Bibliotheken als Orte einer bunten Mischung frischer Ideen

Wildau. Die auf dem 8. Wildauer Bibliothekssymposium jüngst dargelegten 20 Beiträge hätte man sich auch gut auf der Bühne der TED-Talks (Technology, Entertainment, Design) vorstellen können. Bei dieser renommierten Präsentationsfläche von Innovationen jeglicher Couleur gemäß dem Grundsatz »ideas worth spreading« bleiben einem weniger als zwanzig Minuten, um für den eigenen, neuen Ansatz zu begeistern.

 

Spannende Vorträge und viele neue Ideen gab es beim 8. Wildauer Bibliothekssymposium. Foto: Henning Wiechers / TH Wildau

Spannende Vorträge und viele neue Ideen gab es beim 8. Wildauer Bibliothekssymposium. Foto: Henning Wiechers / TH Wildau

 

Auf jeden Fall war die zweitägige Konferenz Werbung für neu beschrittene Wege, ob organisatorisch oder technisch. Es wurden Fragen diskutiert, welche die institutionelle Verankerung von Innovationen in Informationseinrichtungen betreffen, oder Felder bearbeitet wie Serendipität, die nicht zu vernachlässigen ist in einer Zeit, in der man nahezu bei jeder Recherche gewohnt ist, glücklicher Finder von Informationen zu sein.

Wenn es die hiesige Industrie charakterisiert, in Nischen exzellent aufgestellt zu sein, so waren bei der Konferenz puzzleartig Beispiele für viele erfolgsversprechende Projekte im Kontext der Entwicklung von Bibliotheksdiensten referiert worden. Dabei waren zukunftsfähige Themen wie die dynamische Lagerhaltung als platzsparende Magazinierung für mehr Nutzerarbeitsplätze ebenso aufgenommen wie die neue Methode des agilen Projektmanagements. Diskutiert wurde, ob sich in jedem Fall die Entwicklung einer eigenen App lohnt oder Webseiten im responsiven Design eine weniger personalaufwendige Antwort darauf sein können.

Ein Kollege stellte ein webbasiertes Projekt zur Verbesserung der Erwerbung von Neuerscheinungen vor, welches in Handhabung und Design bewusst an kommerzielle und vertraute Umgebungen erinnert. Präsentiert wurde das roll-out einer neuen Initiative zur Stärkung der Erlebnisbibliothek und ihres Showroom-Effekts via iBeacon Ortung. Kartenbasierte Darstellungen von digitalen Kollektionen wurden in das Feld der neuen Dienste überführt, Lizenzierungsmodelle im Streaming-Bereich sowie längere Öffnungszeiten durch unbemannte Bibliotheken vorgestellt.

Ebenfalls im überschaubaren Feld von RFID sind Inventur- und Verschlüsselungsverfahren vorgestellt worden – und die Umsetzung eines Generationswechsels der RFID-Anlagen. Man darf gespannt sein, welche Beiträge im kommenden Jahr in den zweiten Konferenzband Eingang finden und auch, mit welchen Themen am 13./14. September 2016 das 9. Wildauer Bibliothekssymposium eingeläutet werden wird.

(Frank Seeliger, 12.10.2015)

 

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