Leseförderung zeigt erste positive Wirkung

Mainz. Die internationale Schulleistungsstudie PISA („Programme for International Student Assessment“), die die OECD gestern vorgestellt hat, zeigt für Deutschland leichte Verbesserungen im Bereich der Lesekompetenz: Hier liegen die deutschen Schülerinnen und Schüler über dem OECD-Durchschnitt und schneiden besser ab als in den PISA-Studien 2000 und 2009.

Vor allem im Bereich der besonders Leistungsschwachen zeigt sich eine positive Entwicklung. Zwar verfügen immer noch 14 Prozent der 15-Jährigen nur über rudimentäre Lesekenntnisse, der Anteil verringerte sich jedoch in den vergangenen zwölf Jahren um acht Prozent.

Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, zu den Ergebnissen: „Die PISA-Ergebnisse sind ein Zeichen dafür, dass die umfassenden Leseförderungsmaßnahmen vor allem für Kinder und Jugendliche, die als lesefern gelten, Wirkung zeigen. Auch das gestiegene öffentliche Bewusstsein für die Notwendigkeit von Leseförderung hat einen erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung.“

Allerdings leben in Deutschland immer noch rund 7,5 Millionen Erwachsene, die nicht richtig lesen und schreiben können. Um auch dieser Herausforderung zu begegnen und eine nachhaltige und dauerhafte Verbesserung der Lesekompetenz zu erreichen, muss aus Sicht der Stiftung Lesen Leseförderung so früh wie möglich beginnen, kontinuierlich fortgeführt werden und in alle gesellschaftlichen Bereiche wirken. Zu den Maßnahmen gehören frühkindliche Leseförderungsprogramme genauso wie schulische und außerschulische Projekte sowie öffentlichkeitswirksame Kampagnen und Aktionstage für das Lesen.

Vor allem Eltern haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Lesekompetenz ihrer Kinder und spielen so eine wichtige Rolle in der Leseförderung. Besonders Väter rücken hier in den Fokus: Laut PISA schneiden Jungen im Bereich der Lesekompetenz deutlich schlechter ab als Mädchen; der geschlechterspezifische Unterschied ist in Deutschland höher als im OECD-Schnitt. Mehr männliche Lesevorbilder können dabei helfen, diesen Unterschied zu verringern. Dazu müssen verstärkt Väter angesprochen und für das Lesen und Vorlesen motiviert werden.

„PISA zeigt, dass wir in den vergangen Jahren die Weichen in die richtige Richtung gestellt haben und uns auf einem guten Weg befinden. Diesen Weg müssen wir weitergehen, denn ohne Lesekompetenz gibt es keinen Zugang zu Bildung“, betont Maas. „Wir rufen daher alle dazu auf, sich für die Leseförderung stark zu machen und in diesem Bereich zu investieren. Dies ist grundlegend nicht nur für den Bildungs-, sondern auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

An der aktuellen PISA-Studie haben mehr als eine halbe Millionen Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren in 65 Ländern weltweit teilgenommen. Getestet wurden die Kompetenzen in den Bereichen Naturwissenschaft, Lesen und Mathematik. Initiator der PISA-Studie ist die OECD; das nationale Projektmanagement für PISA 2012 in Deutschland hat das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) an der TU München im Auftrag der Kultusministerkonferenz übernommen. Weitere Informationen zur PISA-Studie unter www.oecd.org/de/pisa. (4.12.2013)

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