Glitzer statt Staub | re;publica und ‚wir’, die Bibliotheken

Die dreizehnte Ausgabe der größten Digitalkonferenz ist bereits (leider) wieder einmal zu Ende. Während ich nun erst das zweite Mal dabei war, begleiten einige Kolleg*innen aus den Bibliotheken die Diskussionen zur digitalen Gesellschaft bereits seit vielen Malen, und inhaltlich sind sie 2019 zumindest durch die Stadtbibliothek Pankow vertreten, letztes Jahr gab es einen großartigen Vortrag der STB Köln mit dem MIT.

re;publica 2019 im Station in Berlin

Tl;dr – to long, didn’t read. Das oft verwendete Kürzel der Netzwelt und diesmal Motto  der #rp19 greift die Diskussionen um die oftmals sinnentstellende Verknappung  von Informationen auf, die wir erst kürzlich in Leipzig auf Bibliothekskongress und Buchmesse breit – aber leider viel zu sehr nur mit uns – diskutiert haben:

Denn die Dinge sind kompliziert. Die Dinge sind komplex. Die Dinge wollen durchdacht, diskutiert und von verschiedenen Seiten betrachtet werden. Darum widmen wir die […] re:publica der Langform, dem Kleingedruckten, den Fußnoten, der Kraft der Recherche, der Kraft der Kontroverse und der Dringlichkeit, die Themen, die uns spalten (oder vereinen!) NICHT zu vereinfachen.  

Das Motto hätte uns alle wachrütteln müssen – sind wir es doch, die Bibliotheken, die für Multiperspektivität der Informationsangebote stehen, die in der Fläche präsent sind und die sich drüber hinaus schon seit langem auch der digitalen Transformation widmen.  Schön, wenn Klaus Lederer – der letztes Jahr in Berlin auf dem #dbt18 das Grußwort gesprochen hat, uns Bibliotheken (und wie gesagt Pankow ist die einzige, die im Programm präsent ist) laut wertschätzt, indem er sein ‚Ministerium’ uns widmet:

Bibliotheken sind Basisstationen der Partizipation und müssen über entsprechende Infrastrukturen verfügen! Als Kultursenator bin ich deren Infrastrukturminister!

Schön auch, wenn in der wirklich herausragenden Rede des Bundespräsidenten gefordert wird, dass

[…] nicht etwa die Digitalisierung der Demokratie, sondern die Demokratisierung des Digitalen die drängendste Aufgabe ist!

Schade, dass unsere Rolle dabei (noch) nicht gesehen wird und dass wir Bibliotheken nicht ausreichend Gelegenheit ergreifen, hier mit digitalen Vorreiter*innen und bunten partizipativen Initiativen der offenen Stadtgesellschaft den Dialog und neue Partnerschaften suchen.

Das sollte sich ändern. Und das denken wir an. Gemeinsam mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Instituten und Regionen haben wir in einem Meet-up überlegt, wie wir die Verbände überzeugen zu können, mit uns hier eine bessere Präsenz zu bekommen und sichtbar zu machen, wie digital aktiv Bibliotheken aller Größen längst sind und wie relevant wir als Kooperationspartner*innen auch für Akteure der re;publica sein können. In einem weiteren Meet-up mit Vertreterinnen des dbv haben wir erfahren, dass dieser seinerseits bereits versucht, in Hintergrundgesprächen auszuloten, wo und wie eine aktive Teilnahme sinnvoll und machbar ist, der BIB unterstützt dabei auch.

Meet-up auf der re;publica. Wir diskutieren und glitzern.

Wir sind hier aber auf unsere Community – auf Euch – angewiesen: Ihr habt Ideen und wollt Euch beteiligen?
Gerne doch – mail an tom.becker@th-koeln.de,kontaktet doch einfach @elibtanja, @stpnLibrarian  via Twitter oder tretet der FB-Gruppe „Bibliotheken auf die re publica“ bei.

Glitzer statt Staub – Motto unseres Meet-ups.

 

Unabhängig davon: Traut euch, die tollen digitalen und demokratievermittelnden Projekte eurer Bibliothek bei der re;publica einzureichen – denn bis zu einer gemeinsamen größeren Lösung kann es noch etwas dauern.

Es ist gerade deshalb wichtig, in der Zwischenzeit mit coolen innovativen und partizipativen Digital-Formaten und -Aktionen, die wir längst anbieten, auf „uns“ Bibliotheken aufmerksam zu machen in dieser Netz-Communitiy, die uns braucht, aber das noch viel zu wenig weiß…

 

Tom Becker & Tanja Erdmenger | 9. Mai 2019

 

 

 

 

 

 

 

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