Ansturm auf Bibliotheken

Madrid (Spanien). Die Wirtschafts- und Finanzkrise auf der Iberischen Halbinsel macht sich auch in den Bibliotheken bemerkbar, und zwar durch einen deutlichen Anstieg der Besucher: Je weniger Geld in das Kulturbudget der Gemeinden fließt, desto mehr Zuspruch erfahren die Bibliotheken. Das hat die »Neue Züricher Zeitung« in ihrer Online-Ausgabe vom 6. August berichtet (siehe unter: www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/lesen-stiftet-gemeinschaft-1.18127993). Spanier, die zu Hause Fixkosten reduzieren müssten, würden zunehmend in Bibliotheken den kostenlosen Zugang zum Internet nutzen und Zeitungen lesen. In den Bibliotheksräumen träfen sich Arbeitslose auf Jobsuche, Studenten, die sich auf ein Examen vorbereiten oder Nachhilfeunterricht geben, und Familien mit Kindern, die daheim so beengt leben, dass sie keine Ruhe zum Lesen finden. In Andalusien sei die Zahl der Nutzer Öffentlicher Bibliotheken in den letzten vier Jahren um mehr als fünfzig Prozent gestiegen, so die »NZZ« weiter. Immer mehr Spanier würden ihre Bibliothek als kostenloses, nicht konsumorientiertes Informations-, Bildungs- und Freizeitzentrum wahrnehmen. Dabei hätten viele Büchereien kein Budget für Neuerwerbungen und lägen mit statistisch gesehen weniger als einem halben Buch pro Einwohner unter der einschlägigen Unesco-Empfehlung. www.buergerentscheid-kassel.de (10.8.2013)

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