Die Bibliothek der unlesbaren Zeichen

 

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Die Ausstellung „Axel Malik – Die Bibliothek der unlesbaren Zeichen“ ist vom 20. August bis 17. November in der UB Weimar zu sehen.

 

Weimar. Am 18. August startet die 28. Ausgabe des Kunstfests Weimar. Am Eröffnungswochenende, am 20. August, wird auch die Ausstellung des Berliner Künstlers Axel Malik »Die Bibliothek der unlesbaren Zeichen« in der Universitätsbibliothek Weimar eröffnet. Die Ausstellung wird an gleich zwei Orten in Weimar zu sehen sein. Das Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv (GSA) wurde ebenalls als Kooperationspartner und zweiter Ausstellungsort gewonnen.

Der Ausgangspunkt für diese Kooperation besteht in einigen Blättern im Goethe’schen Nachlass, in denen Goethe sich – im Umkreis der Arbeiten an der Gedichtsammlung »West-östlicher Divan« – an arabische und persische Schriftzeichen angenähert hat. Die Reproduktion eines solchen Blattes stellt für Axel Malik schon seit mehr als 20 Jahren eine Inspirationsquelle dar. In der Universitätsbibliothek werden eine ganze Reihe von hochwertigen Reproduktionen von handschriftlichen Blättern Goethes aus den Jahren 1815 und 1816 gezeigt – direkt vis-à-vis werden Arbeiten Maliks hängen, die auf die Blätter Goethes Bezug nehmen.

Einen ganz besonderen Akzent kann Axel Malik in Weimar dadurch setzen, dass ihm auch im GSA Wandflächen für seine großformatigen Arbeiten zur Verfügung gestellt werden.

Bibliothek der unlesbaren Zeichen: Komplexe Schreibspuren

Axel Malik schreibt seit 1989 Tag für Tag. Millionen von einzigartigen, sich zu komplexen Schreibspuren verdichtenden Zeichen dokumentieren ein Projekt, das Malik als »skripturale Methode« bezeichnet. Seine Schriftzeichen sind nicht Symbol, beruhen auf keinem Code. Sie bilden einen unlesbaren Text, der nichts zu bedeuten scheint. Bei näherer Betrachtung lässt sich jedoch eine differenzierte und präzise Struktur erkennen: zwischen Schrift und Malerei, nicht zu entschlüsseln – und gerade deshalb faszinierend und erstaunlich konkret.

In der Weimarer Universitätsbibliothek mit ihrer besonderen Architektur setzt Malik den lesbaren Zeichen der Bücher seine ganz anderen Texte gegenüber. Mit Zeichen-Interventionen auf allen Ebenen der Bibliothek eröffnet er ungewöhnliche und einzigartige Perspektiven auf Schrift, Lesen und Schreiben.

Zur Ausstellungseröffnung (20. August um 11 Uhr) im Audimax reagiert der Kulturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogl auf Axel Maliks Installation, während der Künstler selbst in einer Schreibperformance erlebbar macht, mit welcher Intensität sich die Zeichen aus dem Nichts heraus artikulieren.

Weitere Informationen gibt es unter: www.kunstfest-weimar.de

red / 1.8.2017

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