Robert Zepf, SUB Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg - Carl von Ossietzky, Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Universität Hamburg, Universität Rostock, Rostock, Universitätsbibliothek Rostock

Nachrichten

Robert Zepf wird neuer Direktor der SUB Hamburg

Der Senat der Hansestadt Hamburg hat die Ernennung von Robert Zepf zum Direktor der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg – Carl von Ossietzky (SUB) beschlossen. Wie die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung mitteilt, ist der Amtsantritt für den 1. September 2019 geplant. Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit soll unter anderem auf dem Ausbau der Digitalisierungsstrategie der

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Spiegelpositionen

Immer wieder erscheinen Bücher mit rechten Tendenzen auf der Bestsellerliste des »Spiegel« und auf anderen Auswahllisten. Können Bibliotheken dabei noch neutral sein oder sollten sie eine kritische Haltung einnehmen? Eine Richtschnur bietet unser Ethik-Kodex, der den freien Zugang zu Informationen empfiehlt, ebenso wie Bestandskonzepte, die aktuelle und schnelle Verfügung empfehlen. So wird oft die Position vertreten, dass Bibliotheksangebote ein »Spiegel der Gesellschaft« sein sollten, weshalb auch rechte Literatur in den Bestand gehört. Doch sollten nicht umgekehrt Bibliotheken der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und eine klare Haltung zeigen, indem sie »Nein!« zu rechter Literatur sagen? Denn Informationsfreiheit hin oder her: Rechte Literatur stellt die Menschenwürde infrage und ist demokratiefeindlich.

Wir stecken also in einem Dilemma. Um aus dieser Misere heraus zu kommen, können Bibliotheken nicht neutral bleiben, sondern müssen eine klare Position beziehen. Wenn rechter Mainstream in die Regale gelangt, wird damit für informationelle Grundversorgung gesorgt oder einfach ein unterwanderter Medienmarkt durch Automatismen, wie zum Beispiel Standing Order, bedient? Denn Gesinnungsliteratur versucht nicht nur unsere Köpfe zu manipulieren, die Verlage manipulieren auch den Medienmarkt. Wenn rechte Literatur in den Regalen steht, wird eben nicht nur für freien Informationszugang gesorgt, sondern es werden mitunter falsche Informationen verbreitet. Und wenn wir Literatur mit antisemitischen, diskriminierenden, menschenunwürdigen oder verfassungsfeindlichen Inhalten öffentlich ausstellen, in wie weit machen wir uns dann strafbar? Deshalb ist es im Sinne des Bestandsmanagements unsere fachliche Aufgabe, auszuwählen, zu filtern, zu sondieren. Was wir dabei praktizieren, ist nicht Zensur, sondern es werden Bedarfe bedient und nicht ein extremistischer Markt gefördert.

So könnte unsere Position lauten: »Offen für alle Bürger, aber nicht offen für alle Inhalte!« Unser Medienbestand sollte die Bedarfe einer »Offenen Gesellschaft« bedienen und nicht den Markt einer rechten Gesinnung. Und die einzige rechte Einstellung, die wir dabei haben sollten, ist die, in unseren Bibliotheken Medien von links nach rechts sortiert ins Regal zu stellen. Lesen Sie dazu mehr im Themenschwerpunkt dieser BuB-Ausgabe.

Dr. Dirk Wissen, BuB-Herausgeber

Editorial aus BuB 6/2019

BuB-Heft 6/2019

SCHWERPUNKT Streitfall rechte Literatur

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Juli 2019: Partizipation
  • August/September 2019: Internationalisierung
  • Oktober 2019: Frankfurter Buchmesse

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Nachrichten

Hannelore Vogt erhält Karl-Preusker-Medaille 2019

Der Dachverband der Bibliotheksverbände, Bibliothek & Informati­on Deutschland (BID), verleiht die Karl-Preusker-Medaille 2019 an die Direktorin der Stadtbibliothek Köln, Hannelore Vogt. Wie die Bundesvereinigung mitteilt, würdigt sie damit Vogts innovatives Denken und Handeln, mit dem sie die Stadtbibliothek Köln zu einer der attraktivsten Kultur- und Bildungsreinrichtungen vergleichbarer Art in Europa gemacht habe. Sie habe dadurch

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Auf in den ländlichen Raum!

Vergangene Woche fand am Donnerstag den 13. und Freitag, den 14. Juni das erste Netzwerk- und Qualifizierungstreffen im Drittmittelprojekts Miteinander Reden statt. Der BIB hat sich mit dem Projekt „Wir möchten, dass Sie schöner streiten. Bibliotheken als kommunale Arena of Debate“ erfolgreich beworben. Im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung organisierte der Projekträger labconcepts die

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»Chemnitz diskutiert« als Vorbild für Bibliotheken?

  »Wir wollen, dass Sie schöner streiten!«[1] Ein spannendes Projekt, für das sich die Bibliotheken öffnen möchten – und das nicht zuletzt auch Potenzial für den Umgang mit rechter Literatur bietet. In Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften scheint, braucht es neue Möglichkeiten, (wieder) miteinander ins Gespräch zu kommen. Gestritten in der Sache wurde auch

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Digitaloffensive für Öffentliche Bibliotheken in Rheinland-Pfalz

Mainz. Mit einem Sonderprogramm »Digitaloffensive Öffentliche Bibliotheken Rheinland-Pfalz 2019-2020« hilft das Land den Öffentlichen Bibliotheken in Dörfern, Verbandsgemeinden und Städten in Rheinland-Pfalz bei der schnellen Digitalisierung. Für das Jahr 2019 stellt das Land zusätzliche Mittel von 350.000 Euro, für das Jahr 2020 von 150.000 Euro zur Verfügung. Die Förderung wird durch das Landesbibliothekszentrum (LBZ) vergeben.

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Wissenschaftliche Bibliothek

Blick auf die Fassade. Foto: ARGE Aktienspinnerei

Erst Spinnerei, dann Universitätsbibliothek

  Für die Universitätsbibliothek und das Universitätsarchiv Chemnitz wird ein alter Industriebau modernisiert – die Alte Aktienspinnerei. Das Gebäude behält den Charakter eines Fabrikgebäudes aus dem 19. Jahrhundert und wird eine moderne Bibliothek beherbergen, die rund um die Uhr geöffnet haben wird. Es entsteht eine sehr besondere Bibliothek, die nicht nur ein Speicher für gedruckte

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Öffentliche Bibliothek

Ein Blick zurück auf die Volksbibliothekare im Dritten Reich

Volksbibliothekare im Nationalsozialismus: Handlungsspielräume, Kontinuitäten, Deutungsmuster. Herausgegeben von Sven Kuttner und Peter Vodosek. Wiesbaden: Harrassowitz 2017 (in Kommission). 324 Seiten: Illustrationen. (Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens; 50) ISBN 978-3-447-10720-4; ISSN 0724-9586 – Festeinband, EUR 74, –. Unübersehbar ist die Spur der Beschäftigung mit der Geschichte der öffentlichen Bibliotheken, die Peter Vodosek hinter sich herzieht

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Bau

School 7

School 7: IFLA-Bibliothek des Jahres 2018

  Die niederländische Bibliothek »School 7« wurde auf dem Kongress der International Federation of Library Associations (IFLA) im August zur »Public Library of the Year 2018« ernannt. Der internationale Preis zeichnet neue und innovative Bibliotheken aus. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Art und Weise, wie die Bibliothek in Den Helder mit lokalen Partnern

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Politik

Nachhaltigkeit, Bibliotheken, Agenda 2030

Agenda 2030: Mit kleinen Maßnahmen Großes bewirken

Wir erleben mittlerweile hautnah, dass unsere Welt im Umbruch ist. Wetterbedingte Katastrophen weltweit kündigen an, was Wissenschaftler uns schon lange prognostizieren. Wir wissen, dass das Minimalziel des Pariser Klimaabkommens – die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius der vorindustriellen Werte – eigentlich nicht ausreicht. Und selbst dieses Ziel ist momentan

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Praxis

70 Jahre und über 70.000 Seiten – BuB feiert Jubiläum

70 Jahre und über 70 000 Seiten – BuB lohnt den Rückblick, denn die Zeitschrift dokumentiert nicht nur die bibliothekarische Fachdiskussion – anfangs allein die der Öffentlichen Bibliotheken – in herausragender Weise, sondern sie ist auch Spiegel der deutschen (kulturellen) Nachkriegsentwicklung. Schon der Beginn ist ohne die Zeitgeschichte nicht deutbar. Der Beginn Im November 1948 erschien

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