Nachrichten

Virtuelle Äppler-Lectures des BIB auf der #fbm20

Seit fast 10 Jahren ist der BIB auf der Frankfurter Buchmesse präsent, und auch 2020 – wo dann doch alles virtuell erfolgt – setzen wir zumindest eine Handvoll Themen. Welch besseres Motto könnte die #fbm20 für dieses Jahr gefunden haben als All together now! Wir vermissen jetzt bereits den Messetrubel, das Zusammenarbeiten mit dem Hochschulen

[weiterlesen …]

New Order – Smart Catalog

Erste Ordnungssysteme entstanden, als in der Antike Bibliotheksbestände wuchsen. Diese waren auf Schriftrollen verzeichnet. Im Mittelalter gab es dann Kapsel- und Bandkataloge, später Blatt- und Zettelkataloge. Vom analogen zum elektronischen Katalog, dem OPAC, dauerte es Jahrhunderte. Heute sind Kataloge digital. Und genutzt werden sie nicht mehr statisch, sondern intuitiv, interaktiv und mobil. Sie sind vernetzt, Inhalte lassen sich weiterleiten, enthalten strukturierten Content wie Abstracts, Images oder Empfehlungen. Hierdurch haben Kataloge eine ganz neue Funktionalität. Sie erhalten durch ihre webbasierten Anwendungsmöglichkeiten inhaltlichen und funktionalen Mehrwert gegenüber früheren haptischen Katalogen. Heutige Kataloge sind mittels Suchmaschinen erreichbar, verbünden sich, bieten als Discovery-System parallelen Zugriff auf diverse Datensysteme. Deren Erfassung und Recherche ist nicht mehr »einseitig« wie bei Katalogkarten. Es gibt vielseitige Möglichkeiten, durch neue Ordnungsprinzipien: »New Order«.

Der Kern eines jeden Katalogs ist auf der einen Seite die Erfassung von Daten und auf der anderen die Suchmöglichkeit nach Informationen. Oder hat sich dieses Prinzip auch geändert? Wenn die Primärquellen durch Algorithmen ergänzt werden, wie wir es von Google, Facebook und Co. kennen, könnten neben Suchprofilen auch Bewegungs- und andere Nutzungsprofile in die Kataloge mit einfließen? Dann würden diese Verzeichnisse nicht mehr wie bisher passive Nachweis- und Recherchesysteme sein, keine ruhenden Datenbanken, sondern zu aktiven Datenräumen werden, die kaum mehr an die antik-mittelalterlichen Kataloge erinnern lassen.

Die Suchoberfläche der Karteikarte wurde zum Suchschlitz – dieser wird nun zu einem virtuellen Suchraum, Big Data und Cloud machen es möglich. Virtuelle Räume existieren bereits und unsere physische Umgebung erhält ein immer virtuelleres Umfeld. Alles ist recherchierbar. Wir befinden uns bereits in einem digital-urban-virtuellen Umfeld namens »Smart-City«, deren smarte Umgebung verschiedenste Datenquellen eröffnet. Sind also durch die Digitalisierung des Urbanen nun wieder neue Ordnungsprinzipien nötig? Werden wir als Anwender, Bürger und Interessierte durch unser Rechercheverhalten selbst zu Datenquellen, werden Teil des »Smart Catalog«? Durch AR, VR und sprachgesteuerte KI lassen sich Anfragen, Social-Media-Einträge, Bewegungsprofile und Onlineverbindungen verorten und personifizieren – und das so smart, dass wir es meist nicht merken – doch ist das in Ordnung?

Dr. Dirk Wissen, BuB-Herausgeber

Editorial aus BuB 08-09/2020

BuB-Heft 08-09/2020

SCHWERPUNKT Smart City

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Oktober 2020: Frankfurter Buchmesse
  • November 2020: Obdachlosigkeit
  • Dezember 2020: Homeoffice

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Nachrichten

Mobile Bibliothek der Dinge

Rendsburg. Ob Lochzange, Akkuschrauber, Bluetooth-Lautsprecher oder Sportgeräte wie Slackline und Faszienrollen – in den Büchereien in Schleswig-Holstein können jetzt auch Alltagsgegenstände ausgeliehen werden. Möglich macht das ein neues Projekt der Büchereizentrale Schleswig-Holstein: Die Mobile Bibliothek der Dinge unterstützt Öffentliche Bibliotheken im Land, ihr Angebot zu erweitern und temporär neben Büchern, Zeitschriften, DVDs und digitalen Medien

[weiterlesen …]

Deutscher Jugendliteraturpreis wird in Berlin vergeben

Berlin. Die Vergabe des Deutschen Jugendliteraturpreises ist das jährliche Highlight der Kinder- und Jugendliteraturszene. Doch dieses Jahr erlauben die Corona-Sicherheitsvorschriften keine Events mit großem Publikum. Die Preisverleihung findet somit zwar zum gewohnten Termin, am Buchmessefreitag, 16. Oktober um 17.30 Uhr, statt, dafür aber an einem neuen Veranstaltungsort. Bundesjugendministerin Franziska Giffey wird die Sieger im Berliner

[weiterlesen …]

Verbrechen der Gestapo digital sichtbar machen

Hannover.  Wo befanden sich Orte des Gestapoterrors im heutigen Niedersachsen? Welche Gebäude nutzte die politische Polizei während des Nationalsozialismus? Wo waren die Dienstsitze, wo die Haftstätten der Geheimen Staatspolizei? Welche Bedeutung hatten Verkehrsmittel und -wege, Fernmeldewesen und Post für die damalige Standortwahl? Antworten auf diese Fragen soll das Projekt »Orte des Gestapoterrors im heutigen Niedersachsen«

[weiterlesen …]

Frankfurter Buchmesse ohne Hallenausstellung

Frankfurt am Main / Leipzig. Die Frankfurter Buchmesse (14.-18. Oktober 2020) findet statt – allerdings zum ganz überwiegenden Teil virtuell. Die klassische Hallenausstellung in diesem Jahr ist pandemiebedingt kurzfristig abgesagt worden. Die Organisatoren begründeten ihre Entscheidung: »Aufgrund der aktuell geltenden Reisebeschränkungen können zahlreiche Länderstände nicht wie geplant umgesetzt werden. Auch macht die ab 1. Oktober

[weiterlesen …]

Lesesaal

Mit Bourdieu in der Bibliothek – Ein kritischer Blick auf aktuelle Bibliotheksräume

»Die feinen Unterschiede« (Bourdieu 2016) berichten über eine großangelegte französische Studie einer Arbeitsgruppe um Pierre Bourdieu, welche in den 1970er-Jahren der Frage nachging, wie sich in der Bevölkerung Geschmack verteilt. Die Studie war empirisch angelegt und umfasste mehrere tausend Interviews, die bei Personen daheim durchgeführt wurden. Dabei wurden zum Beispiel Angaben zu deren Wohnstil aufgenommen

[weiterlesen …]

Öffentliche Bibliothek

Bibliothek, Geretsried, Gaming, Virtual-Reality-Brillen

Zukunftsperspektiven kleinerer Bibliotheken am Beispiel Bayerns

  Das Bibliothekswesen in Deutschland ist vielfältig und heterogen – das ist spätestens dann spürbar, wenn in nicht-bibliothekarischen Kreisen das Thema auf die ganze Bandbreite aus Wissenschaftlichen Bibliotheken, Öffentlichen Bibliotheken, Sektionen, Spezialbibliotheken und Verbänden kommt. Nachfragen sind selten, ungläubiges Stirnrunzeln dagegen ist öfter wahrzunehmen. Ein Artikel über »Zukunftsperspektiven kleiner Bibliotheken« scheint einfach und klar abzugrenzen

[weiterlesen …]

Tarif

Höhergruppierungsanträge im Bereich des TV-L

Die umfangreichen Änderungen bei der Eingruppierung im Bereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) wurden bereits im vergangenen Heft (BuB 71(2019)11, S. 624-627) dargestellt: Bibliotheksbeschäftigte werden ab 1. Januar 2020 nicht mehr nach »Speziellen Tätigkeitsmerkmalen (TM)«, bisher in Teil II.1 der Entgeltordnung (EGO), eingruppiert, sondern nach den »Allgemeinen TM« des Teils I.

[weiterlesen …]

Politik

»Chemnitz diskutiert« als Vorbild für Bibliotheken?

  »Wir wollen, dass Sie schöner streiten!«[1] Ein spannendes Projekt, für das sich die Bibliotheken öffnen möchten – und das nicht zuletzt auch Potenzial für den Umgang mit rechter Literatur bietet. In Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften scheint, braucht es neue Möglichkeiten, (wieder) miteinander ins Gespräch zu kommen. Gestritten in der Sache wurde auch

[weiterlesen …]

Wissenschaftliche Bibliothek

Blick auf die Fassade. Foto: ARGE Aktienspinnerei

Erst Spinnerei, dann Universitätsbibliothek

  Für die Universitätsbibliothek und das Universitätsarchiv Chemnitz wird ein alter Industriebau modernisiert – die Alte Aktienspinnerei. Das Gebäude behält den Charakter eines Fabrikgebäudes aus dem 19. Jahrhundert und wird eine moderne Bibliothek beherbergen, die rund um die Uhr geöffnet haben wird. Es entsteht eine sehr besondere Bibliothek, die nicht nur ein Speicher für gedruckte

[weiterlesen …]