Kultur und Digitales profitieren voneinander

Berlin. Am Wochenende hat die Preisverleihung des ersten Deutschen Kultur-Hackathons stattgefunden. 16 Kulturinstitutionen hatten ihre Daten für Programmierer, Designer und Gamer unter offener Lizenz zur Verfügung gestellt, die zehn Wochen gearbeitet haben und jetzt ihre Ideen und Anwendungen zur Preisverleihung in Berlin vorstellten.

Das Ergebnis war überzeugend: 17 Teams präsentierten vor rund 150 Interessierten im Jüdischen Museum ihre Apps für Kinder und Erwachsene, Augmented Reality-Ideen für Museen und vieles mehr. Für die teilnehmenden Teams war besonders wichtig mit Kulturinstitutionen ins Gespräch zu kommen, wie Claus Höfele, einer der Preisträger, über den Hackathon schwärmt: „Endlich Kontakt zu den Museen!“ 

Die Vertreter der Kulturinstitutionen waren beeindruckt, wie vielfältig und nützlich Anwendungen sein können, die offene Kulturdaten nutzen. Einer der Unterstützer des Kultur-Hackathons, Wolfgang Both, sagte über die Liste der von den Nationalsozialisten verbotenen Werke, mit der allein vier Teams gearbeitet haben: „Endlich ist die Liste zur Anschauung gebracht. Ich bin stolz und berührt. Wir wissen jetzt, dass 19.000 Bücher betroffen sind.“

 Die Jury (Gabriele Beger, SUB Hamburg, Anja Jentzsch, OKFN, Thorsten Koch, digiS, Uwe Müller, DDB, Lydia Pintscher, WMDE) lobte in fünf Kategorien folgende Preis aus:

– Most Technical: Projekttitel „Alt-Berlin: Die historische Entwicklung Berlins“

– Most Useful: Projekttitel „insight -19xx: Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ (Liste der von den Nationalsozialisten verbotenen Werke)

– Best Design: Projekttitel “Ethno Band”

– Funniest Hack: Projekttitel “Cyberbeetle”

– Out of Competition: Projekttitel “zzZwitscherwecker”

Die Hoffnung der Veranstalter – Deutsche Digitale Bibliothek, Servicestelle Digitalisierung Berlin, Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland – wurde damit eingelöst: Zu zeigen, wie unterschiedlich offene Kulturdaten genutzt werden können und wie fruchtbar der Blick über die eigene Disziplin hinaus sein kann: „Das immense Potenzial von Kulturdaten für digitale Anwendungen ist ganz deutlich: Kultur und Digitales profitieren von einander.“, so Frank Frischmuth, Geschäftsführer der Deutschen Digitalen Bibliothek.

Die Ergebnisse von „Coding da Vinci“ werden unter einer offenen Lizenz zur Nachnutzung veröffentlicht.

Alle Teilnehmerprojekte stehe unter: http://codingdavinci.de/projekte/ (8.7.2014)

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