Leseclubs im Sommer: Junge Menschen „verschlangen“ in 2014 über eine halbe Millionen Bücher

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Fotos: Helge Krückeberg

 

Dass sich das Lesen auch im digitalen Zeitalter unter jungen Menschen weiterhin großer Beliebtheit erfreut, zeigen die Leseclubs im Sommer, die jedes Jahr in mittlerweile 13 Bundesländern während der Sommerferien stattfinden. Bestätigt wird das durch die bundesweite gemeinsame Statistik der verschiedenen Initiativen: 80.881 Kinder und Jugendliche haben in 825 beteiligten Bibliotheken insgesamt 513.165 Bücher entliehen!

SommerLeseClub in Rheine: die Mädchen Meike, Amelie und Maresa sind tief in Büchern versunken.
Angefangen hat es in Los Angeles mit dem Summer Reading Club, der 2002 durch Ute Hachmann über die Bertelsmann Stiftung nach Brilon kam. Das Projekt wurde zunächst in Nordrhein-Westfalen unter dem Label „SommerLeseClub“ erprobt und in den Folgejahren in gleicher Grundstruktur in anderen Bundesländern etabliert. Bei der Teilnahme an einem Club werden in den Ferien ausgewählte Bücher gelesen, um Zertifikate oder Urkunden zu erhalten, Preise zu gewinnen und am Rahmenprogramm teilzunehmen. Die TeilnehmerInnen versinken dabei nicht „nur“ in Büchern; in vielen Bibliotheken erwartet die Kinder und Jugendlichen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm aus Begleitveranstaltungen, Workshops und Aktionen: Sie feiern bei Auftakt – und Abschlussveranstaltungen, testen Konsolenspiele, entdecken in Schreibwerkstätten eigene Talente, zeichnen Comics, tauschen sich bei Club-Treffen aus, übernachten in der Bibliothek und vieles mehr.

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Lesen, lesen, lesen. Jugendliche in der Stadtbibliothek Bremen.

Durch diese attraktiven Aktionen und das Einbeziehen der Lebenswelten der Zielgruppe finden auch eher leseferne junge Menschen den Weg in ihre Bibliothek. So lässt sich das wichtigste Ziel der Leseclub-Initiativen, eine erfolgreiche Leseförderung fernab von Schule, Pflicht und Noten, umsetzen. Die Leseclubs wollen vor allem die Begeisterung und den Spaß am Lesen wecken und die Bibliotheksnutzung Heranwachsender fördern, um dem sogenannten „Leseknick“ bei Jugendlichen vorzubeugen.

Diese Form der Leseförderung auch in Zukunft attraktiv und erfolgreich zu gestalten und in Deutschland weiterhin auszubreiten sowie Kontinuität zu gewährleisten, hat sich das Netzwerk „LeseClubs im Sommer“ zur Aufgabe gemacht: Seit 2008 tauschen VertreterInnen der verschiedenen Initiativen über eine Mailingliste und regelmäßige Arbeitstreffen ihr Know-How aus der Praxis aus und sprechen über ihre Erfahrungen, Motive, Erfolge und Aufgaben. Zentrale Themen sind dabei vor allem eine gemeinsame Evaluierung und die ständige Auseinandersetzung mit den Zielen der verschiedenen Programme.

Die Erfolgsgeschichte der Leseclubinitiativen im Sommer beweist, dass sich das Engagement der Beteiligten am Netzwerk, der Projektleitungen und der BibliothekarInnen auszahlt. Die Vorbereitungen für die Leseclubs 2015 laufen bereits seit den Wintermonaten in den verschiedenen Bundesländern in ganz Deutschland auf Hochtouren. Der Einsatz der zahlreichen Beteiligten der verschiedenen Initiativen hat eine große Wirkung und zeigt, wie Leseförderung langfristig und nachhaltig gelingen kann.

Julius-Club 2013

Der Julius-Club in Niedersachsen kommt gut an.

 

Einen Überblick über die LeseClubs im Sommer und die Statistik der letzten Jahre ist hier zu finden.

Sarah Maria Braun (30.3.2015)

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