Nachrichten

Ausschreibung für Hamburger Innovationspreis Ranganathan

Hamburg. Mit dem Hamburger Innovationspreis Ranganathan honoriert das Department Information der HAW Hamburg innovative Ideen und Projekte in der Metropolregion Hamburg, die das Potenzial haben, den Bereich Bibliothek- und Information langfristig voranzutreiben. Ranga Yogeshwar bestätigt mit Verweis auf seinen Großvater, dem indischen Bibliothekar Ranganathan, wie wichtig neue Ideen sind: »Die Bibliothek verändert sich, die Bibliotheken

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Provenienzforschung auf die Tagesordnung

1998 hat die Bundesrepublik Deutschland die »Washingtoner Erklärung« unterzeichnet und sich verpflichtet, NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zu ermitteln, das sich noch heute in öffentlichen Sammlungen in Deutschland befindet. Die öffentlichen Kulturinstitutionen haben diese Aufgabe anfangs zurückhaltend aufgenommen. Sehr aktiv auf diesem Feld sind die Museen. Auch in der Ausbildung ist das Thema angekommen: An der Universität Bonn wird ein bundesweit erster Kunstgeschichts-Lehrstuhl zur Provenienzforschung eingerichtet, die FU Berlin bietet eine zertifizierte Weiterbildung in vier Modulen an.

Seit dem ersten Hannoverschen Symposium im Jahre 2002 ist die Provenienzforschung auch in Bibliotheken ein Thema. Es geht um das Auffinden von unrechtmäßig erworbenen Einzelwerken und Sammlungsteilen, um die Ermittlung der ursprünglichen jüdischen Eigentümer beziehungsweise deren Erben und die Herstellung eines Einvernehmens mit diesen über Rückgabe oder Entschädigung. Die UBs in Bremen und Marburg waren Vorreiter. Inzwischen gibt es an vielen Bibliotheken Projekte, an manchen ist die Erforschung der Herkunft zur Daueraufgabe geworden. Ob Provenienzforschung auf die Tagesordnung einer Bibliothek gesetzt werden sollte, hängt dabei nicht vom Bibliothekstyp ab, sondern vom Alter der Sammlungen. Und so sind nicht nur große Wissenschaftliche Bibliotheken gefordert, sondern auch Spezial- und Öffentliche Bibliotheken. Selbst Bibliotheken, die erst deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurden, können über Schenkungen oder antiquarische Erwerbungen in den Besitz von Raubgut gelangt sein. Dieses Heft gibt einen Einblick in das breite Spektrum von Provenienzrecherche und -forschung und zeigt auch die Förderungsmöglichkeiten durch das bei der Bundesbeauftragten für Medien angesiedelte Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste in Magdeburg.

Doch Provenienzforschung dient nicht nur der Spurensuche nach ehemals jüdischem Buchbesitz, sie hilft auch, die Sammlungsgeschichte der jeweiligen Bibliothek zu beleuchten und mehr über die Herkunft einzelner Bestandsegmente zu erfahren, und sie hilft, verstreute Handschriften- oder Buchbestände aufgelöster Bibliotheken oder Privatsammlungen zu identifizieren. Daher ist auch bei den Altbestandsbibliothekarinnen und -bibliothekaren die Erschließung von Herkunftsangaben ein wichtiges Thema. Dazu wird BuB im nächsten Jahr noch weiter berichten.

Dr. Carola Schelle-Wolff, BuB-Herausgeberin

BuB Heft 12/2016

SCHWERPUNKT NS-Raubgut

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Januar 2017: Makerspaces
  • Februar/März 2017: Young Professionals
  • April 2017: Europa der Bibliotheken

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Nachrichten

dbv hält Reform des Urheberrechts für dringend erforderlich

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) begrüßt die geplante Reform des Urheberrechts der Bundesregierung. Der Verband fordert die Regierung auf, die Reform noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen. Nach dbv-Angaben sei es notwendig, Maßnahmen in Bezug auf Pauschalvergütung, freie Materialwahl, Text- und Data Mining, E-Book Ausleihe, Zweitveröffentlichungsrecht und Langzeitarchivierung des digitalen Kulturerbes umzusetzen. Wissenschaft lebt von Kommunikation. Diese

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Sortierung von Altbeständen in der Nachkriegszeit an der SUB Hamburg. Fotos: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

Provenienzforschung und Restitution

  Die Historikerin Lucy S. Dawidowicz kam als Angestellte des American Jewish Joint Distribution Committe 1947 nach Offenbach in das sogenannte »Offenbacher Depot«. Kistenweise stapelte sich dort jüdisches Schriftgut, durch die Nationalsozialisten zusammengeraubt aus ganz Europa. Dawidowicz nahm die dort eingelagerten Bücher als »verwaiste und heimatlos stumme Überlebende ihrer ermordeten Besitzer« wahr.[1] Auch in der

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Aktionsbündnis unterstützt Protest

Das Aktionsbündnis »Urheberecht für Bildung und Wissenschaft« unterstützt den Protest aus so gut wie allen Bundesländern und von vielen Hochschulen gegen den zwischen Kultusministerkonferenz (KMK) und VG-Wort ausgehandelten Rahmenvertrag zur Vergütung bei Nutzungen entsprechend Paragraf 52a Urheberrechtsgesetz (UrhG). In den Hochschulen besteht große Unsicherheit, wie mit dieser Situation ab dem 1. Januar 2017 — das

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Informations- und Kommunikationsbranche erlebt Beschäftigungsaufschwung bei 50- bis 65-Jährigen

Ältere Menschen haben bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. In nur fünf Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 50 und 65 Jahren um 30 Prozent auf 9,8 Millionen gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der Initiative »7 Jahre länger« auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der Menschen

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Lesesaal

Bibliothekartag 2014 in Bremen: Ein Bücherbuskorso fährt durch die Stadt. Foto: Matthias Weyh

Fahrbibliotheken gestern und heute: »Wir kommen Ihnen entgegen«

  Mobile Bibliotheken begegnen uns heute überall auf der Welt in vielen Varianten. Eine der ersten mobilen Bibliotheken soll Berichten nach im Heer von Napoleon entstanden sein: »Er hatte auf seinen Feldzügen eine kleine Reisebibliothek in der Kutsche, der Wechsel vom gelehrten Barock zur kritischen Aufklärung hatte bereits die gewichtigen Foliobände durch elegante und leichte

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Branchen-News

Herausforderungen und Chancen für Öffentliche Bibliotheken

Auch an Öffentlichen Bibliotheken gehen aktuelle Entwicklungen wie Digitalisierung, Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der Integration oder Sprachförderung nicht vorbei. Dabei haben Bibliotheken noch immer große Bedeutung für das Gemeinwohl – sie tragen durch zahlreiche kostenlose Bildungs- und Kulturangebote und Präsenz vor Ort zu einer grundlegenden gesellschaftlichen und demokratischen Teilhabe bei. Axiell, ein Anbieter von Bibliotheksmanagement-Lösungen,

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Ausland

Flüchtlinge

Bibliotheksservices für Flüchtlinge in den Niederlanden

  Die Niederlande sehen sich, ebenso wie andere Länder Europas, seit dem Sommer 2015 mit einer steigenden Zahl von Asylbewerbern konfrontiert, von denen die meisten aus Syrien kommen. Der immense Zustrom an Flüchtlingen setzt die niederländische Gesellschaft einem erheblichen Druck aus, und die politische Reaktion im Land ist eine andere als beispielsweise die Willkommenspolitik von

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Aus- und Fortbildung / Studium

DGI-Zertifikatslehrgang Informationsassistenz 2017

Der berufsbegleitende DGI-Lehrgang Informationsassistenz 2017 findet in zwei mal zwei Wochenblöcken voraussichtlich vom 6. bis 19. Februar sowie vom 13. bis 25. März 2017 in Frankfurt am Main statt. Wie die Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen (DGI) mitteilt, vermittelt der Intensiv-Lehrgang Mitarbeitern aus Wirtschaft, Handel, Medien und Verwaltung alle einschlägigen theoretischen Grundlagen und vertieft

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