Nachrichten

2. Bibliothekspolitischer Bundeskongress: Bibliotheken im digitalen Wandel

Berlin. Bibliotheken gehören zu den wenigen Einrichtungen, die trotz coronabedingter Gebäudeschließungen zahlreiche Online-Services zur Verfügung stellen sowie neue digitale Bibliotheksformate anbieten. Das zeigt: Bibliotheken fungieren auch digital als öffentliche Räume und ermöglichen Zugang zu Informationen und Wissen. Wie aber müssen sich Bibliotheken zukünftig noch besser aufstellen, um den stetig wachsenden digitalen Anforderungen gerecht zu werden?

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Die Chancen der Vielfalt nutzen

Das Konzept der Diversität ist allgegenwärtig und inzwischen in zahlreichen Statuten und Gesetzen verankert. Das ist gut so. Doch viel wichtiger ist es, das Konzept der Vielfalt im Alltag zu leben. Das gebietet nicht nur die Achtung der Menschenwürde, sondern bringt auch handfeste Vorteile. Studien zur Genese von Innovation und Kreativität – entscheidende Voraussetzungen, um die großen Herausforderungen der Menschheit zu bewältigen – bestätigen durchgehend, dass der Kreative nicht nur in der eigenen Community zu Hause ist, sondern über den Horizont schauen kann. Bibliotheken sind ideale Orte, um dieses Klima der Offenheit und Weitsicht zu fördern. Sie können Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion, verschiedenen Alters, sexueller Orientierungen und sozialer Schichten zusammenbringen und so dazu beitragen, Vorurteile und kulturelle Missverständnisse abzubauen, indem sie eine echte Willkommenskultur vorleben.

In vielen Bibliotheken geschieht das bereits, wie die Berichte der aktuellen BuB-Ausgabe im Themenschwerpunkt »Diversität« ab Seite 98 zeigen. Bibliotheken schaffen es dabei, sich weit über die reine Medienausleihe hinaus als Herz einer zunehmend diversen Gesellschaft zu positionieren. Dazu ist es aber notwendig, neben der Berücksichtigung von interkulturellen Aspekten beim Bestandsaufbau, weitere Dienstleistungen anzubieten, die das Zusammenleben fördern; das kann von der offenen Diskussion mit gesellschaftlichen Randgruppen über barrierefreie Zugänge bis zur gemeinsamen interkulturellen Feier reichen. Ganz zentral dabei: Alle Versuche, Diversität in der Bibliothek zu fördern, sind nur überzeugend, wenn die Vielfalt auch im eigenen Personalmanagement vorgelebt wird. Das heißt, die Diversität der Bevölkerung muss sich in der Belegschaft spiegeln.

Für Bibliotheken, die das Themenfeld bisher noch nicht so stark im Blickfeld haben, bietet der Berufsverband Information Bibliothek (BIB) mit vielen Veranstaltungen und Angeboten eine perfekte Möglichkeit für einen niedrigschwelligen Einstieg: zum Beispiel den zweiten Teil der Fortbildung »Miteinander reden: Demokratiearbeit erfolgreich gestalten«, die vom 1. bis 3. März online stattfindet, genauso die Teilnahme an der bundesweiten Aktionswoche für Meinungsfreiheit (3. bis 10. Mai) oder am Tag der offenen Gesellschaft (19. Juni). In allen Fällen stellt der BIB Info- und Arbeitsmaterialien bereit – Kontakt: bitte-stoeren@bib-info.de

Bernd Schleh, Leitender BuB-Redakteur

Editorial aus BuB 02-03/2021

BuB-Heft 02-03/2021

SCHWERPUNKT Diversität

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • April 2021: Schulbibliothek
  • Mai 2021: Corona-Zwischenbilanz
  • Juni 2021: Bibliothekartag 2021

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Nachrichten

Appell für digitale Teilhabe

Berlin. Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf immer mehr Lebensbereiche. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen nochmals beschleunigt. Gerade jetzt zeigt sich besonders deutlich: Digitale Teilhabe ist zunehmend auch Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Mit dem Appell der Initiative »Digital für alle«, der auch der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) angehört, setzt sich der dbv dafür ein, digitale Teilhabe und

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Die »Nacht der Bibliotheken« in NRW geht ins Netz

Eine gute Nachricht in Corona-Zeiten: Die »Nacht der Bibliotheken« findet, wie geplant, am 19. März 2021 statt. Da davon auszugehen ist, dass, wenn überhaupt, nur wenig Publikum in die Bibliotheken kommen darf, tut sie, was Bibliotheken mit ihren digitalen Angeboten auch in pandemiefreien Zeiten längst erfolgreich tun: Sie bringt ihre Angebote direkt zu den Interessenten

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BuB-Herausgeber gesucht!

Reutlingen. »BuB – Forum Bibliothek und Information« ist die am weitesten verbreitete, spartenübergreifende Fachzeitschrift für den Bibliotheks- und Informationssektor im deutschsprachigen Raum. Wesentlicher Bestandteil des Publikationskonzepts ist das BuB-Herausgebergremium. Die drei Herausgeber/-innen bestimmen zusammen mit der hauptamtlichen Redaktion Inhalt und Ausrichtung der Fachzeitschrift. Einer der Herausgeber/-innen gehört laut Statut der Zeitschrift dem BIB-Bundesvorstand an, die

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Bewerbung möglich: »Bibliothek des Jahres Baden-Württemberg 2021« gesucht

Stuttgart. Der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und die Sparkassen in Baden-Württemberg schreiben die Auszeichnung »Bibliothek des Jahres Baden-Württemberg 2021« aus. Wie der dbv mitteilit, können Öffentliche Bibliotheken mit hauptamtlicher Leitung ihre Bewerbung ab sofort eingereichen. Der dbv und die Sparkassen vergeben die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung »Bibliothek des Jahres Baden-Württemberg« seit 2019

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Lesesaal

Mit Bourdieu in der Bibliothek – Ein kritischer Blick auf aktuelle Bibliotheksräume

»Die feinen Unterschiede« (Bourdieu 2016) berichten über eine großangelegte französische Studie einer Arbeitsgruppe um Pierre Bourdieu, welche in den 1970er-Jahren der Frage nachging, wie sich in der Bevölkerung Geschmack verteilt. Die Studie war empirisch angelegt und umfasste mehrere tausend Interviews, die bei Personen daheim durchgeführt wurden. Dabei wurden zum Beispiel Angaben zu deren Wohnstil aufgenommen

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Öffentliche Bibliothek

Bibliothek, Geretsried, Gaming, Virtual-Reality-Brillen

Zukunftsperspektiven kleinerer Bibliotheken am Beispiel Bayerns

  Das Bibliothekswesen in Deutschland ist vielfältig und heterogen – das ist spätestens dann spürbar, wenn in nicht-bibliothekarischen Kreisen das Thema auf die ganze Bandbreite aus Wissenschaftlichen Bibliotheken, Öffentlichen Bibliotheken, Sektionen, Spezialbibliotheken und Verbänden kommt. Nachfragen sind selten, ungläubiges Stirnrunzeln dagegen ist öfter wahrzunehmen. Ein Artikel über »Zukunftsperspektiven kleiner Bibliotheken« scheint einfach und klar abzugrenzen

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Tarif

Höhergruppierungsanträge im Bereich des TV-L

Die umfangreichen Änderungen bei der Eingruppierung im Bereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) wurden bereits im vergangenen Heft (BuB 71(2019)11, S. 624-627) dargestellt: Bibliotheksbeschäftigte werden ab 1. Januar 2020 nicht mehr nach »Speziellen Tätigkeitsmerkmalen (TM)«, bisher in Teil II.1 der Entgeltordnung (EGO), eingruppiert, sondern nach den »Allgemeinen TM« des Teils I.

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Politik

»Chemnitz diskutiert« als Vorbild für Bibliotheken?

  »Wir wollen, dass Sie schöner streiten!«[1] Ein spannendes Projekt, für das sich die Bibliotheken öffnen möchten – und das nicht zuletzt auch Potenzial für den Umgang mit rechter Literatur bietet. In Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften scheint, braucht es neue Möglichkeiten, (wieder) miteinander ins Gespräch zu kommen. Gestritten in der Sache wurde auch

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Wissenschaftliche Bibliothek

Blick auf die Fassade. Foto: ARGE Aktienspinnerei

Erst Spinnerei, dann Universitätsbibliothek

  Für die Universitätsbibliothek und das Universitätsarchiv Chemnitz wird ein alter Industriebau modernisiert – die Alte Aktienspinnerei. Das Gebäude behält den Charakter eines Fabrikgebäudes aus dem 19. Jahrhundert und wird eine moderne Bibliothek beherbergen, die rund um die Uhr geöffnet haben wird. Es entsteht eine sehr besondere Bibliothek, die nicht nur ein Speicher für gedruckte

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