Bibliothek des Gutenberg-Museums weltweit vernetzt

Mainz. Die Bibliothek des Gutenberg-Museums in Mainz ist eine Spezialbibliothek für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte. Seit der Gründung des Gutenberg-Museums im Jahre 1900 hat die Gutenberg-Bibliothek als vorrangige Zielsetzung Fachliteratur über das Leben und Werk von Johannes Gutenberg, die Geschichte und Entwicklung der Schrift, des Papiers, der Buchkunde, der Illustration und grafischen Techniken, des Bucheinbands und seiner Technik sowie der Drucktechnik zu sammeln, zu archivieren und im Lesesaal allen Interessenten bereit zu stellen.

Der aktuelle Buchbestand umfasst rund 91 000 Bände, darunter circa 50 laufend gehaltene Zeitschriften. Jährlich kommen rund 600 bis 700 Bände über Ankäufe, Schenkungen, Schriftentausch und als Belegexemplare hinzu.

Blick in den alten Kapselkatalog

Blick in den alten Kapselkatalog. Foto: Gutenberg-Museum / Martina Pipprich

Bis zum Bezug des Museums-Neubaus im Jahr 1962 waren das Gutenberg-Museum und die Bibliothek räumlich und organisatorisch eng mit der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek verbunden. Im neuen Haus erhielt die Bibliothek des Gutenberg-Museums eigene Magazine und einen Lesesaal. Bis in die 1990er-Jahre wurden mehrere Zettelkataloge und der Service für die Besucher auf dem neuesten Stand gehalten. Der Einzug der EDV ab 1996 ermöglichte, die Bestände in einem neuen Katalog, der Allegro-Datenbank, zu erfassen.

Im Jahr 2005 wurden sämtliche Zettelkataloge im OCR-Verfahren (optical character recognition = optische Zeichenerkennung) digitalisiert und in die Allegro-Datenbank integriert. Ein Online-Katalog für die Spezialbibliotheken der Stadt Mainz (Stadtarchiv Mainz, Peter-Cornelius-Konservatorium, Naturhistorisches Museum und Gutenberg-Museum) wurde eingerichtet. Von nun an konnten Interessierte die Fachliteratur weltweit recherchieren, wenn sie den Katalog auf den Websites des Gutenberg-Museums fanden. Eine Anbindung an einen Bibliotheksverbund war zum damaligen Zeitpunkt nicht vorgesehen.

Datenmigration in zwei Teilen

2017 wurde mit Amtshilfe der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek das Projekt »Bibliothek des Gutenberg-Museums im HeBIS-Verbund« in Angriff genommen. Im ersten Halbjahr wurden Gespräche mit den Projektpartnern HeBIS-Verbundzentrale Frankfurt/Main, Lokalsystem Darmstadt (LBS), Zeitschriftendatenbank Berlin (ZDB), Kommunale Datenzentrale Mainz (KDZ) und der Firma Wolf, geführt. Es erfolgten eine Bestandsaufnahme der Allegro-Datenbank (Volumen, Dateistruktur), ein Testdatenabzug und die Kostenklärung für die Migration.
Im zweiten Halbjahr 2017 wurde eine neue OPAC-Sicht für den Online-Katalog erstellt. Der Zeitschriftenbestand wurde seit Dezember 2017 retrospektiv online in die Zeitschriftendatenbank erfasst. Zusammen mit der Verbundzentrale begannen die Arbeiten an der Konversionstabelle »Umsetzung der Allegro-Daten in das HeBIS-Format«. Unzählige Zettelkatalogkarten wurden manuell durchgesehen und neu erfasst. Als Beispiel zu nennen sind circa 12 000 Katalogkarten, die bis zum Zeitpunkt der Migration nicht recherchierbar waren, denn die Titel aus dem OCR-Verfahren konnten nicht gelesen werden. Daraus wurden zusätzliche 2 350 Titel direkt in die HeBIS-Datenbank überführt.

Schnell stellte sich heraus, dass die Datenmigration in zwei Teilen erfolgen muss:

Teil 1: Titeldaten, die direkt in Allegro katalogisiert wurden

Teil 2: Titeldaten aus dem Image-Katalog.

Im Mai 2018 sind rund 27 000 Titeldatensätze in den Verbund und Ende Januar 2019 weitere 33 000 Titeldatensätze migriert.

Seit Juni 2018 werden alle Neuzugänge in HeBIS katalogisiert. Ein neuer OPAC steht den Nutzern ebenfalls zur Verfügung. 2019 werden noch umfangreiche Nacharbeiten von nicht migrierten mehrteiligen Monografien, einzelnen Zeitschriftenbänden und Fehlerlisten aus der Datenmigration erfolgen.

Regina Kania, Bibliothek des Gutenberg-Museums Mainz / 24.9.19

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