Nachrichten

Trendnacht – neues Veranstaltungsformat in der Stadtbibliothek Mannheim

Im Juni fand zum ersten Mal die Trendnacht in der Stadtbibliothek Mannheim statt. Als Veranstaltung des JungLe+ (des Jugendbereichs der Zentralbibliothek) richtete sich der Abend vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene. Über 100 Teilnehmer verteilten sich auf zwölf Stationen, die sich allesamt um Hobby und Freizeit drehten. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem aktuellen

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Illusion Datenschutz

Eigentlich will man es gar nicht wahrhaben, aber es ist Realität: Daten sind nie sicher, ganz egal, wer sie sammelt und wo sie liegen. Daten, die irgendwo angehäuft werden, lassen sich missbrauchen – und sie werden missbraucht, wie die jüngsten Abhörskandale zeigen. Es gibt keine Ausnahmen. Selbst die Rechner der Regierung und des Bundestags werden gehackt.

Was hat das mit Bibliotheken zu tun? Sehr viel, denn auch sie speichern massenweise sensible Daten; in erster Linie das, was Menschen lesen. Und das ist ein ganz wesentliches Merkmal für die Erstellung von digitalen Personenprofilen – für welche Zwecke auch immer.

Es ist noch keine zwei Jahre her, dass der Heidelberger Germanist Roland Reuß in einem polemischen Beitrag in der FAZ anprangerte, die Bibliotheken würden den Datenschutz massiv verletzen. Der gesamte Berufsstand war in Aufruhr. In Dutzenden von Stellungnahmen versicherten Bibliothekare, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Nur, reicht das?

Was hat das mit Bibliotheken zu tun? Sehr viel, denn auch sie speichern massenweise sensible Daten; in erster Linie das, was Menschen lesen. Und das ist ein ganz wesentliches Merkmal für die Erstellung von digitalen Personenprofilen – für welche Zwecke auch immer.

Inzwischen sind wir einen Schritt weiter und wissen, dass die Beachtung der rechtlichen Regelungen und die Anwendung technischer Schutzmaßnahmen letztlich unerheblich sind. Die Daten sind trotzdem nicht sicher. Das ist die neue Dimension des Problems. Bei einer der wohl spannendsten Veranstaltungen auf dem Nürnberger Bibliothekartag (siehe Bericht ab Seite 448) drehte sich die mehr als hitzige Diskussion genau um dieses Desaster. Die führenden Anbieter von Bibliothekssoftware waren so hilflos wie der Datenschutzbeauftragte Hamburgs. Ihr Eingeständnis: »Die Sicherheit von Daten ist eine Illusion.«

Was können Bibliotheken dann überhaupt noch tun? Trotz aller Euphorie für die Digitalisierung nur die allernotwendigsten Daten speichern. Und, wie es ein Diskussionsteilnehmer in Nürnberg formulierte, nicht alles umsetzen, was technisch möglich ist, vor allem dann nicht, wenn Menschenrechte und Demokratie gefährdet sind. Das mag hochgestochen klingen, ist aber angesichts der Aussage des obersten Hamburger Datenschützers beim Bibliothekartag mehr als angebracht: »Die Digitalisierung birgt erhebliche Probleme, und es stellt sich tatsächlich die Frage, wie lange es dauert, bis die Technik entgleist.«

Bernd Schleh (Leitender BuB-Redakteur)

BuB Heft 07/2015

SCHWERPUNKT Die Bibliothek als Dritter Ort

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • August/September 2015: Flucht - Wie Bibliotheken Angebote für Flüchtlinge schaffen
  • Oktober 2015: Frankfurter Buchmesse
  • November 2015: Datenschutz

Nachrichten

Die Musikstadt Stuttgart lädt zur Jahrestagung der Musikbibliotheken und Musikarchive ein

Zur Jahrestagung der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Musikdokumentationszentren (AIBM), Gruppe Deutschland laden in diesem Jahr die Stadtbibliothek Stuttgart, die Württembergische Landesbibliothek und die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart vom 22. bis zum 25. September 2015 in die Baden-Württembergische Landeshauptstadt ein. Die Stadtbibliothek Stuttgart – Bibliothek des Jahres 2013, vom Deutschen

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Phil & Sophie: Philosophieren mit Grundschulkindern

Unter dem Titel “ Phil & Sophie“ startete im Januar  2014 ein neues und experimentelles Leseförderungsprojekt in der Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt. In der Zweigstelle Bibliothek Krämpfervorstadt, die sich in einer Schule mit Kindern aus über 20 Nationen befindet, treffen sich seitdem monatlich 6 bis 8 Schüler der 3. und 4. KLasse, um über die

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Vom Raum zum Lernraum

Workshop Raumgestaltung für Bibliotheken Die aktuelle Entwicklung der Bibliotheksnutzung geht einher mit der Herausforderung, auf die veränderten Bedürfnisse der Nutzer mit adäquaten Raumkonzepten zu reagieren. Bibliotheken als Lernräume zu begreifen bedeutet nicht nur die Optimierung des Arbeits- und Leseumfeldes. Ebenso die Gestaltung von Erholungsaspekten der Bibliothek sowie modernen Kommunikations- und Arbeitsformen sind im Kontext einer

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Chinesische Delegation in der Stadtbibliothek Nürnberg

Nürnberg. Eine Delegation aus China hat die Stadtbibliothek Nürnberg besucht. Zu Gast waren ranghohe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nationalen Gesellschaft für Völkerverständigung der Volksrepublik China in Peking sowie Regierungsvertreter, Kulturverantwortliche und Kunsthandwerker der Stadt Hangzhou. Empfangen wurden sie von Dr. Wolfang Eckart, Direktor des Bildungscampus, und Elisabeth Sträter, Direktorin der Stadtbibliothek, die die Delegationsgruppe durch das

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Branchen-News

EBSCO Information Services und die H. W. Wilson Foundation bauen Partnerschaft aus um Open Dissertations-Datenbank anzubieten

pr. — EBSCO Information Services (EBSCO) und die H.W. Wilson Foundation erweitern ihre Partnerschaft mit dem Ziel, die Suche nach elektronischen Abschlussarbeiten und Dissertationen (ETDs) einfacher und offener zu gestalten. 2014 haben die beiden Unternehmen American Doctoral Dissertation entwickelt, die Indizierungen der von H.W. Wilson gedruckten Publikation Doctoral Dissertations Accepted by American Universities 1933-1955 enthält.

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Lesesaal

Vermittlung von naturwissenschaftlichen Kenntnissen in der Gemeindebibliothek Landquart (Schweiz). Foto: Bibliothek Landquart

Die Bibliothek als Dritter Ort

Von Robert Barth Als in den 1970er-Jahren die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese und dann die Malls in den Städten entstanden, waren auch bei uns vielbesuchte »Dritte Orte« geboren: Inszenierte Lebensräume, in denen man sich vorübergehend aufhält. Orte zwischen dem eigenen Zuhause (erster Ort) und der Arbeitswelt/Ausbildungsstätte (zweiter Ort).  Familien, Jugendliche, Senioren treffen sich

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Praxis

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Publikumsservice: Das Drei-Anker-Konzept der Stadtbibliothek am Neumarkt in Bielefeld

Die Stadtbibliothek Bielefeld setzt in Sachen Auskunft auf ein Drei-Anker-Konzept: Selbstbedienungstechnik, personalbetreutes Kundenfoyer und einen kompakten Schalter »Information und Publikumsservice«. Die positiven – und auch einige negative – Erfahrungen beschreibt der Direktor der Stadtbibliothek Bielefeld, Harald Pilzer, im Folgenden.

Politik

Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Gräueltaten. Die westliche Staatengemeinschaft ist nach Ansicht von Amnesty International nicht in der Lage, sie zu schützen. Symbolfoto: roboriginal - Fotolia.com

»Wir bekommen Schulterklopfer für unsere Arbeit, aber letztlich passiert zu wenig«

    Menschenrechtler sehen die Rechte auf Information- und Meinungsfreiheit, auf körperliche Unversehrtheit und dem Schutz vor Diskriminierung derzeit so stark in Gefahr wie lange nicht. BuB-Redakteur Steffen Heizereder hat den Bibliothekartag in Nürnberg, der Stadt der Menschenrechte, zum Anlass genommen, sich mit Thomas Kowohl von Amnesty International über die aktuelle Menschenrechtslage zu unterhalten.  

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