Mehr Information durch modifizierten Anschaffungsvorschlag

Die Neugestaltung der Anschaffungsvorschläge in den Buchbesprechungen der Lektorats-kooperation diskutierten die Experten in mehreren Arbeitsgruppen.Foto: Schleh

Die Neugestaltung der Anschaffungsvorschläge in den Buchbesprechungen der Lektorats-kooperation diskutierten die Experten in mehreren Arbeitsgruppen. Foto: Schleh

Reutlingen. Die Lektoratskooperation (LK) arbeitet ständig daran, ihr Angebot und ihren Service zu verbessern. Im Fokus der aktuellen Überlegungen steht eine Überarbeitung des Anschaffungsvermerks der Buchbesprechungen, um den Nutzern der Lektoratsdienste noch aussagekräftigere Informationen für den Bestandsaufbau an die Hand zu geben. Damit möchten die drei Partner der LK, der Berufsverband Information Bibliothek (BIB), der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) und die ekz.bibliotheksservice GmbH, die Stellung der LK als zentrales Instrument zum Bestandsaufbau in Öffentlichen Bibliotheken weiter ausbauen.

Im Informationsdienst (ID) der Lektoratskooperation werden jährlich rund 8 500 Titel besprochen und mit einem Anschaffungsvermerk (AV) versehen. Rund zehn Prozent dieser Titel erhalten den AV 1: »Vorrangig empfohlen (Grundbestand)«. Circa 25 Prozent der besprochenen Bücher bekommen den AV 3: »Bedingt oder ergänzend empfohlen«. Damit verbleibt beim AV 2: »Breit empfohlen« mit 65 Prozent Anteil der mit Abstand größte Teil der rezensierten Medien. Vor allem hier soll künftig mehr differenziert und eine zielgenauere Anschaffungsempfehlung gegeben werden.

In der Diskussion ist ebenfalls eine Ausweitung der AV-Kategorien, um den Titel für bestimmte Zielgruppen zu empfehlen. Bisher möglich sind die Kennzeichnungen A für Auskunftsbestände, J für Kinder- und Jugendbibliotheken sowie S für Schulbibliotheken.

Forderungen nach einer Modifizierung der Anschaffungsvermerke sind in den vergangenen Jahren immer wieder an die LK herangetragen worden, nicht zuletzt bei den Veranstaltungen der LK auf den jeweiligen Bibliothekartagen. Auch die jüngste Kundenumfrage des Reutlinger LK-Partners ekz weist in diese Richtung. Auf die Frage, ob im ID weitere, stärker differenzierte Anschaffungsvermerke eingeführt werden sollten, antworteten 43,5 Prozent der Befragten mit Ja – allerdings auch 42,75 Prozent mit Nein. Eindeutiger war das Ergebnis bei der Frage, ob neue AV-Kategorien eingeführt werden sollten, die sich auf das Aufgabenspektrum der Bibliothek beziehen (beispielsweise »Lernort« oder »Freizeitgestaltung«). Diesen Vorschlag befürworteten 52 Prozent der Befragten, 35 Prozent lehnten ab.

Nicht zuletzt diese Wünsche waren Grund genug für die LK, im  Oktober einen eintägigen Workshop einzuberufen, in dem die Neuausrichtung des Anschaffungsvermerks intensiv besprochen wurde. 20 erfahrene Lektoren und Rezensenten trafen sich dazu in der ekz. Auf dem Tisch lagen ein Vorschlag des LK-Vorstands sowie ein Vorschlag des ekz-Lektorats. Nach Vorstellung beider neuen AV-Modelle diskutierten die Experten eigene Ideen in drei Arbeitsgruppen.

Heraus kam schließlich ein Kompromissvorschlag, der am numerischen System festhält, aber folgendermaßen gestaffelt sein könnte:

• AV 1: Vorrangige Empfehlung

• AV 2: Allgemeine Empfehlung

• AV 2-3: erweitertes Angebot

• AV 3: ausgebautes oder fachbezogenes Angebot

• AV 4 bedingte Empfehlung

• – keine Empfehlung.

Der numerische Anschaffungsvorschlag soll auch künftig durch Zielgruppen-Zusätze ergänzt werden, diese sollen modifizierbar, aber normiert sein. Für die exakte Ausgestaltung der Zielgruppen-Zusätze ist ein weiterer Workshop angedacht. Die Gesamtergebnisse werden abschließend in den LK-Gremien bewertet und dann öffentlich bekanntgegeben. (Foto: Schleh / 19.11.2013)

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