Mehr als 30 literarische Erstausgaben könne in der App aufgerufen werden. Fotos: Bayerische Staatsbibnliothek / Bokowski + Laymann

Nachrichten

»Deutsche Klassiker in Erstausgaben«: Neue App der Bayerischen Staatsbibliothek

  Goethes »Die Leiden des jungen Werthers«, Kafkas »Verwandlung«, Wedekinds »Lulu« oder Morgensterns »Galgenlieder« – vier von mehr als 30 deutschsprachigen Erstausgaben, die die Bayerische Staatsbibliothek in der neuen App »Deutsche Klassiker in Erstausgaben« erstmals digital zur Verfügung stellt. Sie kann ab dem 27. August für iPhone und iPad in Apples App-Store kostenlos heruntergeladen werden.

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Bibliothek statt Bürokratie

60 Millionen Menschen sind weltweit derzeit auf der Flucht, vor Krieg, vor Hunger, Verfolgung, ethnischen Säuberungen oder schlicht Armut. So viele wie nie zuvor. Und jeden Tag machen sich nach Angaben des Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen UNHCR 42 500 weitere Menschen auf den gefährlichen Weg in die Ungewissheit, in der Hoffnung ein neues Leben in Frieden beginnen zu können.

Für unsere Gesellschaft stellt sich die Frage: Wie begegnen wir diesen Menschen? In Bibliotheken gibt es bereits viele spannende Projekte zur Integration von Flüchtlingen. Einige davon stellen wir im aktuellen BuB-Schwerpunkt »Angebote für Flüchtlinge« ab Seite 516 vor. Und dennoch muss auch Kritik geübt werden. In vielen Gebührenordnungen von Bibliotheken kommen Flüchtlinge beispielsweise nicht vor.

In der Praxis werden die Flüchtlinge dadurch aus der Bibliothek ausgegrenzt – aus eben jener Institution, die mehr sein will als eine Ausleihstätte für Bücher, die sich zu einem Dritten Ort entwickeln will. Ganz zurecht fordert Yilmaz Holtz-Ersahin von der dbv-Kommission für Interkulturelle Bibliotheksarbeit im BuB-Interview ab Seite 516 daher weniger Bürokratie und einen leichteren Zugang für Flüchtlinge zu Bibliotheken.

Aber auch weitere spannende Lesegeschichten haben wir für Sie in dieser Ausgabe bereitgestellt, die Sie durch den Sommer begleiten wird. Die Brände in den französischen Vorort-Bibliotheken etwa (Seite 536). Mindestens 74 Bibliotheken sind in den vergangenen 20 Jahren in den Banlieues der französischen Metropolen in Flammen aufgegangen. Oder die Analyse des Journalisten und Publizistenpreisträgers Henning Bleyl zu den Problemen und Zukunftschancen deutscher Bibliotheken (Seite 552).

Indes ist den deutschen Bibliotheken zu wünschen, dass sie sich ihre Offenheit erhalten. Im Umgang mit den Flüchtlingen können sie zeigen, dass sie wahrlich Dritte Orte sind, offen für alle, mit einem niedrigschwelligen Angebot, ganz getreu dem Motto: Bibliothek statt Bürokratie!

Steffen Heizereder (BuB-Redakteur)

BuB Heft 08-09/2015

SCHWERPUNKT Angebote für Flüchtlinge

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Oktober 2015: Frankfurter Buchmesse
  • November 2015: Datenschutz
  • Dezember 2015: »Mein Kampf« gemeinfrei

Nachrichten

Problemlagen und Zukunftsaussichten Öffentlicher Bibliotheken

Bibliotheken sind mehr als Ausleihorte und sie sind mehr wert als das Geld, das in sie investiert wird. Das belegen Return-on-Investement-Studien und das sagt auch Henning Bleyl, Journalist und Publizistenpreisträger der deutschen Bibliotheken 2014 anlässlich des 575. Jubiläums der Stadtbibliothek Hannover. Es folgt ein Auszug seiner »Hannoverschen Rede«: Dass der »Welttag des Buches« auf den

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Die Stadtbibliothek Köln: Bibliothek des Jahres 2015. Foto: Stadtbibliothek Köln

Stadtbibliothek Köln ist Bibliothek des Jahres 2015

  Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) verleiht der Stadtbibliothek Köln den Preis »Bibliothek des Jahres 2015«. Die Stadtbibliothek Köln erhält den einzigen nationalen Bibliothekspreis im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am Samstag, dem 24. Oktober 2015, am »Tag der Bibliotheken«. Der Preis »Bibliothek des Jahres« wird in diesem Jahr zum sechzehnten Mal verliehen. Mit der Stadtbibliothek Köln werde

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Neue Bündnisse für Bildung – Bibliotheken engagieren sich für digitale Leseförderung

46 Bündnisse aus 13 Bundesländern erhalten die Förderungszusage für neue Aktionen im Rahmen von »Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien«, einem Projekt des Deutschen Bibliothekverbands (dbv) in Kooperation mit der Stiftung Digitale Chancen. Die Aktionen von »Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien« richten sich bundesweit an Kinder und Jugendliche, die keinen oder beschränkten

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Aufmerksame ZuhörerInnen bei der Fortbildung in Hofgeismar: Auf dem Programm standen aktuelle Themen für BibliothekarInnen in Patientenbibliotheken. Foto: Brigitta Hayn

Elektronische Medien verringern Hygieneprobleme

Hofgeismar. Drei Tage lang haben sich Bibliothekarinnen und Bibliothekare aus Patientenbibliotheken in Hofgeismar fortgebildet. Zu Beginn stand die Belletristik im Vordergrund – und zwar in gedruckter Form. Danach beschäftigten sich die TeilnehmerInnen vor allem mit dem Angebot digitaler Medien. Zum Thema »Verleih digitaler Medien durch Bibliotheken – Grundlagen, Möglichkeiten, Chancen und Erfolge der Onleihe« hielt

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Lesesaal

Mehr als 30 literarische Erstausgaben könne in der App aufgerufen werden. Fotos: Bayerische Staatsbibnliothek / Bokowski + Laymann

»Deutsche Klassiker in Erstausgaben«: Neue App der Bayerischen Staatsbibliothek

  Goethes »Die Leiden des jungen Werthers«, Kafkas »Verwandlung«, Wedekinds »Lulu« oder Morgensterns »Galgenlieder« – vier von mehr als 30 deutschsprachigen Erstausgaben, die die Bayerische Staatsbibliothek in der neuen App »Deutsche Klassiker in Erstausgaben« erstmals digital zur Verfügung stellt. Sie kann ab dem 27. August für iPhone und iPad in Apples App-Store kostenlos heruntergeladen werden.

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Öffentliche Bibliothek

Vermittlung von naturwissenschaftlichen Kenntnissen in der Gemeindebibliothek Landquart (Schweiz). Foto: Bibliothek Landquart

Die Bibliothek als Dritter Ort

Als in den 1970er-Jahren die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese und dann die Malls in den Städten entstanden, waren auch bei uns vielbesuchte »Dritte Orte« geboren: Inszenierte Lebensräume, in denen man sich vorübergehend aufhält. Orte zwischen dem eigenen Zuhause (erster Ort) und der Arbeitswelt/Ausbildungsstätte (zweiter Ort).  Familien, Jugendliche, Senioren treffen sich dort zum Einkauf,

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Praxis

foto (46)_bearb.

Publikumsservice: Das Drei-Anker-Konzept der Stadtbibliothek am Neumarkt in Bielefeld

Die Stadtbibliothek Bielefeld setzt in Sachen Auskunft auf ein Drei-Anker-Konzept: Selbstbedienungstechnik, personalbetreutes Kundenfoyer und einen kompakten Schalter »Information und Publikumsservice«. Die positiven – und auch einige negative – Erfahrungen beschreibt der Direktor der Stadtbibliothek Bielefeld, Harald Pilzer, im Folgenden.

Fortbildungstermine

DGI-Forum Wittenberg setzt sich mit Digitalisierung des Alltags auseinander

Das DGI-Forum Wittenberg vom 24. bis 26. September 2015 zum Thema »True Fiction: Die Digitalisierung unseres Alltags« setzt sich konstruktiv-kritisch mit den öffentlichen, privaten und industriellen Entwicklungen des Informationszeitalters auseinander. Das komplette Programm und das Anmeldeformular ist hier zu finden. Kurzentschlossene erhalten noch bis zum 31. Juli einen Frühbucher-Rabatt für das Forum Wittenberg 2015. (red /

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