Anschaffungsvorschlag modifiziert und Zielgruppen eingeführt

Reutlingen. Die Lektoratskooperation (LK) arbeitet ständig daran, ihr Angebot und ihren Service zu verbessern. Im Fokus der aktuellen Überlegungen stehen eine Überarbeitung des Anschaffungsvermerks der Buchbesprechungen sowie die fakultative Angabe von Zielgruppen, um den Nutzern der Lektoratsdienste noch aussagekräftigere Informationen für den Bestandsaufbau an die Hand zu geben. Damit möchten die drei Partner der LK, der Berufsverband Information Bibliothek (BIB), der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) und die ekz.bibliotheksservice GmbH, die Stellung der LK als zentrales Instrument zum Bestandsaufbau in Öffentlichen Bibliotheken weiter ausbauen.

Aufgrund des immer wieder geäußerten Wunsches nach einer Überarbeitung des Anschaffungsvermerkes (AV) haben sich bereits im Oktober 2013 ausgewählte Mitglieder der Lektoratskooperation mit Vertretern von dbv, BIB und ekz  zu einem eintägigen Workshop in Reutlingen getroffen (siehe hierzu auch BuB-Heft 1/2014, Seite 17). Nach einer kurzen Präsentation des Ist-Zustandes wurden als Diskussionsgrundlage für die Gruppenarbeit zwei mögliche Modelle vorgestellt.

Konsens bestand von Anfang an über die Notwendigkeit einer Differenzierung der AV-Vermerke 2 und 3 und der Einführung von zielgruppenorientierten Zusätzen, die optional als Ergänzung zum AV vergeben werden können. Besondere Herausforderungen ergaben sich aus der Benennung, Recherchemöglichkeit, Hierarchie, Konkordanz, Verständlichkeit und vor allem der Definition der neuen Anschaffungsvermerke.

Aus den Arbeitsergebnissen der drei Gruppen wurde per Votum aller Beteiligten die Entscheidung für ein Modell gefällt, das der LK-Steuerungsgruppe im November 2013 vorgestellt wurde. Das neue Modell orientiert sich am bisherigen System und beinhaltet Zielgruppenzusätze:

• AV 1 (vorrangige Empfehlung)

• AV 2 (allgemeine Empfehlung)

• AV 2-3 (erweitertes Angebot)

• AV 3 (ausgebautes/fachbezogenes Angebot)

• AV 4 bedingte Empfehlung

• keine Empfehlung

Vier Monate nach Festlegung der neuen Aufteilung und Benennung der Anschaffungsvorschläge trat der Kreis erneut im Februar zusammen, um Zielgruppen als fakultatives Erweiterungselement des Anschaffungsvorschlages zu definieren. Dabei gab Frauke Schade, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, ein Impulsreferat über verschiedene, sehr differenzierte Zielgruppenmodelle, insbesondere unter Berücksichtigung von auch in Bibliotheken verwendeten Lebensphasenmodellen.

Drei Gruppen erarbeiteten vorstellbare Adressaten, die zum großen Teil sehr übereinstimmend gefunden wurden. Im abschließenden Plenum einigte man sich auf folgende zwölf Kategorien:

• Jugendliche

• Familie

• Senioren

• Schüler

• Auszubildende

• Studierende

• Selbstlernende

• Berufstätige

• Erziehende

• Lehrende

• Betreuende

• Leicht zu lesen

Maximal zwei dieser Zielgruppen können dem Anschaffungsvorschlag zur Seite gestellt werden. Soweit eine solche Verwendung sinnvoll ist, soll sie konsequent vermerkt werden, um die langfristige Recherchierbarkeit zu gewährleisten. Daneben werden weiterhin verpflichtend  die Erweiterungen »S« und »J« beibehalten.

Es gilt zu betonen, dass diese Annotation nicht für die Endkunden, also die Leser, erstellt werden, sondern als Instrument für die Nutzer des Besprechungsdienstes, sprich die Fachkollegen, gedacht sind. Eine erläuternde Legende sowohl für den Anschaffungsvorschlag als auch die Zielgruppen wurde durch Olaf Kaptein und Thomas Weidner von der ekz formuliert.

Der Teilnehmerkreis testet dieses Modell nun im Zeitraum zwischen April und September 2014 auf seine Praxistauglichkeit und die Notwendigkeit aller Gruppen. Zeitgleich wird die IT-Umsetzung geprüft und realisiert. Zum Jahresende kann dann das neue Modell nach abschließender Prüfung durch den Vorstand der Lektoratskooperation umgesetzt werden. (Tanja Erdmenger, BIB; Lisa Pohl, ekz; 19.5.2014)

 

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