Schulmediotheken – Mehr Chancen für alle durch Lesen und Verstehen

Wie kann man die Arbeit der eigenen Schulbibliothek verbessern? Beim Schulbibliothekstag gab es genügend Zeit für Beratungsgespräche.

Wie kann man die Arbeit der eigenen Schulbibliothek verbessern? Beim Schulbibliothekstag gab es genügend Zeit für Beratungsgespräche. Fotos: privat

Köln. Chancengerechtigkeit in der Bildung ist eine alte, aber immer aktuell bleibende Forderung. Doch wie kann dieses Ziel im Schulalltag mit Hilfe von Schulbibliotheken verwirklicht werden? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, trafen sich am 15. November 60 Lehrkräfte, haupt- und ehrenamtlich Bibliotheksmitarbeiter/innen  und Schulbibliotheks-Interessierte aus ganz NRW im Berufskolleg Südstadt in Köln zum 7. Nordrhein-Westfälischer Schulbibliothekstag.

Schulbibliotheken sind ein kostengünstiges und erprobtes Mittel, um allen Schülern und Schülerinnen sowie Auszubildenden einen gerechten Bildungszugang zu erleichtern. Zur Nutzung von Öffentlichen Bibliotheken sind oft längere Wege und manchmal auch Hemmschwellen zu überwinden. Schulbibliotheken stellen ihr Medien-Angebot und vielfältige Hilfestellungen zur individuellen Förderung dort zur Verfügung, wo sich alle Kinder und Jugendliche ohnehin täglich aufhalten: in der Schule.

In Grußworten zum 7. Schulbibliothekstag würdigen auch die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Sylvia Löhrmann  und Kultusministerin Ute Schäfer den Beitrag von Schulbibliotheken zur Chancengerechtigkeit in der Bildung. Allerdings sind Schulbibliotheken in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Welt keine selbstverständlichen Einrichtungen. In NRW, wo in vielen Schulen im Zuge der Einführung des Ganztagsschulbetriebs neue Schulbibliotheken geplant und gebaut wurden, gibt es nach wie vor keine landesweiten offiziellen Ansprechpartner und nur einzelne Kommunen haben schulbibliothekarische Beratungsstellen. Die Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in NRW e.V., die den Schulbibliothekstag alle zwei Jahre veranstaltet, berät Schulbibliotheken deshalb ehrenamtlich und veranstaltet Fortbildungstage. Sie macht  sich außerdem für eine stärkere institutionelle Förderung von Schulbibliotheken stark.

Monika Wenzel, Leiterin des Berufskolleg Südstadt, bei einem Vortrag.

Monika Wenzel, Leiterin des Berufskolleg Südstadt, bei einem Vortrag.

Die Tagung in Köln stand unter dem Motto „Mehr Chancen für alle durch Lesen und Verstehen“. Karin Ihm von der Stiftung Lesen zeigte im Hauptvortrag, dass sich zwar entgegen aller Befürchtungen das Leseverhalten der Schülerinnen und Schüler nicht verschlechterte. Doch bedarf es immer wieder neuer, kreativer Strategien, um das Lesen zu fördern in einer Welt mit einem stetig wachsenden Medienangebot.

In einer Reihe von Vorträgen und Workshops wurde danach darüber diskutiert, wie die Arbeit der Schulbibliotheken verbessert und unterstützt werden kann. Die unterrichtliche Nutzung der Schulbibliotheken, ihre Einrichtung und Erhalt standen deswegen im Mittelpunkt der verschiedenen Seminare, die die Teilnehmer besuchen konnten. Außerdem wurden der Kontakt und die Vernetzung  von Schulmediotheken in Regional-Gruppen angeregt und vertieft.  (red / 19.11.2014)

In Workshops haben die rund 60 Teilnehmer des Schulbibliothekstages Gelegenheit, sich fortzubilden.

In Workshops haben die rund 60 Teilnehmer des Schulbibliothekstages Gelegenheit, sich fortzubilden.

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