Kinder lesen für Afrika

Hamburg. 55 Schulkinder aus  dem Hamburger Stadtteil Schnelsen haben gelesen und gelesen, acht Wochen lang, 261 Bücher – und das für den guten Zweck. „Kinder für Afrika“, heißt das Projekt der Bücherhallen Schnelsen in Kooperation mit der evangelisch-freikirchlichen Kirchengemeinde am Krankenhaus, bei dem in diesem Jahr 3500 Euro an Spendengeldern zusammengekommen sind. Mädchen und Jungen der Klassenstufen eins bis fünf konnten sich dabei Bücher aus der Bücherhalle ausleihen. Bei der Rückgabe erhielten sie pro Buch einen Lesepunkt, wenn sie bestimmte Fragen zum Inhalt des Buches beantworten konnten und damit bewiesen, dass sie den Inhalt wirklich kannten.

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55 Kinder aus Hamburg haben für den guten Zweck gelesen – und 3500 Euro gesammelt. Foto: privat

Die Kinder haben im Freundes- und Familienkreis Sponsoren geworben, die sie mit einem Euro oder mehr pro gelesenem Buch unterstützten. Die Kirche am Krankenhaus hatte ebenfalls zugesagt, für jedes gelesene Buch ein Euro zu spenden. Eine Reihe von weiteren Sponsoren aus dem Stadtteil und der Gemeinde unterstützten dieses wichtige Projekt mit festen Beträgen.

Mit dieser Aktion sollten Kinder zum Lesen animiert werden. Andererseits sollte Kindern in anderen Kulturen, durch diesen „Lese-Einsatz“ die Chance gegeben werden, ebenfalls die faszinierende Welt der Bücher entdecken zu können. Denn das Geld wurde an Grundschulen in Sierra Leone gespendet, eines der westafrikanischen Länder, die derzeit unter der Ebola-Epidemie leiden.

Die Kirchengemeinde pflegt schon lange einen engen Kontakt zur Europäisch-Baptistischen Mission (EBM), die sich für den Auf- und Ausbau von Schulen einsetzt. Ein Anliegen, das von den Kindern und Sponsoren in Schnelsen mit dieser Aktion unterstützt wurde.

2012 initiierte Karen Henschel-Possehn, Leiterin der Bücherhalle Schnelsen, nach dem Vorbild der Stadtbibliothek Tettnang/Bodensee zum ersten Mal das Spendenprojekt. Auch damals bestand bereits die Kooperation mit der Kirche am Krankenhaus.

Zur Abschlussfeier in der Kirche am Krankenhaus kamen zahlreiche Gäste. Annette Hallenberger, die als Botschafterin der EBM anwesend war, präsentierte den symbolischen Scheck, bevor sie den Anwesenden Sierra Leone näher brachte. Außerdem wurden die Kinder, die die meisten Bücher gelesen hatten, prämiert.

2016 soll das Projekt fortgeführt werden. (Karen Henschel-Possehn und Vera Kolbe / 17.10.2014)

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