BuB auf der Frankfurter Buchmesse

Treffpunkt für Bibliothekare auf der Frankfurter Buchmesse: Das Internationale Bibliothekszentrum ist in Halle 4.2 untergebracht. Foto: Schleh

Treffpunkt für Bibliothekare auf der Frankfurter Buchmesse: Das Internationale Bibliothekszentrum ist in Halle 4.2 untergebracht. Foto: Schleh

Frankfurt am Main. Am Mittwochmorgen hat die Frankfurter Buchmesse ihre Tore geöffnet. Auf der 63. Ausgabe der weltgrößten Buch- und Medienschau stellen 7 300 Aussteller aus über 100 Ländern neue Produkte und Dienstleistungen vor. Die Veranstalter erwarten rund 280 000 Besucher. Insgesamt finden mehr als 3 700 Veranstaltungen rund um die Messe statt, im Mittelpunkt steht das diesjährige Gastland Brasilien.

Auch BuB macht sich auf nach Frankfurt – haben Sie Fragen an oder Anregungen für die Redaktion oder den Verlag? Dann kommen Sie doch einfach am Donnerstag, 10. Oktober, von 12 bis 13 Uhr zur BuB-Sprechstunde am Stand des BIB im Internationalen Bibliotheks-Zentrum in Halle 4.2 der Frankfurter Buchmesse (P69). Dort können Sie mit den beiden Redakteuren Susanne Richt und Bernd Schleh sowie Verleger Andreas Bock über Fachartikel, Schwerpunktthemen, Heftgestaltung und vieles mehr diskutieren.

Fachbesucher haben mit ihrer Fachbesucherkarte an allen Messetagen Zutritt zur Buchmesse. Los ging es am Mittwoch um 9 Uhr. Unter der Woche und am Messesamstag ist die Buchmesse von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet, am Messesonntag von 9 bis 17.30 Uhr. Für Bibliothekare kostet eine Tageskarte 34 Euro, eine Dauerkarte gibt es für 68 Euro. Die Preise gelten sowohl vor Ort als auch für Online-Tickets. BIB-Mitglieder erhalten wieder 30 Prozent Rabatt auf den regulären Preis. Wie die rabattierten Karten abgerufen werden können und weitere Informationen zu Veranstaltungen des BIB im Rahmen der Buchmesse sind in der Beilage von BuB Heft 9/2013 aufgeführt oder auf www.bib-info.de nachzulesen. Darüber hinaus finden Sie unter www.buchmesse.de alles was noch wichtig ist, von der Anfahrt zum Messegelände, über den Hallenplan und den Veranstaltungskalender bis hin zu einer Übersicht aller Aussteller.

Buchmesse-Direktor Juergen Boos eröffnete die Messe am Dienstagabend und sprach in seinem Vortrag von einer „neuen Gründerzeit im Publishing“ und warnte gleichzeitig vor der Dominanz von Oligopolen, die technologische Standards diktieren: „Technologische Standards prägen die Art wie wir lesen, was wir wissen – seien das Bezahlsysteme oder Suchalgorithmen. Sie beherrschen ganz allgemein den Zugang zu geistigen Gütern“, sagte Boos. Diese Standards müssten jedoch von der Gesellschaft der Verleger und Leser bewertet und ausgehandelt werden, um eine Vielfalt des Lesens und Publizierens zu erhalten. „Technologische Standards sind Werkzeuge. Sie müssen sich nach den Menschen und ihren Bedürfnissen richten, nicht umgekehrt.“ Boos warnte vor der Dominanz von Oligopolen, die derzeit die technologischen Standards setzen und damit die gesamte vertikale Wertschöpfungskette bis zum Kunden beherrschen: „Apple, Amazon & Co. sind Kundenbindungsmaschinen, die nicht nur den E-Commerce beherrschen, sondern auch die Endgeräte – und damit den Kunden im Griff haben“, so Boos. Gerade unabhängige kleinere Verleger, aber auch Self-Publisher, bräuchten ein Umfeld, in dem sich die Vielfalt der Marktteilnehmer entfalten kann.

Am selben Tag trafen sich ebenfalls in Frankfurt 180 Bibliothekare zum diesjährigen Bibliotheksleitertag in der Deutschen Nationalbibliothek.  Auch hier standen die elektronischen Medien im Vordergrund – wobei in dieser wichtigen Zukunftsfrage der tiefe Graben zu den Verlegern erneut deutlich wurde. Während Bibliotheksvertreter endlich ein gesetzlich garantiertes Ausleihmodell analog zum gedruckten Buch fordern, haben Verlagsvertreter Bedenken, dass Ihnen durch die Ausleihe von elektronischen Büchern in Bibliotheken das gesamte Geschäftsmodell wegbricht. Ihre Argumentation: Wenn E-Books in Bibliotheken frei verfügbar sind, werden sie nicht mehr gekauft. Deshalb setzen Verlage und Branchenvertreter inzwischen zusehends auf eigene Verleihmodelle. Bibliotheken hingegen fürchten, dass sie künftig von einem ganzen Mediensegment abgeschnitten werden, weil immer mehr Verlage ihre elektronischen Produkte nicht mehr für Bibliotheken zur Verfügung stellen.

Das Problem, das vor allem Öffentliche Bibliotheken betrifft: Rechteinhaber können Bibliotheken den Verleih digitaler Titel verweigern, bei gedruckten Werken ist das nicht möglich. Der Geschäftsführer des Büchereiverbands Österreichs (BVÖ), Gerald Leitner, forderte deshalb in Frankfurt: „Es kann nicht sein, dass die Verlage bestimmen, wie die Bestände in den Bibliotheken aussehen. Das haben die Bibliotheken und deren Nutzer zu entscheiden.“ Leitner kündigte in diesem Zusammenhang eine  internationale Kampagne an, die sich gegen die Allmacht der Verlage richtet: „Recht auf E-Lesen“ lautet der Titel. Eine solidarische Protestwelle, getragen von Plakaten („Legalize it“), Aktionen und Pressemeldungen, soll die Verlage zum Einlenken bewegen.

Weitere Themen des Bibliotheksleitertags, der jährlich von OCLC ausgerichtet wird, waren die Imagekampagne BiblioFreak sowie Best-Practice-Beispiele zu den Bereichen Leseförderung und Kennzahlen. (9.10.2013)

 

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