Gerechtigkeit im Fokus

Ein Blick auf die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft und die Bedeutung der »Schwarzen Autor*innen Bibliothek – Fasiathek«.
Die »Fasiathek« in Hamburg ist ein Lernzentrum mit Präsenzbibliothek für Schüler und Erwachsene, das es seit März 2022 gibt. Dort sind alle Menschen eingeladen, die Geschichte aus einer afrikanischen Perspektive kennenzulernen und sich mit ihr auseinanderzusetzen – schwarz-afrikanisch, afro-deutsch, afro-diasporisch. Die Fasiathek ist ein Wohnzimmer für die Schwarze Hamburger Gemeinschaft, das afrikanische Geschichten erzählt, afrikanische Kulturen feiert und das Bewusstsein über die Vielfalt der afrikanischen Diaspora schärft. Foto: privat

 

Die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft, die von 2015 bis 2024 andauert, ist ein bedeutendes Kapitel in den Bemühungen um Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Anti-Schwarzer-Rassismus weltweit. In diesem Artikel wirft Millicent Adjei einen Blick auf die Fortschritte, Herausforderungen und die transformative Rolle einer »Schwarzen Autor*innen Bibliothek«.

Der historische Kontext zeigt, dass Menschen afrikanischer Herkunft oft mit Ungerechtigkeiten und Diskriminierung konfrontiert waren. Diese Dekade ist eine Antwort auf diese strukturellen Probleme und hat das Ziel, die Lebensbedingungen und Chancengleichheit für Menschen afrikanischer Herkunft zu verbessern.

Die Vereinten Nationen (UN) hat klare Ziele für diese Dekade festgelegt, darunter die Beseitigung von Rassismus, die Förderung von Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen und die Stärkung der politischen Teilhabe. Die Evaluierung der Fortschritte bis 2024 ist entscheidend, um den Erfolg dieses Vorhabens zu bewerten.



Systematische Ungerechtigkeiten in Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheitswesen und im Rechtssystem sind immer noch präsent. Es gilt, diese Ungleichheiten zu analysieren und konkrete Maßnahmen zur Beseitigung voranzutreiben.

Die Dekade hat zahlreiche Initiativen hervorgebracht, um Gerechtigkeit zu fördern. Es ist wichtig, die positiven Veränderungen durch Programme zur Bewusstseinsbildung, rechtlichen Reformen und wirtschaftliche Fördermaßnahmen zu beleuchten.

Die Bedeutung einer »Schwarzen Autor*innen Bibliothek«

Eine »Schwarze Autor*innen Bibliothek« spielt eine entscheidende Rolle, indem sie die kulturelle Vielfalt und die historischen sowie aktuellen Erfahrungen von Menschen afrikanischer Herkunft präsentiert und alle dazu einlädt zu lernen. Die Bibliothek sollte eine breite Palette von literarischen Werken umfassen und damit die reichen Kulturen und Identitäten der afrikanischen Diaspora hervorheben. Unsere »Schwarze Autor*innen Bibliothek – Fasithek« ist ein Ort, wo alle Menschen aus der Schwarzen-Perspektive lernen können.



Unsere Bibliothek leistet literarische Beiträge zu Gerechtigkeit und Emanzipation. Werke von schwarzen Autorinnen und Autoren, die sich mit Gerechtigkeitsfragen auseinandersetzen, bieten nicht nur Einblicke in historische und aktuelle Kämpfe, sondern können auch dazu beitragen, Stereotypen sowie Anti-Schwarzer-Rassismus zu überwinden und ein umfassenderes Verständnis für die vielfältigen Perspektiven schwarzer Autorinnen und Autoren zu fördern.

Die Fasiathek repräsentiert die reiche kulturelle Vielfalt innerhalb der afrikanischen Diaspora und dem Kontinent. Somit leistet sie einen Beitrag zur Würdigung der Komplexität und Einzigartigkeit der Identitäten von Menschen afrikanischer Herkunft.

Sichtbarmachung und Förderung von Nachwuchstalenten

Unsere »Schwarze Autor*innen Bibliothek – Fasiathek« bietet auch eine Plattform zur Förderung aufstrebender Talente. Die Sichtbarkeit ihrer Werke könnte dazu beitragen, mehr Diversität im literarischen Bereich zu schaffen und den Zugang zu Veröffentlichungsmöglichkeiten zu verbessern.

Zusammenfassend zeigt die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft, dass Fortschritte im Bereich der Gerechtigkeit möglich sind, aber es bleiben noch Herausforderungen zu bewältigen. Wir leisten unter anderem unseren Beitrag durch die Fasiathek. Sie kann dabei eine transformative Rolle spielen, indem sie die Vielfalt, Stärke und Resilienz der afrikanischen Diaspora hervorhebt und somit einen Beitrag zu einer gerechteren Welt leistet.

Millicent Adjei ist Gründungsinitiatorin und Pressesprecherin des Hamburger Vereins »Arca - Afrikanisches Bildungszentrum e. V. – Fasiathek« (Foto: privat).

Die nächste Ausgabe (Aprilheft) der Fachzeitschrift BuB hat den Schwerpunkt »Bibliotheken und Gerechtigkeit«. Dort wird in weiteren Beiträgen vorgestellt, wie Bibliotheken mit ihrer Arbeit zu Gerechtigkeit beitragen. Das Heft und die digitale Ausgabe in der BuB-App erscheinen am 4. April.

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