Preis „Bibliothek des Jahres“ in Stuttgart verliehen

 

Seit Eröffnung des Stuttgarter Neubaus am 23. Oktober 2011 wurden über 2,6 Millionen Besucher in die Zentral- und Stadtteilbibliotheken gelockt. Foto: Kraufmann/Hörner - Stadt Stuttgart

Seit Eröffnung des Stuttgarter Neubaus am 23. Oktober 2011 wurden über 2,6 Millionen Besucher in die Zentral- und Stadtteilbibliotheken gelockt. Foto: Kraufmann/Hörner – Stadt Stuttgart

Stuttgart. Mit der Stadtbibliothek Stuttgart geht die bundesweit höchste Auszeichnung für Bibliotheken, der Preis „Bibliothek des Jahres“, bereits zum dritten Mal an eine Bibliothek in Baden-Württemberg. Der Deutsche Bibliotheksverband  (dbv) und die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius verleihen seit dem Jahr 2000 jährlich diese Auszeichnung. 2009 erhielt sie die Stadtbücherei Biberach a. d. Riss, 2010 die Universitätsbibliothek Konstanz.

„Dass Baden-Württemberg eine solche Vielzahl an Leuchttürmen im Bereich der Bibliotheken besitzt, ist keine Selbstverständlichkeit“,  so Frank Mentrup, Vorsitzender des baden-württembergischen Landesverbands und Karlsruher Oberbürgermeister, in seinem Grußwort bei der Festveranstaltung in der Stuttgarter Bibliothek am Mailänder Platz. „Das im Bundesvergleich so gut entwickelte Bibliothekswesen spiegelt das Verantwortungsbewusstsein vieler Kommunen und des Landes wider, die auch oder gerade in Zeiten angespannter  Haushaltslagen in moderne, leistungsfähige Bibliotheken investiert haben.“

Mentrup weist aber auch deutlich auf die „weißen Flecken“ in der Bibliothekslandschaft in Baden-Württemberg hin. Die Bibliotheken des Landes stehen vor großen Herausforderungen. Open Access, digitale Angebote, das Urheberrecht, Bibliotheken als Bildungspartner, Bibliotheken als Orte der Weiterbildung, Sonntagsöffnung von Bibliotheken, verlässliche Rahmenbedingungen, viele Baustellen – an der einen oder anderen Stelle wäre eine stärkere Unterstützung des Landes mehr als wünschenswert.

Bibliotheken sind bemerkenswerte Einrichtungen. Wie kaum eine andere öffentliche Einrichtung schaffen sie den Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen Buch- und Schriftkultur und dem digitalen Zeitalter. Ständig erfinden sie sich neu. Aber immer schon sind sie ein Treffpunkt, ein Forum für die Bürger, ein Forum für die Demokratie. Eine funktionierende, demokratische Gesellschaft braucht Bibliotheken, braucht Garanten für den freien Zugang zu Information. Gerade in Zeiten, in denen der freie Zugang zu digitalen Quellen zunehmend kommerzialisiert wird, in Zeiten von Google, Twitter  und Co nimmt die Bedeutung von Bibliotheken stetig zu: „Noch nie waren sie so wertvoll wie heute“, betont Mentrup.

Der baden-württembergische Verband will am „Tag der Bibliotheken“, dem  24. Oktober, den Blick der Politik und der Öffentlichkeit im Land auf die Leistungsfähigkeit von Bibliotheken lenken. Zahlreiche baden-württembergische Bibliotheken beteiligen sich auch mit einer Vielfalt von Veranstaltungen und Aktionen bis zum 31.10. an der bundesweiten Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek – Information hat viele Gesichter“. (Foto: Kraufmann/Hörner – Stadt Stuttgart / 24.10.2013)

 

 

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