Leitungswechsel an der Unibibliothek Duisburg-Essen

Duisburg/Essen. »Möglich machen« – das war das Motto von Albert Bilo als leitender Bibliotheksdirektor der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen (UB). Nach 22 Jahren Dienstzeit verabschiedete er sich am 30. April in den Ruhestand. Seine Nachfolge hat Nicole Walger, die von der UB Siegen an die Universität Duisburg-Essen (UDE) wechselte, übernommen.

Die UB ist das Herz einer Uni: Als Lernort für Studierende verzeichnet die UB Duisburg-Essen pro Jahr mehr als zwei Millionen Nutzer. Sie leihen sich mehr als 700.000 Bücher aus und ordern den Zugang zu fünf Millionen E-Books. Sie können dies an sieben Tagen in der Woche tun, sonntags sogar bis 22 Uhr. Albert Bilo weiß: »Unsere UB steht ganz vorn im Landesvergleich der Hochschulen in NRW.«

Schlüsselübergabe an der UB Duisburg-Essen: der scheidende Direktor Albert Bilo und seine Nachfolgerin Nicole Walger. Foto: UDE

Schlüsselübergabe an der UB Duisburg-Essen: der scheidende Direktor Albert Bilo und seine Nachfolgerin Nicole Walger. Foto: UDE

Multimediakonzept oder der Ausbau des E-Learnings: In den letzten beiden Jahrzehnten waren wichtige Weichenstellungen erforderlich. Dies zu organisieren, zu moderieren und in die Universität zu vernetzen war das besondere Verdienst von Bilo, der sich stets als Manager und Ermöglicher verstand. Erst recht als er 2012 zusätzlich noch das Amt des Chief Information Officers (CIO) im Auftrag des Rektorats übernahm.

Gefragte Expertise

Ein weiteres Anliegen des scheidenden Bibliothekdirektors war die nationale und internationale Vernetzung mit Fachkollegen und Gremien, darunter als Vorsitzender der Universitätsbibliotheken NRW, als Vorstandsmitglied im Deutschen Bibliotheksverband (dbv), als DFG-Gutachter, als Beiratsmitglied der Deutschen Nationalbibliothek oder auch als Beiratsvorsitzender des Hochschulbibliothekszentrum Köln, der Schaltstelle der NRW-Bibliothekssysteme.

Sein persönliches Fazit: »Die Digitalisierung muss aktiv gestaltet werden, sei es in der Literaturversorgung oder am Arbeitsplatz. Was unabhängig von der medialen Präsentationsform bleiben wird, ist die Notwendigkeit, kritisch mit Inhalten umzugehen. Künftig möchte ich endlich in Ruhe und mit Nachhaltigkeit in eigener Zeiteinteilung und an beliebigem Ort Inhalte gründlich lesen können.«

Nahtloser Übergang

Seine Nachfolgerin, Nicole Walger (41), überahm das Amt zum 1. Mai. Sie studierte zunächst Germanistik und Romanistik an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main, um dann noch ein Studium der Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der Fachhochschule Köln anzuschließen. Ab 2011 leitete sie eine Bereichsbibliothek an der UB Mainz und wurde 2016 stellvertretende Leiterin der UB Siegen. Dort baute sie Strukturen und Dienste zum wissenschaftlichen Publizieren und zum Forschungsdatenmanagement auf.

red / 8.5.2019

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