Vorleseprojekt für Väter

VLT_Logo_rz_vektorHeilbronn. „Wir wollen Lesevorbilder für unsere Söhne und Enkel aktivieren!“ Damit begründet Hans Henning Schneider, Vorsitzender des Freundeskreises der Stadtbibliothek Heilbronn (Baden-Württemberg) , das Engagement des Vereins am zehnten bundesweiten Vorlesetag. An diesem Freitag, 15. November, schwärmen wieder über 160 Männer aus – mehr als je zuvor – und lesen in Heilbronner Schulklassen und Kindertagesstätten vor.

„Die Nachfrage der Einrichtungen nach diesem Angebot steigt von Jahr zu Jahr, aber es sind erfreulicherweise auch immer mehr Männer bereit, an diesem Tag vorzulesen“, so Schneider. 215 Veranstaltungen wird es diesmal allein in Heilbronn bei „Mann liest vor“ geben, die Aktion findet dort bereits zum siebten Mal statt.

Laut aktueller Vorlesestudie der Stiftung Lesen liest ein Drittel aller Eltern ihren Kindern zu wenig oder gar nicht vor. Und Väter haben beim Vorlesen besonderen Nachholbedarf. Vielen Eltern ist die Bedeutung des Vorlesens für eine gute Sprachentwicklung und mehr Bildungschancen nicht bewusst. Und so möchte der Freundeskreis die Werbung für das Vorlesen weiter verstärken. Firmen sollen für einen „Vorleseservice“ in ihrem Firmennetz gewonnen werden.

Seit einiger Zeit bietet die Stiftung Lesen die Aktion „Mein Papa liest vor“ an: ein Vorlese-Service am Arbeitsplatz. Über die Unternehmen werden gezielt männliche Arbeitnehmer, aber natürlich auch die Arbeitnehmerinnen, wöchentlich mit einer neuen Vorlesegeschichte zum kostenlosen Download dazu angeregt, diese zu Hause ihren Kindern vorzulesen. Ziel ist es, das Kommunikationsfeld „Arbeitsplatz“ strategisch in Leseförderungsprojekte einzubinden und Vätern einen für sie leicht zu nutzenden Zugang zu attraktivem Vorlesestoff zu bieten. Zugleich erfahren Väter, warum Vorlesen wichtig ist: Vorlesen „versorgt“ Kinder nicht einfach mit Informationen, es fördert ganz umfassend die visuelle und auditive Wahrnehmung, wirkt sich positiv auf die Sprachentwicklung aus, trainiert die Konzentrationsfähigkeit und ist nicht zuletzt für die emotionale Entwicklung von großer Bedeutung. Denn Vorlesen ist keine „Einbahnstraße“: Gerade auch im familiären Umfeld kommen Klein und Groß miteinander ins Gespräch, thematisieren Alltagserlebnisse, vertiefen die gegenseitige Vertrautheit. Und ganz besonders wichtig: Vorlesen macht einfach Spaß.

In Heilbronn erhalten die teilnehmenden Unternehmen, dank der freundlichen Unterstützung zahlreicher Verlage, wöchentlich neue Vorlese-Geschichten, die sie im Firmen-Intranet bereitstellen können. Diese Geschichten sprechen die unterschiedlichen Interessen von Jungen und Mädchen an und berücksichtigen verschiedene Altersgruppen und kulturelle Hintergründe. Über das Intranet können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Service nutzen. Und die Stadtbibliothek hält die vorgestellten Bücher auch zur Ausleihe bereit. (13.11.2013)

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