Bibliotheksgesetz

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Bibliotheksgesetz in Schleswig-Holstein verabschiedet

  Schleswig-Holstein hat ein eigenes Bibliotheksgesetz. Mit den Stimmen der Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Südschlesischem Wählerverbund (SSW) sowie Teilen der Piraten verabschiedete der Landtag am Freitag, 22. Juli 2016, den von Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) erarbeiten Gesetzentwurf. Nach Angaben des Landesparlaments sollen das Bibliothekswesen auf eine eigenständige Grundlage gestellt und die Bestände dauerhaft gesichert

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Unprogrammed Spaces

In der vergangenen BuB-Ausgabe sagte die Journalistin Kathrin Passig: »Es sollte gar keine zentrale Bibliothek mehr gebaut werden.« Doch werden Metropolbibliotheken nicht doch benötigt? Sie werden benötigt, nicht nur als Magnet oder Frequenzbringer, sondern federführend für die bibliothekarischen Organisationsabläufe. Durch ein gesamtstädtisches Bibliothekskonzept und Kooperationen, nicht nur mit den Stadtteilbibliotheken, sondern zahlreichen Bildungs- und Kultureinrichtungen, bilden sie ein Bildungs- und Kulturzentrum. Die Stadtteilbibliotheken sind dagegen die bürgernahen Pole. Die zentrale Bibliothek hat unter anderem die Funktion, Verwaltungseinrichtung zu sein, ein Fundament für die historischen Sammlungen zu bieten und den Auftrag, zukunftsorientierte Innovationen für das Gesamtsystem zu entwickeln.

Konzeptionell sollte hierbei auf die interkulturellen Strukturen und Milieus flexibel und mit altersgerechten Bildungs- und Kulturangeboten reagiert werden. Darüber hinaus sollte das Bibliothekskonzept auch Anforderungsprofile zum demografischen Wandel und Integrationsprogramme entsprechend der Flüchtlingsentwicklung beinhalten. Best-Practice-Beispiele bieten hier die Urban Mediaspaces, wie zum Beispiel in Stuttgart die Bibliothek 21 oder das Dokk1 im dänischen Aarhus beziehungsweise die Openbare in Amsterdam. Eines haben solche neu konzipierten Zentralen gemein: Sie erzeugen eine Aufwertung, nicht nur ihrer näheren Umgebung oder des Bezirks, sondern für die gesamte Stadt.

Die Qualität einer Bibliothek zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur bestimmte Interessengruppen oder bestimmte Stadtbezirke bedient, sondern in ihrer Angebotsvielfalt für alle Altersgruppen und Bildungsschichten etwas zu bieten hat, getreu dem Motto »Zuerst der Mensch, dann die Medien«. Doch dies erfordert ein gutes und fortwährend weiterqualifiziertes Personal, das für gesellschaftliche und technische Entwicklungen offen sowie lernwillig ist und für die Integration von Kreuzqualifikationen zugänglich, um diese in das Bibliotheksteam zu integrieren. All dies böte Zukunft für eine Metropolenbibliothek und deren Stadt. Darüber hinaus sollte eine solche Bibliothek Service bieten, welchen das Internet nicht bieten kann, wie zum Beispiel räumliche Atmosphäre, persönliche Kontakte, haptische Angebote bis hin zu »Unprogrammed Spaces«. Diese und viele weitere neue Aspekte und Trends bei der Architektur und Gestaltung von Bibliotheken zeigt der Schwerpunkt der aktuellen BuB-Ausgabe ab Seite 466.

Dirk Wissen, BuB-Herausgeber

BuB Heft 08-09/2016

SCHWERPUNKT Räume der Zukunft

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • Oktober 2016: Frankfurter Buchmesse
  • November 2016: Mobile Bibliotheksangebote
  • Dezember 2016: NS-Raubgut

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Nachrichten

Eemhuis, Amersfoort, Neutelings Riedijk architecten

Het Eemhuis: Ein Bibliothekskonzept für die nächste Generation

  Der Beitrag stellt am Beispiel des Het Eemhuis die Bibliothekslandschaft der Stadt Amersfoort und ihrer Umgebung vor. Hier lässt sich anschaulich zeigen, auf welche Art und Weise sich niederländische Bibliotheken von der traditionellen Funktion der Buchausleihe zu Einrichtungen gewandelt haben, die Zentren für informelle Bildung und persönliche Entwicklung sind, deren Aktivitäten den sozialen Aspekt

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Franziskaner

Franziskaner in Würzburg verkleinern ihre Bibliothek

  Die bevorstehende große Baumaßnahme am Würzburger Franziskanerkloster macht eine grundlegende Neuausrichtung der ordenseigenen Bibliothek notwendig. Das teilte die Pressestelle des Bischöflichen Ordinariats Würzburg mit. In Zusammenarbeit mit der Diözesanbibliothek Würzburg wird demnach der Bestand deutlich reduziert. Die nicht mehr benötigten Bücher werden an einen Großantiquar übergeben, der auf die Verwertung ganzer Bibliotheken spezialisiert ist.

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Zukunftsstrategie

Zukunftsstrategie für Berliner Öffentlichen Bibliotheken vorgestellt – Kritik aus Oposition

  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat eine Zukunftsstrategie für die Öffentlichen Bibliotheken der Stadt. Am 18. Juli stellte er die Ergebnisse gemeinsam mit Volker Heller von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), und Cerstin Richter-Kotowski, der Vorsitzenden der Verbundkonferenz der Öffentlichen Bibliotheken, vor. Wie die »Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten« mitteilt, umfasst die Strategie vier

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Neue Entgeltordnung: Durchbruch bei der Eingruppierung

PDF: Vergleich der Tätigkeitsmerkmale für Bibliotheken PDF: Vergleich der VKA-Tätigkeitsmerkmale für Bibliotheken   Als letzter der drei großen öffentlichen Arbeitgeber hat sich nun auch die VKA, die »Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände«, im Rahmen der diesjährigen Tarifrunde mit ver.di auf eine Entgeltordnung (EGO) geeinigt. Sie tritt am 1. Januar 2017 in Kraft und stellt für Bibliotheksbeschäftigte

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Lesesaal

Animation der ehemaligen Viadrina. 1962 abgebrochen, wurde das Kollegienhaus, in dessen erstem Obergeschoss die Bibliothek untergebracht war, 2006 virtuell im Rahmen des Viadrina-Projekts wieder aufgebaut. Screenshots: http://avia.kobv.de/viadrina/start.html

»Das Projekt mit den alten Viadrina-Drucken ist etwas Besonderes«

  Am 15. April 1506 wurde die Viadrina gegründet, die erste brandenburgische Landesuniversität in Frankfurt an der Oder. Sie bestand bis 1811, als sie im Zuge der Neuordnung des preußischen Universitätswesens geschlossen und von Frankfurt nach Breslau, dem heutigen Wrocław, in Polen verlegt wurde. Mit der Universität verließen 28 000 Bücher und Drucke Frankfurt. Fast 200

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Öffentliche Bibliothek

Regeln für die Konfliktbewältigung sollten in jeder Bibliothek im Team erarbeitet werden, sagt BuB-Autorin Maria Klupp. Foto: Foto: max_776 / Fotolia

Vom Umgang mit schwierigen Nutzern in Konfliktsituationen

  Das Wichtigste gleich vorneweg: Ich ziehe den Hut vor Menschen, die heute in Bibliotheken arbeiten. Warum? Weil ich in den letzten Jahren als Stressmanagement- und Kommunikationstrainerin in zahlreichen Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Erfahrung gemacht habe, dass es heute im Bibliotheksalltag praktisch nichts gibt, was es nicht gibt. Der Phantasie sind keine Grenzen

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Praxis

Bestandsaufbau

Konvergenz und Kontingenz – Vom Bestandsaufbau zum Management von Informationen

  Die in BuB 05/2016 geführte Diskussion um den Bestandsaufbau in Bibliotheken wirkt  vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen auf dem Verlags- und Informationsmarkt und nicht zuletzt in den Bibliotheken selbst fast schon anachronistisch. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist traditioneller Bestandsaufbau für die Zukunft  längst irrelevant und für die reale Nutzung und das

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Schulbibliotheken / Spezialbibliotheken

Musikbibliotheken

Musikbibliotheken im Zeitalter des digitalen Wandels

  Die Veränderungsprozesse in der digitalen Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf Bibliotheken bleiben auch für Musikbibliotheken nicht ohne Folgen, mehr noch, sie stellen sich hier wie unter einem Brennglas gebündelt dar. Attraktive Neubauten und Neueinrichtungen der letzten Jahre wie in Stuttgart, Essen, Nürnberg, Wiesbaden oder aktuell in Detmold können nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Sparte

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