ZLB zieht positive Bilanz für 2017 – trotz stagnierender Neubaupläne

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Die beiden Standorte der Zentral- und Landesbibliothek Berlin in einem Foto. Eine Collage der ZLB. Foto: ZLB; Collage: diamond gestaltung

 

1,4 Millionen Menschen haben 2017 die Zentral- und  Landesbibliothek Berlin (ZLB) besucht. Damit ist sie die bestbesuchte Kultureinrichtung der Hauptstadt. Anlässlich des Jahrespressegesprächs Anfang Februar haben die ZLB-Verantwortlichen von einer positiven Entwicklung der Einrichtung im vergangenen Jahr berichtet. Die Zahl der Arbeitsplätze für die Nutzer stieg demnach in den letzten drei Jahren  um 30 Prozent. Die Öffnungsstunden sind stetig erweitert worden. Und die Anzahl der Schulungen und Führungen hat sich  nahezu verdoppelt. Hinzu kommt die um 38 Prozent seit 2014  angestiegene Anzahl der Veranstaltungen im Kinder- und  Jugendbereich. Daneben hat  die ZLB  zusammen mit den anderen Bibliotheken des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) die digitalen Angebote stetig weiter ausgebaut. In vielen Bereichen der Bibliotheksentwicklung sei die ZLB ganz vorne, sagte ZLB-Direktor Volker Heller. Die Angebote würden intensiv genutzt, auch das neue Angebot der Sonntagsöffnung. Nach Hellers Angaben kämen allsonntäglich mehr 2.000 Besucher.

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Charleen Wenzel vom Oberstufenzentrum Bau und Holz beteiligt sich an den Community-projekten in der ZLB, hier am Projekt »wissenteilen«. Foto: Sabeth Kerkhoff

Geboten werden an den Sonntagen in der Amerika-Gedenkbibliothek partizipative Veranstaltungen in der ganzen Bibliothek. Wie die ZLB weiter berichtet, richtet sich das Programm an Kinder, Jugendliche und  Erwachsene. Ziel sei es, die Veranstaltungen nach  und  nach  in die Hände von Berliner Initiativen und  Personen zu legen, die hier ihre Interessen, ihr Wissen, ihre Kenntnisse und  Leidenschaften teilen könnten.  Damit seien auch  die Sonntagsveranstaltungen nah an dem neuen  Programmbereich »Community-Projekte«, das offene Gestaltungsräume für die Berliner Stadtgesellschaft zur Verfügung stellt und  fördern will, unter anderem für die ehrenamtliche arabische Bibliothek Baynatna, die am 10. Februar in Räumen der Berliner Stadtbibliothek eröffnet hat und  ab freitags bis montags von 14 bis 19 Uhr geöffnet sein wird. Ebenfalls fällt darunter das Projekt »wissenteilen«, in dem  Kinder und Jugendliche ein Berliner Lexikon der Stadtgesellschaft entwerfen.

Die Ergebnisse von »wissenteilen« werden im September auf der von der ZLB ausgerichteten Next Library Conference in Berlin vorgestellt. Die internationale Bibliothekskonferenz gilt als weltweit anerkannte Zukunftskonferenz für die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken. Auf die Next Library Conference folgt dann  im mobilen Bibliothekscampus rund um die Amerika-Gedenkbibliothek ein zweitägiges Bibliotheksfestival für Berlin. Hier wollen die Biblio- theken des gesamten Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) anlässlich ihres zwanzigsten Geburtstags zeigen, wie  interessant und wie innovativ Berlins Bibliotheken sind – und auch  wie  digital die Bibliotheken mittlerweile sind. 2017  wurden die digitalen Angebote von E-Books und  Pressedatenbanken über Musik- und  Filmstreamings bis zu E-Learningangeboten etwa 2,3 Millionen Mal  genutzt.

Neubaupläne der ZLB stagnieren

Mit Sorge betrachtet die ZLB-Führung jedoch, dass die Planungen für die Zusammenführung der Bibliothek  in der Politik nicht vorangehen. »Der Entwicklung der Zentral- und  Landesbibliothek Berlin zu einem Hot-Spot der Stadt muss endlich auch  räumlich entsprochen werden. Beide Häuser sind  so gut besucht, dass die Besucherinnen und  Besucher auf Fensterbänke und  Boden  ausweichen müssen, neulich hat  sich jemand einen Klappstuhl mitgebracht« sagt Volker Heller. Neue Angebote führten immer wieder auch  zu Nutzungskonflikten und es fehle an Platz  für fast  alles.

Wenn  Berlin in Bildung investieren will, dann  müsse eine Zusammenführung der drei Bibliotheksorte Amerika-Gedenkbibliothek, Berliner Stadtbibliothek und Außenmagazin unter ein Dach  jetzt vorangetrieben werden, heißt es seitens der Bibliotheksführung weiter. Der erste Schritt sei eine baldige Festlegung eines Standortes. Die ZLB  sei eines der letzten Relikte der Teilung der Stadt, fast 30 Jahre nach  Fall  der Mauer und  mehr als 100  Jahre nach der ersten Entscheidung des Berliner Magistrats zum Bau einer Zentralbibliothek müsse die Berliner Politik ihre Kräfte in die Umsetzung  des Neubauvorhabens setzen.

red / 12.2.2017

 

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Sonntagsöffnung in der Amerika-Gedenkbibliothek: Kindertheater zum Mitmachen. Foto: Vincent Mosch, ZLB

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Sonntagsöffnung in der AGB: Shared Reading mitten in der Bibliothek. Foto: Vincent Mosch, ZLB

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In der Amerika Gedenkbibliothek werden an den geöffneten Sonntagen partizipative Veranstaltugnen angeboten. Diese richten sich vor allem an Kinder und Jugendliche. Foto: Vincent Mosch, ZLB

 

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