FakeHunter: Auf der Jagd nach Falschmeldungen

Rendsburg. Mit dem Planspiel »Die FakeHunter« gehen die Büchereizentrale Schleswig-Holstein und die Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein neue Wege, um Jugendliche für Fake News zu sensibilisieren.

Kinder und Jugendliche werden durch bewusst gestreute Falschmeldungen im Netz besonders verunsichert. Sie haben noch kein ausreichendes Problembewusstsein entwickelt, um Täuschung und Manipulation im Internet zu erkennen. Mit dem Planspiel »Die FakeHunter« wollen Bibliotheken im Land Schulen bei der Vermittlung von Medien-, Recherche- und Informationskompetenz unterstützen. Es soll Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse an Methoden heranführen, absichtlich verbreitete Falschinformationen zu erkennen. In Teams werden die Schülerinnen und Schüler detektivisch tätig. Sie überprüfen Online-Meldungen eines fiktiven Nachrichten-Portals mithilfe von Prüfwerkzeugen und verlässlichen Quellen aus Internet, Datenbanken oder Bibliotheken. Sie verifizieren diese oder entlarven sie als Schwindel. Das News-Portal wurde exklusiv für das Planspiel erstellt, um eine geschützte und werbefreie Umgebung zu schaffen. In dieser können die Nachwuchsdetektive auf Jagd nach Fakes gehen.

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Mit dem Planspiel sollen Jugendliche für Fake News sensibilisiert werden. Foto: Matthias Gerlach

In eigens entwickelten Schulungen werden die Bibliotheken für die Durchführung des Planspiels »Die FakeHunter« fit gemacht. Die Einrichtungen verstehen sich als Bildungspartner von Schulen, um Jugendlichen systematisch einen kritischen und sachgerechten Umgang mit digitalen und analogen Medien nahezubringen.

Planspiel »FakeHunter« gemeinsam entwickelt

»Viele Jugendliche haben Angst, sich frei im Internet zu bewegen. Falschmeldungen scheinen die Weltmeinung und Wahlen wesentlich zu beeinflussen. Mit dem Planspiel führen die beteiligten Bibliotheken Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise an die Welt des gesicherten Wissens heran und vermitteln damit einen kritischen und kompetenten Umgang mit Falschmeldungen im Netz«, erläuterte Heinz-Jürgen Lorenzen, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein.

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Frisch ausgebildete FakeHunter bei der Arbeit: Larissa Köhn, Klara König und Thoy An (von links) von der Freiherr-vom-Stein Schule Neumünster. Foto: Matthias Gerlach

Die Förderung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein ermöglicht es, in Zusammenarbeit mit der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V. das Planspiel gemeinsam mit einer bibliothekarischen Arbeitsgruppe und Studierenden der HAW Hamburg zu entwickeln und den Bibliotheken im Land zur Verfügung zu stellen. Gert Haack, Referatsleiter im Kultusministerium, erklärte anlässlich der Projektvorstellung in Neumünster: »Die großen Plattformen im Internet mit ihren Hunderten Millionen von Nutzerinnen und Nutzern machen es möglich, dass Falschinformationen und Verschwörungstheorien heute in Windeseile verbreitet und massenhaft geteilt werden. Dagegen können die FakeHunter etwas tun.«

»Wir freuen uns, mit der Büchereizentrale im Netzwerk Medienkompetenz Schleswig-Holstein einen starken Partner für dieses wichtige Thema des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes gefunden zu haben«, ergänzte Ria Lissinna, Geschäftsführerin der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V.

Weitere Informationen zu den FakeHunter gibt es hier.

red / 30.11.2018

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