„Lesestart“-Projekt geht in die zweite Phase

Berlin. 4500 Bibliotheken verteilen derzeit bundesweit die von der Stiftung Lesen zusammengestellten Lesestart-Sets (www.lesestart.de). Damit macht nahezu jede hauptamtlich geleitete Bibliothek und eine große Zahl neben- und ehrenamtlich geführter Öffentlicher Bibliotheken in Deutschland bei der Initiative für Eltern und ihre dreijährigen Kinder mit und trägt das Vorleseprojekt direkt zu den Familien. Diese starke Beteiligung der Bibliotheken beweist ihr großes Engagement in der Leseförderung.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte und von der Stiftung Lesen umgesetzte Programm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ will Väter und Mütter zum Vorlesen motivieren und Kinder auf diese Weise frühzeitig an Bücher und Sprache heranführen. Davon sollen insbesondere Kinder profitieren, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen oder denen wenig vorgelesen wird. Ihr erstes von insgesamt 4,5 Millionen Lesestart-Sets erhielten die Eltern einjähriger Kinder bei der U6-Untersuchung von ihrem Kinderarzt. Seit vergangener Woche werden die zweiten Sets in den Bibliotheken verteilt: In der Zentral- und Landesbibliothek Berlin übergab die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, Lesestart-Sets an Kinder und ihre Eltern. Auftaktveranstaltungen in Bibliotheken in Bayern, Bremen, Baden- Württemberg, Schleswig-Holstein, Hessen, Berlin, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Sachsen Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zeigen wie flächendeckend die Lesestart-Sets verteilt werden.

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv), der Borromäusverein, das Evangelische Literaturportal, der Sankt Michaelsbund und die Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen unterstützen Lesestart. Stellvertretend für alle teilnehmenden Bibliotheken und Verbände erklärte Ralph Deifel vom dbv bei der Eröffnungsveranstaltung in Berlin: „Die Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland sind als die zentralen Einrichtungen der außerschulischen und frühkindlichen Leseförderung hierfür die bestmöglichen Partner: Ihre Angebote für Familien sind nachhaltig, sozial und gewährleisten eine flächendeckende Verteilung der Lesestart-Sets. Gerade junge Familien, die das gemeinsame (Vor-)Lesen erst für sich entdecken, werden in Bibliotheken die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden.“

Die wissenschaftliche Evaluation hat gezeigt: Praktisch alle Eltern, die die Lesestart-Sets erhalten, beschäftigen sich mit den darin enthaltenen Materialien, zwei Drittel davon sehr intensiv. 62 Prozent der Eltern greifen Tipps auf und lesen zum Beispiel mehr und länger vor; ein Viertel der Eltern bemerkt positive Veränderungen in seiner Einstellung zum Thema und in seinem Vorleseverhalten.

Das Programm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ wird von der InterVal GmbH, Berlin, in Kooperation mit Christine Garbe von der Universität zu Köln und Claus Barkmann vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf wissenschaftlich begleitet.  (20.11.2013)

 

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