Bericht zur Lage der Bibliotheken 2018/19

Berlin. Parallel zu der Entwicklung der digitalen Revolution ist auch das Medien- und Serviceangebot der Bibliotheken im Umbruch. Die Bereitstellung von sowohl analogen als auch digitalen Medien und Dienstleistungen ist eine entscheidende Herausforderung für die Zukunftsfähigkeit der Bibliotheken. Hierfür sind erhebliche finanzielle Aufwendungen für Investitionen und den laufenden Betrieb notwendig. Für die innovationsorientierte Weiterentwicklung zeitgemäßer Bibliotheksangebote in den Kommunen fordert der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) daher eine deutlich bessere und langfristig zuverlässige Finanzausstattung. Diese sei dringend notwendig. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Verbandes zur Finanzsituation von rund 1.350 Bibliotheken. Demnach stehen  für dieses deutlich erweiterte Aufgabenspektrum keine zusätzlichen Mittel bereit.

Eine Stagnation in der Finanzausstattung von Bibliotheken kommt realen Kürzungen gleich, übernehmen Bibliotheken doch eine Vielzahl zusätzlicher, gesellschaftlich relevanter Aufgaben. Beispielsweise sind hier die Bereichen der kulturellen und digitalen Bildung, der Integration und Inklusion zu nennen.

»Um den Zugang zum Wissen unserer Welt zu ermöglichen und die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am digitalen Wandel als ihre Kernaufgabe gut zu bewältigen, brauchen Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken politische Unterstützung, verlässliche Rahmenbedingungen, eine solide Finanzierung als Voraussetzungen für ihre Entwicklungsmöglichkeiten«, so Barbara Lison, Bundesvorsitzende des Bibliotheksverbandes. »Weiterhin zentral für die zukünftigen Dienstleistungen in den Bibliotheken ist ein zeitgemäßes internationales, europäisches und deutsches Urheberrecht, das Lehre und Forschung in der digitalen Welt fördert und den Öffentlichen Bibliotheken ermöglicht, E-Books genauso zu verleihen wie gedruckte Bücher.«

Sonntagsöffnung und Digitalstrategien

Mit dem seit 2010 jährlich veröffentlichten »Bericht zur Lage der Bibliotheken« informiert der Deutsche Bibliotheksverband sowohl politische Entscheidungsträger als auch die Öffentlichkeit über die Leistungen und die Arbeitsbedingungen der Bibliotheken und formuliert entsprechende bibliothekspolitische Forderungen. In seiner aktuellen Ausgabe informiert der Bericht über die Forderungen nach einer Sonntagsöffnung in Öffentlichen Bibliotheken, nach Digitalstrategien in den Kommunen für die Bibliotheken und nach einem zeitgemäßen Urheberrecht. Akzentuiert werden in dem Bericht außerdem die Aufgaben der Provenienzforschung und das Potenzial von Bibliotheken für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda 2030.

Zentrales Anliegen des dbv sei es, so teilt der Verband mit, allen Bürgerinnen und Bürgern den bestmöglichen Zugang zu zeitgemäßen Bibliotheksangeboten zu verschaffen. Mit diesem Ziel setzt er sich für die Sicherung und Optimierung des rechtlichen und finanziellen Rahmens für die Arbeit von Bibliotheken ein.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.

red / 10.10.2018

 

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