Über Medienkompetenz für Schüler diskutiert

Hamburg. Wie findet Unterricht heute statt, wie wird er in Zukunft ablaufen und wie können (Schul-)Bibliotheken die Medienkompetenz der Schüler gemeinsam mit den Schulen fördern? Dieser Frage gingen sechs Referenten und 70 Teilnehmer beim Seminar »Medienkompetenz entwickeln mit der (Schul-)Bibliothek« nach, das Mitte Oktober in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg stattfand.

Wie die Zukunft des Unterrichtens aussehen könnte und welchen Einfluss die allgegenwärtige Digitalisierung des Lebens hat erläuterte Prof. Bardo Herzig von der Universität Paderborn in seinem Eröffnungsvortrag. Er bezeichnete es als pädagogische Querschnittsaufgabe, Kindern und Jugendlichen die Grundprinzipien und auch die Fallstricke (Beispiel: Tagging) der Digitalisierung zu vermitteln.

Medienkompetenz

Sechs Referenten zeigten in ihren Vorträgen in Hamburg auf, wie Schüler Medienkompetenz erlernen können. Foto: ekz

 

Dass das in der Schule die Aufgabe aller Schulfächer ist, demonstrierte eindrucksvoll Michael Vallendor, Leiter des Hamburger BYOD-Projektes (»Bring your own device«). Das Projekt mit sechs Pilotschulen und derzeit 94 Klassen stellt einen browserbasierten, virtuellen Klassenraum zur Verfügung, der umfangreiche Materialien und Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung stellt und im Unterricht und zum Selbstlernen genutzt wird.

Digitale Medienbildung mit iPads

Die Vorträge des Nachmittags zeigten die Vielfalt der Unterstützungsstrukturen von Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken auf. Eva von Jordan-Bonin, Leiterin der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Stadtbücherei Frankfurt am Main, stellte die dort seit 2014 entwickelten Konzepte zur digitalen Medienbildung mit iPads vor. Elf der iPad-Projekte sind in einer zum Download bereitstehenden Broschüre zugänglich.

Silke Mittmann (Management digitale Medien) und Kathrin Joswig (Medienpädagogin) präsentierten das eindrucksvolle Angebot der Bücherhallen Hamburg. In der eBücherhalle sind mehrsprachige eMedien, Datenbanken, eLearning-Kurse, Streamingdienste, Lernplattformen und Tutorials zugänglich. Darüber hinaus bieten die Bücherhallen Hamburg Rechercheschulungen und eine Smartphone-Rallye zur Bibliothekserkundung sowie – frei nach dem Motto »Google ist gut – du bist besser« – eine an Schülerbedürfnisse angepasste offene Rechercheberatung.

Den Abschluss des Seminars bildete ein Blick über den Tellerrand: Doris Faymonville , Leiterin der Bibliothek des Königlichen Athenäums in St. Vith, Belgien, stellte den Medienverbund »mediadg« vor, in dem 14 belgische Schul-und Öffentliche Bibliotheken sowie die deutsche Regino-Bibliothek in Prüm zusammengeschlossen sind. Ergänzt wird dieser Verbund durch den LITexpress für die grenzüberschreitende Recherche und Ausleihe aus den virtuellen Bibliotheken von Rheinland-Pfalz und dem Saarland und den Pool EDMOND, der Bildungsmedien on Demand (vor allem Unterrichtsfilme) bietet. Die schulbibliothekarische Aktivitäten sind an den Rahmenplänen für die einzelnen Unterrichtsfächer orientiert, so auch die Arbeit mit einem eigens entwickelten digitalen Geschichtsbuch, das Doris Faymonville zum Schluss präsentierte.

Angelika Holderried, ekz / 16.11.2016

 

 

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