Heinz-Jürgen Lorenzen in den Ruhestand verabschiedet

Rendsburg. Der Büchereiverein Schleswig-Holstein hat am 19. Dezember seinen langjährigen Geschäftsführer Heinz-Jürgen Lorenzen verabschiedet. Lorenzen hat in den vergangenen 35 Jahren die Entwicklung des Büchereiwesens in Schleswig-Holstein maßgeblich mitgeprägt und grundlegende Neuerungen auf den Weg gebracht.

So trug er unter anderem zu einer Neuorganisation des Büchereiwesens in Schleswig-Holstein bei, indem er an der Auflösung der bis in die 90er-Jahre vorherrschenden Doppelstruktur mit dem »Deutschen Grenzverein« im Norden und dem »Verein Büchereiwesen in Holstein« im Süden mitwirkte und beide Systeme zusammenführte. Daraus hervor ging 1995 der heutige Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V.

Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Büchereiverein Schleswig-Holstein, Ruhestand

Heinz-Jürgen Lorenzen hat in den vergangenen 35 Jahren die Entwicklung des Büchereiwesens in Schleswig-Holstein maßgeblich mitgeprägt. Foto: Leitwerk Jens Sauerbrey

Als langjähriger Direktor der Büchereizentrale und Geschäftsführer des Büchereivereins trieb Lorenzen die Förderung und Entwicklung des Büchereiwesens in Schleswig-Holstein voran. Er setzte sich für eine Absicherung der Finanzierung durch das Finanzausgleichsgesetz (FAG) ein. Unter der Geschäftsführung Lorenzens wurden auch die Bibliotheken der kreisfreien Städte Flensburg, Kiel und Neumünster in die Förderung einbezogen. Als maßgeblicher Motor einer landesweiten Initiative setzte sich Lorenzen 2015 für die Verabschiedung eines Bibliotheksgesetzes in Schleswig-Holstein ein.

Heinz-Jürgen lorenzen: 35 Jahre im Beruf, eine Million Dienstkilometer

In Zeiten, in denen die Medien- und Informationswelt immer komplexer wird, sind Bibliotheken gefordert, sich neu zu positionieren, um im rasanten gesellschaftlichen und technologischen Wandel relevant bleiben können. Der Ausbau digitaler Angebote ist zu einem besonderen Anliegen des promovierten Physikers geworden. Landesweite Konsortien, wie der bundesweit zweitgrößte E-Medien-Verbund »Onleihe zwischen den Meeren«, sind das Ergebnis der 2011 gestarteten E-Medien-Initiative im Land. Mit Blick auf die Zukunft hebt Lorenzen die Chancen hervor, die sich für Bibliotheken im digitalen Zeitalter ergeben – als sogenannte »Dritte Orte«, die neben einer hohen Aufenthaltsqualität Möglichkeiten zum Lernen, zur Information und zum Austausch bieten. Aus Sicht von Lorenzen müssen Bibliotheken dabei ein neues, erweitertes Rollenverständnis als Akteure im öffentlichen Raum entwickeln.

Nach mehr als 35 Jahren, weit über 1.000 Sitzungen unter seiner Leitung und rund einer Million zurückgelegter Dienstkilometer zieht sich Heinz-Jürgen Lorenzen nun zurück aus seinem Berufsleben. Die Nachfolge als Geschäftsführer des Büchereivereins Schleswig-Holsteins tritt ab 1. Januar 2019 der Flensburger Oke Simons an.

Ein ausführliches Interview mit Heinz-Jürgen Lorenzen ist in der Juniausgabe von BuB zu finden.

red / 21.12.2018

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