Nachrichten

Unterwegs zur Lernenden Bibliothek

Dony, Carina: Working Out Loud zur Unterstützung der Lernenden Bibliothek. Wiesbaden: b.i.t.verlag gmbh, 2020. 94 Seiten (BIT online innovativ; 77) ISBN 978-3-9821824-0-7 – Broschur: EUR 24,50 Die Autorin Carina Dony gehört zu den Preisträger/-innen des b.i.t.online-Innovationspreises 2020. Ihre prämierte Bachelorarbeit an der Hochschule Hannover ist Inhalt des vorliegenden Buches. Sie stellt darin die Methode Working

[weiterlesen …]

Digital - Erbe - Kultur

Der aktuelle BuB-Schwerpunkt lautet »Kulturerbe digital« und Sie werden hierzu interessante Beiträge finden. Aber drehen Sie die Worte doch mal um, dann lautet es »Digitales Kulturerbe«. Es entsteht gleich eine andere Bedeutung bezüglich des Erbes, welches unsere Digitalgesellschaft hinterlassen wird. Werden es beispielsweise Digitalkunstwerke mit NFT-Echtheitszertifikaten, E-Books mit Nutzungsrechten oder Online-Konten mit ein paar Bitcoins sein? Was werden wir, abgespeichert auf riesigen Serverfarmen, zurücklassen? Dass unsere Gesellschaft ein immaterielles Erbe hinterlassen wird, steht außer Frage, doch werden Bibliotheken dieses pflegen, bewahren und zugänglich machen? Und sind Grenzen gesetzt, wo Social Media beginnt?

Nein, denn Unterhaltung und Vergnügen gehören zur gesellschaftlichen Freizeitgestaltung und sind somit Teil unserer Populärkultur. Diese ist wiederum Teil unserer Freiheit, die mitunter durch Kunst, Literatur und Musik bedient wird. Ein Beispiel: Der Dichter und Sammler Hoffmann von Fallersleben bediente die Kunst, Literatur und Musik und sein 1842 veröffentlichtes Volkslied »Die Gedanken sind frei« ist Kulturgut. Die Melodie, der Notentext und Hintergrundinformationen sind vielfach und einfach online gemeinfrei zugänglich. Doch stimmen wir bei deren Nutzung beispielsweise Cookies zu und geben etwas von unserer digitalen Identität preis. Wir hinterlassen digitale Fingerabdrücke mit persönlichen Daten. Etwas beängstigend, denn dies ermöglicht Geheimdiensten gegen Aktivisten vorzugehen, sodass Blogger sogar aus Flugzeugen geholt werden, um deren Freiheit zu rauben. Deren Gedanken sind nicht mehr frei. Doch Fallersleben beschwört, dass die Gedanken frei sind, sie können fliehen, Inhaftierte nicht.

Unser Kulturerbe zugänglich zu machen ist eine der wichtigsten Aufgaben von Bibliotheken. Entsprechend werden Dokumente retrodigitalisiert und langzeitarchiviert. Hierdurch finden sich tiefgreifende Daten in der »Europeana« und der »Deutschen Digitalen Bibliothek«. Darüber hinaus bietet das Hackathon »Coding Da Vinci« einen interaktiven Umgang mit offenen Kulturdaten in Form kollaborativer Veranstaltungen. Auch durch solche Aktivitäten entwickelt sich unsere gegenwärtige Kultur immer mehr zu einer »Digitalkultur«. Alles lobenswert! Doch in wie weit ist es Aufgabe von Bibliotheken, die Gedanken- und somit Meinungsfreiheit zu pflegen, zu schützen und allgemein zugänglich zu machen?

Dr. Dirk Wissen, BuB-Herausgeber

Editorial aus BuB 07/2021

BuB-Heft 07/2021

SCHWERPUNKT Kulturerbe digital

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • August/September 2021: Bildungslücken schließen
  • Oktober 2021: Frankfurter Buchmesse
  • November 2021: Bibliothekartag umbenennen?

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Nachrichten

Erinnerung braucht Raum

  Berlin. Mitten in Berlin ist das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung entstanden. Ende Juni eröffnete die gleichnamige Stiftung diesen Ort geschichtlicher Bildung und lebendiger Debatten. Im ersten Obergeschoss des Gebäudes gibt es eine Bibliothek mit einem Zeitzeugenarchiv, die im Sinne Dritter Orte zum Verweilen und zu Gesprächen einlädt und vom niederländsichen Architekten Aat Vos entworfen

[weiterlesen …]

Nicht wegducken!

Es ist weit mehr als ein Gefühl, die Zeiten werden rauher: zunehmender Antisemitismus, Homophobie, religiöse Intoleranz, Querdenker, Fake News…  Die Gesellschaft ist nicht zuletzt durch die Corona-Krise mit sich verschärfenden Konflikten konfrontiert – und damit auch die Bibliotheken. Deren Medienangebot wird in der Öffentlichkeit zusehends kritischer wahrgenommen. Hinzu kommt: Die Zahl der Medien mit zweifelhaftem

[weiterlesen …]

Nachlese zum 109. Deutschen Bibliothekartag

  Es ist ein ausgewöhnlicher Bibliothekartag 2021. Nachdem die größte Fortbildungsveranstaltung für alle in Bibliotheken und im Informationssektor beschäftige Menschen im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, wurde die Veranstaltung in diesem Jahr hybrid organisiert. Vom 16. bis 18. Juni wurde das Programm virtuell übertragen, in Bremen, dem ursprünglich geplanten Veranstaltungsort, gab es zudem

[weiterlesen …]

»Medienrummel – Beruf mit Buch«: die digitale Buchmesse der Gutenbergschule Leipzig

Jedes Jahr haben die Buchhändler aus dem 2. Lehrjahr und die Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMIs) aus dem 3. Lehrjahr der Gutenbergschule Leipzig einen eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse. Mit diesem Praxisprojekt wurde das bisher Gelernte praktisch umgesetzt. Aufgrund der erneuten Absage der Buchmesse 2021 musste ein Alternativprojekt auf die Beine gestellt werden.

[weiterlesen …]

Lesesaal

Inklusive Sprache in der Online-Kommunikation von Bibliotheken – eine Analyse

Sprache schafft Realität. Sprache ist im Wandel. Schon immer hat sich die Sprache geändert, nicht nur die Rechtschreibung, sondern auch die Worte und deren Bedeutung sind einem steten Wandel unterworfen. Dieser Wandel führt auch dazu, dass man mit der Art, wie wir Menschen im schriftlichen Bereich ansprechen, verschiedene Gruppen aus- oder einschließen kann. Wurde früher

[weiterlesen …]

Diversity

Sexismus, Bundeszentrale für politische Bildung, BIB, bpb, Berufsverband Information Bibliothek, Somemrkurs

Sexismus begegnen: Hinschauen, Handeln, Haltung zeigen

  Was heißt eigentlich Sexismus? Wie gehe ich damit um, wenn mir im (Berufs-)Alltag sexuelle Diskriminierung begegnet? Wie reagiert man am besten auf sogenannte Hate Speech? Diese Leitfragen beschäftigten die Teilnehmer*innen des Workshops »Sexismus begegnen«, der in das Format der BIB-Sommerkurse 2020 zum Thema Demokratiekompetenz eingebettet war. Als Element einer sechsteiligen Webinarreihe, die aus einem

[weiterlesen …]

Tarif

So geht Eingruppierung jetzt

1978 erschien erstmals eine Handreichung[1], die die Tätigkeitsmerkmale der Vergütungsordnungen des Bundes-Angestelltentarifvertrags mit konkret beschriebenen Arbeitsvorgängen in Bibliotheken verknüpfte, wenn auch nur in Wissenschaftlichen Bibliotheken. 1999 und 2000 folgten, jetzt unter der Regie des Deutschen Bibliotheksinstituts und unter Einbeziehung der bibliothekarischen Berufsverbände, Neufassungen sowohl für Öffentliche[2] wie für Wissenschaftliche[3] Bibliotheken (AVÖB-1999, AVWB-2000). Sie folgten dem

[weiterlesen …]

Bau

Mit Bourdieu in der Bibliothek – Ein kritischer Blick auf aktuelle Bibliotheksräume

»Die feinen Unterschiede« (Bourdieu 2016) berichten über eine großangelegte französische Studie einer Arbeitsgruppe um Pierre Bourdieu, welche in den 1970er-Jahren der Frage nachging, wie sich in der Bevölkerung Geschmack verteilt. Die Studie war empirisch angelegt und umfasste mehrere tausend Interviews, die bei Personen daheim durchgeführt wurden. Dabei wurden zum Beispiel Angaben zu deren Wohnstil aufgenommen

[weiterlesen …]

Öffentliche Bibliothek

Bibliothek, Geretsried, Gaming, Virtual-Reality-Brillen

Zukunftsperspektiven kleinerer Bibliotheken am Beispiel Bayerns

  Das Bibliothekswesen in Deutschland ist vielfältig und heterogen – das ist spätestens dann spürbar, wenn in nicht-bibliothekarischen Kreisen das Thema auf die ganze Bandbreite aus Wissenschaftlichen Bibliotheken, Öffentlichen Bibliotheken, Sektionen, Spezialbibliotheken und Verbänden kommt. Nachfragen sind selten, ungläubiges Stirnrunzeln dagegen ist öfter wahrzunehmen. Ein Artikel über »Zukunftsperspektiven kleiner Bibliotheken« scheint einfach und klar abzugrenzen

[weiterlesen …]