist öfter wahrzunehmen. Ein Artikel über »Zukunftsperspektiven kleiner Bibliotheken« scheint einfach und klar abzugrenzen

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Tarif

Höhergruppierungsanträge im Bereich des TV-L

Die umfangreichen Änderungen bei der Eingruppierung im Bereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) wurden bereits im vergangenen Heft (BuB 71(2019)11, S. 624-627) dargestellt: Bibliotheksbeschäftigte werden ab 1. Januar 2020 nicht mehr nach »Speziellen Tätigkeitsmerkmalen (TM)«, bisher in Teil II.1 der Entgeltordnung (EGO), eingruppiert, sondern nach den »Allgemeinen TM« des Teils I.

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Politik

»Chemnitz diskutiert« als Vorbild für Bibliotheken?

  »Wir wollen, dass Sie schöner streiten!«[1] Ein spannendes Projekt, für das sich die Bibliotheken öffnen möchten – und das nicht zuletzt auch Potenzial für den Umgang mit rechter Literatur bietet. In Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften scheint, braucht es neue Möglichkeiten, (wieder) miteinander ins Gespräch zu kommen. Gestritten in der Sache wurde auch

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Wissenschaftliche Bibliothek

Blick auf die Fassade. Foto: ARGE Aktienspinnerei

Erst Spinnerei, dann Universitätsbibliothek

  Für die Universitätsbibliothek und das Universitätsarchiv Chemnitz wird ein alter Industriebau modernisiert – die Alte Aktienspinnerei. Das Gebäude behält den Charakter eines Fabrikgebäudes aus dem 19. Jahrhundert und wird eine moderne Bibliothek beherbergen, die rund um die Uhr geöffnet haben wird. Es entsteht eine sehr besondere Bibliothek, die nicht nur ein Speicher für gedruckte

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