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Berlin. Es sind nur noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl – und Sie sind immer noch unentschlossen, wem Sie Ihre Stimme geben sollen? Dann helfen Ihnen vielleicht die Stellungnahmen der etablierten Parteien zu wichtigen bibliothekspolitischen Fragen. Gleich zwei bibliothekarische Verbände haben Wahlprüfsteine veröffentlicht.

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) begrüßte nach der Auswertung seiner Anfragen, dass alle Parteien die wichtige Rolle von Bibliotheken als Kultur- und Bildungseinrichtungen anerkennen und die Notwendigkeit einer zukunftsgerechten Weiterentwicklung der Bibliotheken unter anderem vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung, des demografischen Wandels, der Migration und der Notwendigkeit des nachhaltigen Handelns sehen. Grundsätzlich befürworten die Parteien die Aufnahme von Bibliotheken als zentrale Infrastruktureinrichtungen in nationale Strategien für Digitalisierung, Bildung, Integration und Nachhaltigkeit.

Bundestagswahl 2017

Wählen gehen nicht vergessen! Foto: photocrew – Fotolia

Die dbv-Bundesvorsitzende Barbara Lison erklärte jedoch auf der am vergangenen Dienstag in der Stadtbücherei Augsburg stattfindenden dbv-Beiratssitzung mit 50 Spitzenvertretern des Verbandes: »Für die künftige Rolle der Bibliotheken ist eine nationale Strategie dringend erforderlich, denn das Fehlen einer bundesweit koordinierten Innovations- und Entwicklungspolitik für Bibliotheken ist problematisch. Die Aussagen der Parteien sind hier an einigen Stellen allerdings enttäuschend, eine Beteiligung des Bundes wird zum Beispiel von CDU/CSU und FDP ganz abgelehnt. Nur durch eine verlässliche Mitwirkung und einen gesetzlichen Rahmen des Bundes auch bei der digitalen Ausstattung, dem Verleih von E-Books sowie der Ermöglichung der Sonntagsöffnung, können die Bibliotheken auch in Zukunft leistungsstark weiterarbeiten.«

Bibliothekspolitische Positionen der Parteien

Der dbv hatte seine Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl an die Spitzen der im Bundestag vertretenen Parteien und weiterer Parteien verschickt, die voraussichtlich in den nächsten Bundestag einziehen. Der Verband hat die Parteien befragt, was sie in der Regierungsverantwortung oder als parlamentarische Opposition für die Förderung kultur-, wissenschafts- und bildungspolitischer Belange der Bibliotheken tun wollen. Die bibliothekspolitischen Positionen der Parteien dokumentiert der dbv auf seiner Website unter http://www.bibliotheksverband.de/dbv/themen/bundestagswahl-wahlpruefsteine.html

»Wer forscht, braucht hochmoderne, gut ausgebaute und nachhaltige Informationsinfrastrukturen. Es bedarf dringend der verlässlichen Finanzierung zum weiteren Ausbau und Koordination dieser Informationsinfrastrukturen, konkrete Maßnahmen werden von den Parteien aber nur zum Teil benannt. Bibliotheken müssten von ihnen mehr als Bestandteil von Wissenschaftseinrichtungen und als wichtige Akteure der Transformation des wissenschaftlichen Publikationsmarktes – Open Access – wahrgenommen werden. Die Antworten der Parteien, wie sie hier unterstützend wirken können, sind nicht sehr aussagekräftig. Einigkeit besteht lediglich bei der Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes als wichtige gesamtstaatliche Aufgabe, die weiterhin gefördert werden soll«, erklärte die dbv-Vize-Bundesvorsitzende und Direktorin der ULB Münster, Beate Tröger.

Ob Open Access, Open Educational Resources (OER) oder ständig wachsende Mengen an digitalen Forschungsdaten – die Digitalisierung stellt den Wissenschaftsbetrieb vor vielfältige Herausforderungen. Anlässlich der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September hat auch die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) die großen Parteien zu zentralen Themen der Digitalisierung von Forschung und Lehre befragt. Die veröffentlichten DINI-Wahlprüfsteine dokumentieren die Positionen der großen Parteien zur Weiterentwicklung der Informationsinfrastrukturen und Digitalisierungsstrategien. Sie sind auf der DINI-Webseite nachzulesen: https://dini.de/service/nachrichten/nachricht/x/_/wahlpruefsteine_zur_bundes/

red / 18.9.2017

 

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