Vom Leben und Sterben – Ausstellung in Korbach

Korbach. Das Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach (Hessen) zeigt bis zum 8. April in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Korbach, dem Ökumenischen ambulanten Hospiz Korbach und der Initiative Sternenkinder die Ausstellung »…und dann bist du tot! Wie Bilderbücher vom Leben und Sterben erzählen«.

Sterben und Tod sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig – von den Nachrichten im Fernsehen bis hin zum Computerspiel. Doch im Alltag möchten viele Menschen das Thema am liebsten verdrängen. Starben die Menschen in früheren Zeiten zumeist zu Hause und nahmen Angehörige und Freunde am Sterbebett Abschied, so werden Verstorbene heute schnell abgeholt und in eine Leichenhalle gebracht. Sterben und Tod werden immer weniger als Teil des Lebens wahrgenommen. Doch so wie es den Morgen nicht ohne den Abend geben kann, so ist das Leben nicht ohne den Tod möglich.

Es ist oft erst die Sprachlosigkeit der Erwachsenen, die sich auf Kinder überträgt und sie verunsichert. Bilderbücher können dabei helfen, diese Sprachlosigkeit zu überwinden.

Das Wolfgang-Bonhage-Museums präsentiert in der Ausstellung 150 Bilderbücher, in denen es um Zeit, Leben, Tod und Sterben geht. Das Leben ist eingebettet in die Zeit. Was vor seiner Geburt war, weiß der Mensch nicht, ebenso wenig weiß er über das Sein nach seinem Tod. Deshalb stehen Bücher und Objekte des Museums zum Thema »Zeit« am Anfang, gefolgt von Büchern und Objekten zum Thema »Leben«.

Ausstellung: Tod und Sterben im Bilderbuch

Es ist überwältigend, aus wie vielen Perspektiven die Bilderbücher die Themen Tod und Sterben behandeln. In ihnen geht es um den Tod und das Sterben von Großeltern, Eltern, Geschwistern, Freunden, ja, auch um den Tod des ungeborenen Kindes. Es gibt Bücher, die sich mit dem Tiertod beschäftigen, von Katzen, Hunden, Kaninchen, die alt oder krank waren, die durch einen Unfall starben oder geschlachtet wurden, weil sie den Menschen als Nahrung dienen.

Andere Bilderbücher beschäftigen sich mit der Personifikation des Todes, der Trauer um Verstorbene und um das, was von einem Verstorbenen bleibt. Die Bilderbücher wenden sich nicht nur an Kinder, sondern es gibt auch solche, die speziell für Erwachsene gemacht sind.

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In der Ausstellung des Wolfgang-Bonhage-Museums werden 150 Bilderbücher präsentiert, in denen es um Zeit, Leben, Tod und Sterben geht. Foto: Lindenlaub

Den Fragen zu Leben und Tod haben sich auch Schülerinnen und Schüler im Interview gestellt. Andere haben ihre Vorstellungen vom »Leben danach« in Schaukästen modelliert zum Ausdruck gebracht. Kindergartenkinder haben in Bildern dokumentiert, wie und wo ihnen der Tod schon begegnet ist.

Objekte aus dem Museumsbestand, die vom gelebten Leben und Sterben in vergangenen Zeiten erzählen, ergänzen die Blderbücher. Darüber hinaus laden Mitmach-Stationen ein, sich mit dem Thema »Zeit und Vergehen« zu befassen – oder auch eigene Gedanken zum Tod zu formulieren.

Im Rahmen der Ausstellung gibt es zahlreiche Veranstaltungen, zum Beispiel eine Autorenlesung mit Susann Pásztor »Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster« oder mit Dr. Margarete Hopp »Warum, lieber Tod…? – Psychologische Aspekte des Erzählens vom Tod im Bilderbuch«. Ein Auswahlverzeichnis der Bilderbücher und Sachliteratur der Stadtbücherei Korbach liegt in der Ausstellung zum Mitnehmen bereit.

Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 12 bis 16.30 Uhr geöffnet. Für Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten. Weitere Informationen unter www.museum-korbach.de

Marie-Luise Lindenlaub /  12.1.2018

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