Berliner Bibliotheken kündigen Vertrag mit Elsevier-Verlag

Berlin. Die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin haben Ende Juni ihren Vertrag mit dem internationalen Verlag Elsevier gekündigt. Sie fordern faire Preise und den freien Zugang zu Wissen. In ihrer Erklärung heißt es unter anderem:

»Die drei großen Berliner Universitäten und die Charité stehen geschlossen hinter den Verhandlungszielen des Projekts DEAL der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, das den Zugang zu wissenschaftlicher Literatur verbessern möchte. Durch bundesweite Verträge mit den großen Verlagen Elsevier, Springer/Nature und Wiley sollen deren Zeitschriften auf ein neues Finanzierungsmodell umgestellt werden, das deutsche Wissenschaftseinrichtungen finanziell entlastet und gleichzeitig eine Bereitstellung ihrer Publikationen auf Open-Access-Basis erlaubt. Die Finanzierung soll künftig nicht mehr über Zeitschriftenabonnements erfolgen, sondern über die Publikationskosten eigener Artikel, die dann kostenfrei für jedermann verfügbar sind.

Über die Hälfte der Ausgaben deutscher Universitätsbibliotheken für Zeitschriften gehen derzeit an diese drei großen Verlage. Seit 2016 verhandelt das DEAL-Team unter der Leitung des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Horst Hippler, mit Elsevier über den Zugang zu allen Elsevier-Zeitschriften auf Basis der Finanzierung aller Elsevier-Artikel deutscher Autorinnen und Autoren. Doch der Verlagsriese will diesen Vorschlag bislang nicht aufgreifen. Über 70 wissenschaftliche Einrichtungen haben bereits 2016 ihre Zeitschriftenabonnements bei Elsevier gekündigt, um ihr gemeinsames Ziel durchzusetzen. In den kommenden Wochen werden ihnen viele weitere Wissenschaftseinrichtungen folgen.«

Das ist bereits geschehen: In der Folgewoche kündigten die baden-württembergischen Landesuniversitäten ihren Vertrag mit dem Wissenschaftsverlag zum Jahresende.

red / 20.7.2017

 

 

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