Nachrichten

Hatice Akyün erhält diesjährigen Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken

Der mit 5.000 Euro dotierte Publizistenpreis der Deutschen Bibliotheken (Helmut-Sontag-Preis) geht in diesem Jahr an die freie Journalistin und Autorin Hatice Akyün. Die Preisverleihung durch den Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und die WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) wird am 2. Juni im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Bibliothekartages in Frankfurt am Main stattfinden. Hatice Akyüns Bewerbung wurde von einer

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Etwas Hoffnung für Europa

Ist das schon die Trendwende? Nach dem verheerenden Jahr 2016 mit Brexit und erstarkenden Nationalisten sieht es zumindest nach einer Verschnaufpause für das krisengeschüttelte Europa aus: Bei den aktuellen Parlamentswahlen in den Niederlanden blieben die Rechtspopulisten mit ihrer Hetze gegen Flüchtlinge und ihrer Wut auf die Europäische Union hinter den Erwartungen – oder besser Befürchtungen – zurück. Das ist der zweite Dämpfer für die Eurokritiker nach der Präsidentschaftswahl in Österreich Ende vergangenen Jahres, bei der ebenfalls der europafeindliche Kandidat unterlag. Angesichts dieser Entwicklung kehrt die Hoffnung zurück, dass die Mehrheit der Europäer weiter für ein demokratisches und friedliches Europa mit moralischem Anspruch steht.

Für eine Entwarnung besteht indes kein Anlass. Die eigentliche Entscheidung über die Zukunft Europas steht noch bevor: Am 23. April wird in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Die rechtsnationalistische Kandidatin Marine Le Pen liegt in den Prognosen derzeit zwar zurück, doch so etwas kann schnell drehen, wie die Präsidentenwahl in USA gezeigt hat. Sollte Le Pen tatsächlich in den Élysée-Palast einziehen, wäre das Jahrhundertprojekt Europa massiv bedroht. Zusammen mit den Nationalisten, die in zahlreichen osteuropäischen Ländern das Sagen haben, könnte sie die EU zerstören.

Wie lassen sich diese gefährlichen Entwicklungen in Europa verhindern? Damit beschäftigt sich der aktuelle BuB-Themenschwerpunkt ab Seite 162. Grundlegend sind Informationen, Fakten und Aufklärung. Genau dazu können Bibliotheken ihren Teil beitragen. Jan-Pieter Barbian plädiert in seinem Beitrag »Traum oder Trauma« dafür, dass Europa für die und in den Bibliotheken wieder ein nachhaltiges Thema werden muss. Besonders geeignet für einen vertieften europäischen Austausch hält er die jährlichen Bibliothekartage und den Bibliothekskongress.

Im Schwerpunkt erklären wir darüber hinaus, wo Bibliothekare bereits europaweit erfolgreich zusammenarbeiten, von EBLIDA über LIBER bis zur Europeana. Die beste Möglichkeit zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls in Europa ist ohnehin der persönliche Kontakt zum Beispiel über Fachaustausche. Über ihre positiven Erfahrungen berichten Teilnehmer ausführlich ab Seite 176. Der BuB-Schwerpunkt zeigt auf, in welch vielfältiger Weise sich Bibliothekare für Europa einbringen können. Wichtig ist nur, sofort damit zu beginnen, solange es die EU noch gibt – und nicht erst aufzuwachen, wenn es zu spät ist, wie beim Brexit in Großbritannien.

Bernd Schleh, BuB-Redakteur

BuB Heft 04/2017

SCHWERPUNKT Europa der Bibliotheken

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Mai 2017: Bibliothekartag Frankfurt/Main
  • Juni 2017: Kunst und Bibliotheken
  • Juli 2017: Identität der Bibliothek

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Nachrichten

Erleichterung bei den wissenschaftlichen Bibliotheken – Bundesregierung beschließt Gesetzentwurf zur Urheberrechtsreform

Anlässlich des UNESCO Welttag des Buches und des Urheberrechts am 23. April begrüßt der Deutsche Bibliotheksverband (dbv)  den am 12. April veröffentlichten Gesetzentwurf zur Urheberrechtsreform der Bundesregierung. Wie der dbv mitteilt, haben die deutschen Bibliotheken mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass die Bundesregierung eines der zentralen Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, nämlich die Schaffung eines bildungs-

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Digitalisierung: Badische Landesbibliothek stellt die millionste Zeitungsseite online

Was gibt es Lehrreicheres und zugleich Unterhaltsameres als in alten Zeitungen zu stöbern? Historische Zeitungen sind nicht nur für den Normalverbraucher eine wahre Fundgrube. Sie bilden auch in den unterschiedlichsten Fachdisziplinen eine wertvolle Forschungsgrundlage für viele Fragestellungen. Aus diesem Grund zählen sie zu den in Bibliotheken stark nachgefragten Quellengattungen, die zunehmend in den Fokus der

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Instagram für Bibliotheken: Nutzernähe, Aufmerksamkeit und viele Möglichkeiten zur Vernetzung

  Was bringt es Bibliotheken, Instagram zu nutzen? Warum sollten Informationseinrichtungen, die schließlich nicht dafür gegründet wurden, Bilder unter die Menschheit zu bringen, genau das doch tun? Was von Zweiflern zunächst kritisch beäugt wird, kann ein niedrigschwelliger Einstieg für Bibliotheken in das Aufgabengebiet Social Media sein. In der Folge wird dargestellt, warum die Staats- und

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»Niemand hatte sich mit dem Thema davor beschäftigt«

  »Das Deutsche Bibliotheksinsititut im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischen Interessen«. Klingt wie jede andere Dissertation? Nicht ganz. Zum einen handelt es sich um die erste umfassende Auseinandersetzung mit dem 2000 geschlossenen Deutschen Bibliotheksinstitut, zum anderen ist die Doktorandin bereits 80 Jahre alt. Die Autorin Helga Schwarz aus Berlin zählt zu den Spätberufenen. Mit BuB-Redakteur

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Lesesaal

Bibliothekarischer Fachaustausch in Europa

Einmal über den Tellerrand und zurück – Bibliothekarischer Fachaustausch in Europa

  »Die Reise hat mich persönlich sehr bereichert und mir wertvolle Anregungen und gute Impulse für meine tägliche Arbeit gegeben«, lautet das Fazit einer deutschen Bibliothekarin, die an einer Studienreise in die Niederlande teilnahm. Trotz all der Informationen über unsere europäischen Nachbarbibliotheken und Best-Practice Sammlungen, von denen wir lernen und für die eigenen Bibliotheksentwicklungen nutzen,

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Praxis

Employer Relations

Arbeitgeber, bewerbt euch! Wie der Fachkräftemangel einen Paradigmenwechsel erzwingt

  In der traditionellen Logik bieten Organisationen Stellen an, auf die sich Arbeitnehmer bewerben. Der Fachkräftemangel verändert die Situation. Die Suchenden werden zu Gesuchten, Arbeitgeber müssen um die Gunst von Fachkräften buhlen. Wie so oft bestimmt die Knappheit der Güter die Preisentwicklung auf dem Markt. Strategien müssen deshalb neu konzipiert, Rollenverständnisse in Frage gestellt und

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Öffentliche Bibliothek

Makerspace

Der Makerspace: Ort für Kreativität und Wissenstransfer

  Durch die digitale Transformation befindet sich unsere Gesellschaft im Umbruch. Dies gilt auch für die Rolle der Öffentlichen Bibliotheken. Der Umgang mit neuen Technologien ist einer der Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe. Der gleichberechtigte Zugang zu Wissen hat sich längst weit über das geschriebene Wort hinaus entwickelt. Digitale Chancengerechtigkeit ist für unsere Gesellschaft zu

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Wissenschaftliche Bibliothek

Provenienzforschung und Restitution

  Die Historikerin Lucy S. Dawidowicz kam als Angestellte des American Jewish Joint Distribution Committe 1947 nach Offenbach in das sogenannte »Offenbacher Depot«. Kistenweise stapelte sich dort jüdisches Schriftgut, durch die Nationalsozialisten zusammengeraubt aus ganz Europa. Dawidowicz nahm die dort eingelagerten Bücher als »verwaiste und heimatlos stumme Überlebende ihrer ermordeten Besitzer« wahr.[1] Auch in der

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