DRESDEN-concept übergibt 3D-Druck-Gesichtsschilde an Kliniken

Zahlreiche Partner des Verbunds DRESDEN-concept (DDc) haben gemeinsam mit dem Branchenverband für Biotechnologie und Medizintechnik »biosaxony« im 3D-Druck Gesichtsschilde für medizinisches Personal hergestellt. Bereits vor zwei Wochen wurden mehrere solcher Gesichtsschilde vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an die Städtischen Kliniken Dresden übergeben. Das Uniklinikum ist für die Verteilung für Dresden und das Umland zuständig.

Wie DRESDEN-concept mitteilt, hilft der Verbund mittels 3D-Druckprodukten bei möglichen Lieferengpässen von medizinischen Bedarfsteilen aus. Mehrere Forschungseinrichtungen und Firmenvertreter aus Sachsen meldeten sich auf den Aufruf von DRESDEN-concept. Fast 50 3D-Drucker aus Dresdner und Leipziger Forschungseinrichtungen stehen nun zur Verfügung. Dem Aufruf folgend, hatten sich DRESDEN-concept-Partner, wie das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, die Professur für Technisches Design der TU Dresden, das Zentrum für Translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und der Makerspace der SLUB zusammengetan. Auch Industrieunternehmen aus ganz Sachsen beteiligen sich an dem Vorhaben.

Großes Engagement

»Wir sind überwältigt vom großen Engagement seitens der DRESDEN-concept-Partner und der sächsischen Firmen. Mitarbeiter auf allen Ebenen arbeiten zusammen, um den Engpass von Gesichtsschilden mit gedruckten Modellen entgegenzuwirken. Die DDc-Partner und die Firmen unterstützen ganz unbürokratisch mit Ressourcen, Materialien und Ausrüstung«, sagt Brigitte Voit, Vorstandsmitglied von DRESDEN-concept und wissenschaftliche Direktorin des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden.

Ausgehend von Open Source-Dokumenten zur Herstellung von Gesichtsschilden entwickelten Wissenschaftler des Uniklinikums Dresden, Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden, Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf, Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik und der TU Dresden gemeinsam mit Mitarbeitern der Dresdner Kliniken Passformen, die auch bei einer dauerhaften Benutzung einen angenehmen Tragekomfort bieten.

»Wir freuen uns, mit diesem hochprofessionellen Angebot von 3D-Druckprodukten Materialknappheiten und Lieferengpässen in Ostsachsen begegnen zu können«, sagt Dr. Christian Kleber, Leiter der Zentralen Krankenhausleitstelle Dresden-Ostsachsen. »Diese Gesichtsschilde werden wir nun bedarfsorientiert transparent an alle Kliniken innerhalb der Region verteilen.«

Auslieferung der Gesichtsschilde

Die im 3D-Druck produzierten Bauteile können an vier Sammelstellen in Dresden abgegeben werden. Dort holt sie der TU Dresden-Fahrdienst regelmäßig ab und bringt sie an die Zentrale Krankenhausleitstelle am Uniklinikum. Für den Raum Leipzig wird durch biosaxony ein ähnliches System vorbereitet. Doktoranden und Mitarbeiter der Uniklinik, TU Dresden und des Vereins biosaxony führen anschließend einen Qualitätscheck durch, desinfizieren die Masken und bereiten Sie für die Verteilung vor.

Mittlerweile hat Dresden-concept gemeldet, dass zahlreiche Bauteile vorrätig seien und die Prozesse für eine baldige Spritzgussproduktion optimiert werden. Daher bitte man Projektpartner darum, den 3D-Druck zunächst einmal ruhen zu lassen.

DRESDEN-concept und biosaxony

DRESDEN-concept ist ein Verbund aus 32 Partnern aus Wissenschaft und Kultur. Die Zusammenarbeit im DRESDEN-concept zielt darauf ab, dass die Partner Synergien in den Bereichen Forschung, Ausbildung, Infrastruktur, Verwaltung und Transfer erschließen und nutzen. Dazu koordinieren sie ihre Wissenschaftsstrategie und identifizieren die Gebiete, in denen Dresden international führend ist. Die Partner arbeiten zusammen, um weltweit führende Wissenschaftler für Dresden zu gewinnen und diese an den hiesigen Wissenschaftsstandort zu binden. DRESDEN ist ein Akronym und steht für Dresden Research and Education Synergies for the Development of Excellence and Novelty.

Der Verein biosaxony ist der gesamtsächsische Verband für Biotechnologie und Medizintechnik. Zu seinen Mitgliedern zählen Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Interessenvertreter und Zulieferbetriebe der Branche. Aufgaben des Clusters sind unter anderem die Initiierung von Projekten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, die Vermittlung von Services und Know-how sowie die Darstellung regionaler Kompetenzen, um den wertschöpfenden Ausbau dieser Querschnittstechnologien zu unterstützen und die Wirtschaftsregion Sachsen zu stärken.

 red / 15.4.2020

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