Der neu gewählte BIB-Vorstand. Tom Becker, kristina Lippold, Vesna Steyer, Dirk Wissen (von links). Foto: Steffen Heizereder

Nachrichten

Neuer BIB-Vorstand gewählt – Vesna Steyer übernimmt Vorsitz

  Nürnberg. Mit 169 von 225 möglichen Stimmen wurden Vesna Steyer am Donnerstag auf dem 104. Deutschen Bibliothekartag in Nürnberg von der Mitgliederversammlung des Berufsverbands Information Bibliothek (BIB) zur Vorstandsvorsitzenden des Berufsverbandes gewählt. Der neu gewählte Vorstand des BIB wird komplettiert von Kristina Lippold (208 Stimmen), Dirk Wissen (190) und Tom Becker (136).

»Positive Signale«

Gleich zwei positive Signale gibt es für Bibliothekare in dem Bereich, der ihnen derzeit am meisten zu schaffen macht: das unsichere digitale Umfeld. Zum einen hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Referentenentwurf vorgelegt, durch den das elektronische Buch zumindest bei der Preisbindung dem gedruckten gleichgestellt wird. Das ist kein Durchbruch auf breiter Front, aber immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der dickste Brocken liegt allerdings noch im Weg: die massive Einschränkung beim Verleihen von elektronischen Büchern. Hier müssen die Bibliothekare mit Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit weiterhin Druck machen.

Über den zweiten Erfolg freuen sich vor allem wissenschaftliche Bibliothekare. In dem seit Jahren schwelenden Rechtsstreit, den der Eugen-Ulmer-Verlag gegen die TU Darmstadt angestrengt und über den BuB immer wieder berichtet hatte, sprach der Bundesgerichtshof nun ein unerwartet klares Urteil: Ja, Bibliotheken dürfen Bücher aus ihrem Bestand digitalisieren und an sogenannten »elektronischen Leseplätzen« in der Bibliothek zur Nutzung anbieten. Die digitalen Inhalte können sogar heruntergeladen beziehungsweise ausgedruckt werden. Die Konsequenzen aus diesem Urteil erläutert der dbv-Vorsitzende Frank Simon-Ritz in einem Kommentar, der in der Juni-Ausgabe von BuB erscheint.

Digitale Angebote in Bibliotheken werden immer wichtiger, welchen Stellenwert sie insgesamt haben, bleibt unter Bibliothekaren freilich umstritten. Für manche spielen elektronische Angebote bereits die zentrale Rolle in der Bibliothek, für viele bleibt dagegen der direkte Kontakt mit den Besuchern weiterhin das Herzstück der bibliothekarischen Arbeit. Aus diesem Grund haben wir den Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe dem traditionellen Thema »Auskunftsdienst« gewidmet. Im Schwerpunkt des Juni-Heftes stellen wir unterschiedliche Modelle vor, mit denen Bibliotheken ihr Zusammentreffen mit den Nutzern – oder Kunden, schon hier unterscheiden sich die Ansichten ganz wesentlich – organisieren.

Bernd Schleh (Leitender BuB-Redakteur)

BuB Heft 06/2015

SCHWERPUNKT Auskunftsdienst

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Juli 2015: Die Bibliothek als dritter Ort
  • August/September 2015: Flucht - Wie Bibliotheken Angebote für Flüchtlinge schaffen
  • Oktober 2015: Frankfurter Buchmesse

Nachrichten

Feierliche Eröffnung der Firmenausstellung auf dem Bibliothekartag 2015. Fotos: Bernd Schleh

Bibliothekartag: Ende der Benachteiligung digitaler Medien gefordert

Mehr als 3.500 nationale und internationale Bibliotheksmitarbeiter nehmen in der Woche vom 26. bis 29. Mai am 104. Deutschen Bibliothekartag in Nürnberg, dem größten größtem Kongress der Bibliotheks- und Informationsbranche in Europa teil. An vier Tagen stehen insbesondere die Herausforderungen einer zunehmend digitalen Gesellschaft im Mittelpunkt der Tagung. Mit dem Aufruf „Ein Buch ist ein

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Ausschreibung 2015: Dieter Baacke Preis in fünf Kategorien

Bielefeld. Mit dem Dieter Baacke Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit beispielhafte Projekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus. Ziel ist, herausragende medienpädgogische Projekte und Methoden zu würdigen und bekannt zu machen, die Kindern, Jugendlichen und Familien einen kreativen, kritischen

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Wie digital sind Sie?

Köln. Anlässlich des Welttags des Buches und des Urheberrechts haben der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) und die Stadtbibliothek Köln zu einer öffentlichen Fachtagung eingeladen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kampagne »Netzwerk Bibliothek« des dbv statt. Zeitgleich wurde die Vollversion der Kampagnen-Website gelauncht. Dort sollen bibliothekarische Angebote und Bildungsprojekte einer breiten Öffentlichkeit noch besser sichtbar gemacht

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Am 27.5. findet das IQO-Forum Qualitätsmanagement auf dem Bibliothekartag in Nürnberg statt. Quelle: HdM Stuttgart

Informieren und voneinander lernen – erstes IQO-Forum Qualitätsmanagement auf dem 104. Bibliothekartag in Nürnberg

Nürnberg. Wie wird man eine Ausgezeichnete Bibliothek? Welche Erfahrungen haben Bibliotheken mit Qualitätsmanagement gemacht? Wie profitiert eine Bibliothek von einem Qualitätsmanagementsystem und der Zertifizierung als »Ausgezeichnete Bibliothek«? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt das IQO-Forum Qualitätsmanagement, das auf dem 104. Bibliothekartag in Nürnberg am Mittwoch, 27. Mai, von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr zum

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Branchen-News

ekz.bibliotheksservice wird Alleingesellschafterin der divibib GmbH

      Der Reutlinger Komplettdienstleister ekz.bibliotheksservice GmbH übernimmt rückwirkend zum 31.12.2014 sämtliche Anteile des 49%-divibib-Minderheitsgesellschafters, dem Unternehmer Holger Behrens. Die ekz wird damit alleinige Gesellschafterin der divibib GmbH mit Sitz in Wiesbaden, die sich seit der Gründung im Jahr 2005 mit ihrer digitalen Ausleihplattform „Onleihe” als Marktführer im Bereich der öffentlichen Bibliotheken etabliert hat.

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Lesesaal

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Publikumsservice: Das Drei-Anker-Konzept der Stadtbibliothek am Neumarkt in Bielefeld

Die Stadtbibliothek Bielefeld setzt in Sachen Auskunft auf ein Drei-Anker-Konzept: Selbstbedienungstechnik, personalbetreutes Kundenfoyer und einen kompakten Schalter »Information und Publikumsservice«. Die positiven – und auch einige negative – Erfahrungen beschreibt der Direktor der Stadtbibliothek Bielefeld, Harald Pilzer, im Folgenden.

Politik

Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Gräueltaten. Die westliche Staatengemeinschaft ist nach Ansicht von Amnesty International nicht in der Lage, sie zu schützen. Symbolfoto: roboriginal - Fotolia.com

»Wir bekommen Schulterklopfer für unsere Arbeit, aber letztlich passiert zu wenig«

    Menschenrechtler sehen die Rechte auf Information- und Meinungsfreiheit, auf körperliche Unversehrtheit und dem Schutz vor Diskriminierung derzeit so stark in Gefahr wie lange nicht. BuB-Redakteur Steffen Heizereder hat den Bibliothekartag in Nürnberg, der Stadt der Menschenrechte, zum Anlass genommen, sich mit Thomas Kowohl von Amnesty International über die aktuelle Menschenrechtslage zu unterhalten.  

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Praxis

IMG_7746_bearb. - Gute Punktschrift-Leser können genauso schnell lesen wie sehende Menschen. Jochen Schäfer und Andrea Katemann demonstrieren es.

Der blinde Bibliothekar: Dokumentieren, ohne hinzusehen

178 000 schwerbehinderte Menschen waren in Deutschland im Oktober 2014 arbeitslos – Tendenz steigend. Jochen Schäfer und Sezen Stearn sind zwei blinde Fachangesellte für Medien- und Informationsdienste. Auch sie haben Probleme, auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Job oder sogar eine Festanstellung zu bekommen. Und das, obwohl beide gut ausgebildet sind und mit technischen Hilfsmitteln ihren Arbeitsalltag

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