Das Brettspiel »Azul« ist das Spiel des Jahres 2018

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Berlin. Die Jury vom Verein Spiel des Jahres wählte das Brettspiel »Azul« von Michael Kiesling zum Spiel des Jahres 2018. In diesem taktischen Legespiel beauftragt der portugiesische König Manuel I. Handwerker, die Wände seines Palasts mit schönen Mosaiken zu verzieren. Dafür sollen sie nicht irgendwelche Keramikfliesen verwenden, sondern die sogenannten Azulejos. Unter den Fliesenlegern entbrennt nun ein Wettbewerb, die besten Fliesen zum richtigen Zeitpunkt aus den Manufakturen zu erhalten. Von einem Anbieter alle genau einer Sorte – so lautet der Modus Zug für Zug bei der Auswahl. Abhängig von der Position im Mosaik brauchen die Handwerker mal viele Fliesen einer Sorte, mal wenige, um das Muster erweitern zu dürfen. Wer sich verspekuliert und zu viele Kacheln nehmen muss, büßt Punkte ein. Belohnt hingegen wird, wer zusammenhängend kachelt und am Ende vollständige Reihen und Spalten im Mosaik vorweisen kann. »Azul« ist für Spieler ab 8 Jahren geeignet.

Begründung der Jury

Wie die Jury vom Verein Spiel des Jahres mitteilit, vereint das abstrakte »Azul« vermeintliche Gegensätze: Die fast schon nüchterne Funktionalität des Spielbretts sei ein gelungener Kontrast zur Ästhetik des entstehenden Mosaiks. Die Haptik der Kachelsteine verstärke den wertigen Eindruck. Allein das Material sei ein Genuss. Zudem sei Autor Michael Kiesling die »Meisterleistung« gelungen, einem einfachen Auswahlmechanismus so viel Tiefgang zu verleihen, dass dieser einen nahezu endlosen Wiederspielreiz auslöse.

Der Autor

Michael Kieslings Leidenschaft für das Spielen begann bereits in der Schule, damals noch mit Skat und Doppelkopf. Heute widmet sich der gelernte Diplomingenieur in seiner Freizeit dem Entwickeln eigener Spiele. Seit 1997 hat er zusammen mit seinem Autorenkollegen Wolfgang Kramer über 40 Spiele veröffentlicht. Als aufeinander eingespieltes Autorenteam haben beide viele Preise für gemeinsam entwickelte Spiele gewonnen – unter anderem zweimal das »Spiel des Jahres«. Mit »Azul« hat Michael Kiesling nun zum vierten Mal ein Spiel ausschließlich unter seinem Namen veröffentlicht.

Der Grafiker

Chris Quilliams aus Winnipeg zeichnet seit er sich erinnern kann. Er studierte Bildende Kunst an der Universität von Manitoba mit dem Ziel, Comicbook-Zeichner zu werden. Mit der Zeit begann deshalb, Spiele zu illustrieren – zunächst freiberuflich. Dieser Sprung markiert den Beginn seiner Karriere als Künstler. Er hat bereits für viele Spieleverlage in der Branche gearbeitet und arbeitet nun fest für Plan B Games.

Der Verlag und Vertrieb

Erst seit Ende 2016 gibt es den kanadischen Verlag Plan B Games, der ein nach Marken strukturiertes Programm besitzt. Eine Marke für Familienspiele (Plan B Games), eine für Kennerspiele (eggertspiele), eine für abstrakte Spiele (Next Move) und eine für Geschicklichkeits-Spiele (Pretzel). Pegasus Spiele übernimmt seit Jahren den Vertrieb von internationalen Partnern wie Plan B Games, Matagot, Steve Jackson Games, Lautapelit, Portal Publishing oder Gigamic. Der Friedberger Verlag und Vertrieb hat sich auch mit Eigenmarken wie »Istanbul« oder »Port Royal« einen Namen gemacht und gewann im Vorjahr mit »Kingdomino« das Spiel des Jahres.

Bildnachweis: Plan B Games

red / 24.7.2018

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